
Hepatitis-B-Impfung fürs Wahlstudienjahr: Titer und Kosten
Hepatitis-B-Impfung vor Unterassistenz oder Praktikum in Krankenpflege: Anti-HBs über 100 IE/l, Impfschema, Kosten in CHF. Jetzt den Impfschutz prüfen.

Nils-Andre Stritt
22. Oktober 2026

Die Tetanus-Impfung ist eine Impfung mit unschädlich gemachtem Gift des Bakteriums Clostridium tetani, die dich vor Starrkrampf schützt. Für dich als Medizin- oder Pflegestudentin ist vor dem Wahlstudienjahr vor allem eine Frage wichtig: Wann war deine letzte Dosis? Laut Schweizerischem Impfplan 2026 bekommst du mit 25 Jahren eine Auffrischung mit dTpa, danach reicht bis 65 eine Dosis alle 20 Jahre.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Das Profil findest du auf der Autorenseite von MUDr. Amandeep Grewal. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder reisemedizinische Beratung.
Tetanus ist laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine tödliche Krankheit, die durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht wird. Seine Sporen finden sich fast überall, etwa in Strassenstaub oder Gartenerde. Gelangen sie in eine Wunde, bilden die Bakterien ein Gift, das die Nervenzellen schädigt, die deine Muskeln steuern.
Die Folgen beschreibt das BAG deutlich. Drei bis 21 Tage nach der Ansteckung, manchmal erst Monate später, kommen zuerst grippeähnliche Beschwerden. Danach folgen schmerzhafte Muskelkrämpfe, die im Gesicht beginnen und sich auf Rumpf, Arme und Beine ausbreiten können. In westlichen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Italien sterben laut BAG 20 bis 50 Prozent der Menschen mit generalisiertem Tetanus.
Von Mensch zu Mensch steckt Tetanus nicht an. Das ist der grosse Unterschied zu Hepatitis B oder Grippe: Die Tetanus-Impfung schützt nur dich selbst, nicht deine Patientinnen und Patienten. Trotzdem ist sie im Spitalalltag wichtig. Ein Kratzer an einer rostigen Bettkante, ein Schnitt beim Verbandwechsel oder ein Sturz auf dem Weg zum Gastspital reichen als Eintrittspforte.
In der Schweiz ist die Krankheit selten. Dem BAG werden jährlich ein bis zwei Fälle gemeldet. Laut infovac.ch, der Schweizer Informationsplattform zu Impfungen, betrifft es vor allem ungeimpfte ältere Erwachsene. Die Tetanus-Impfung schützt laut infovac zu mindestens 98 Prozent, solange die letzte Auffrischung nicht zu lange her ist.
Weltweit sieht die Lage anders aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt in ihrem Faktenblatt vom 15.07.2026, dass Tetanus vor allem in Ländern mit niedrigem Einkommen und tiefer Impfquote vorkommt. 2021 starben laut WHO noch gut 7'700 Neugeborene an Tetanus, im Jahr 2000 waren es rund 46'898.
Die Zahlen zeigen, wie gut die Impfung wirkt. Die WHO empfiehlt insgesamt sechs Dosen eines Tetanus-Impfstoffs für einen Schutz ein Leben lang: drei zur Grundimmunisierung und drei Auffrischungen.

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Mit 25 Jahren, und danach bis 65 nur alle 20 Jahre. So steht es im Schweizerischen Impfplan 2026 von BAG und Eidgenössischer Kommission für Impffragen. Die Auffrischung mit 25 erfolgt mit einem dTpa-Impfstoff, also zusammen mit Diphtherie und Keuchhusten. Weitere Dosen gegen Diphtherie und Tetanus folgen mit 45 und 65 Jahren, ab 65 dann alle 10 Jahre.
Als Kind bekommst du in der Schweiz laut BAG je eine Dosis mit 2, 4 und 12 Monaten, eine zwischen 4 und 7 Jahren und eine zwischen 11 und 15 Jahren. Stehen diese fünf Einträge in deinem Impfbüchlein, bist du grundimmunisiert. Die sechste Dosis, die die WHO für lebenslangen Schutz nennt, ist dann genau die Auffrischung mit 25.
Wichtig ist ein Detail, das viele übersehen. Laut Impfplan bestimmt das Alter bei der letzten Dosis das Intervall bis zur nächsten:
Was heisst das konkret? Elena ist 24, studiert in Bern und hatte ihre letzte Dosis mit 14 in der Oberstufe. Für sie steht die Tetanus-Impfung mit 25 an, also wahrscheinlich mitten im Wahlstudienjahr. Lässt sie die Dosis schon mit 24 vor der Abreise geben, gilt für die nächste das Intervall von 10 Jahren. Ob sie lieber jetzt oder erst nach dem 25. Geburtstag impft, bespricht sie in der Reiseberatung.
Hast du eine Auffrischung verpasst? Kein Drama. Laut Impfplan musst du verpasste Auffrischungen nicht einzeln nachholen. Du bekommst einfach die nächste fällige Dosis. Auch infovac schreibt, es sei nie zu spät, verpasste Impfungen nachzuholen.
Ja, in zwei Punkten. Für Reisende hält der Impfplan 2026 fest, dass kürzere Intervalle zwischen den dT-Impfungen je nach Risikosituation angezeigt sein können, zum Beispiel bei begrenztem Zugang zu medizinischer Versorgung. Ob das für deinen Einsatzort oder eine Trekkingtour danach gilt, beurteilt die reisemedizinische Beratung.
Die Reiseempfehlungen der Expertenkomitees für Reisemedizin (EKRM) stehen auf healthytravel.ch. Dort heisst es sinngemäss: Alle Reisenden sollen die Grundimmunisierung und die Auffrischungen nach dem Schweizerischen Impfplan abgeschlossen haben. Eine eigene Tetanus-Regel nur für Reisen gibt es dort nicht. Die Tetanus-Impfung ist also keine klassische Reiseimpfung, sondern Grundschutz, den du vor jeder Reise prüfst.
Der zweite Punkt betrifft dich als angehende Ärztin oder Pflegefachfrau. Für Beschäftigte im Gesundheitswesen empfiehlt der Impfplan eine Grundimmunisierung, regelmässige dT-Auffrischungen und einmalig mit 25 eine Impfung gegen Keuchhusten. Wer regelmässig Kontakt zu Säuglingen unter 6 Monaten hat, soll unabhängig vom Alter alle 10 Jahre eine dTpa-Dosis bekommen. Das betrifft dich, wenn du deine Unterassistenz in der Kinderheilkunde im Ausland oder im Geburtshilfe-Praktikum im Ausland planst.

An keinem der vier travel4med Standorte ist die Tetanus-Impfung eine Einreisepflicht. Sie gehört trotzdem in dein Büchlein, egal ob du nach Sansibar, Bali, Nepal oder Sri Lanka gehst. Bali bieten wir dir ausdrücklich auch für die Unterassistenz im Wahlstudienjahr an. Alle Orte im Überblick findest du auf der Seite zu unseren Standorten.
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Nach einer Verletzung gelten kürzere Fristen als im normalen Impfplan. Das BAG unterscheidet im Impfplan 2026 zwischen sauberen, oberflächlichen Wunden und Wunden mit hohem Tetanusrisiko. Hohes Risiko heisst laut Impfplan: tiefe oder verschmutzte Wunden mit Staub, Erde, Speichel oder Stuhl, Quetsch-, Riss- und Stichverletzungen, Fremdkörper, schwere Verbrennungen oder Erfrierungen.
Die Tabelle 10 des Impfplans zeigt, wann nach einer Verletzung eine Dosis gegeben wird. Die zwei Spalten für dich:
| Wunde | 16 bis 25 Jahre | 26 bis 64 Jahre |
|---|---|---|
| Sauber und oberflächlich | dT oder dTpa, falls letzte Dosis vor 10 Jahren oder mehr | dT, falls letzte Dosis vor 20 Jahren oder mehr |
| Tief, verschmutzt oder Bisswunde mit Speichel | dT oder dTpa, falls letzte Dosis vor 5 Jahren oder mehr | dT, falls letzte Dosis vor 10 Jahren oder mehr |
Hast du weniger als drei Dosen erhalten oder kennst du deinen Impfstatus nicht, empfiehlt das BAG bei einer Verletzung mit Tetanusrisiko zusätzlich Tetanus-Immunglobuline, also fertige Antikörper. Bei sauberen, oberflächlichen Wunden sind sie laut Impfplan nicht nötig.
Für dein Praktikum heisst das: Weisst du dein Datum, kann die Ärztin im Gastspital in Sekunden entscheiden. Weisst du es nicht, braucht es im Zweifel mehr. Fotografier deshalb die Seite mit der letzten Tetanus-Impfung und speichere sie auf dem Handy. Nach einem Hundebiss geht es übrigens nicht nur um Tetanus, sondern auch um Tollwut. Was dann zu tun ist, erklärt der Beitrag zur Tollwut-Prophylaxe im Auslandspraktikum. Bei einer Stichverletzung mit einer gebrauchten Nadel hilft der Leitfaden zur Nadelstichverletzung im Ausland.
Und die Kosten nach einem Unfall? Laut Impfplan übernimmt die SUVA bei Erwachsenen die Kosten für eine dTpa-Impfung, wenn nach einem Unfall eine Tetanus-Impfung angezeigt ist und gleichzeitig eine Keuchhusten-Impfung empfohlen wird. Andere Unfallversicherer sollten das im Prinzip ebenfalls tun, sind laut Impfplan aber nicht dazu verpflichtet. Wer dich im Ausland gegen Unfälle versichert, steht im Beitrag zur Unfallversicherung im Auslandspraktikum.
Wenig. Am Swiss TPH in Basel, dem Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut, kostet eine Dosis gegen Starrkrampf, Diphtherie und Keuchhusten (dTpa) CHF 35.25, dazu kommen CHF 15.00 Injektions- und Dokumentationsgebühr pro Termin. Einen reinen Tetanus-Impfstoff gibt es laut infovac nicht, er ist immer mit anderen Impfstoffen kombiniert.
| Posten am Swiss TPH (Stand 22. April 2026) | Preis in CHF |
|---|---|
| Starrkrampf, Diphtherie, Kinderlähmung, pro Dosis | 27.95 |
| Starrkrampf, Diphtherie, Keuchhusten (dTpa), pro Dosis | 35.25 |
| Starrkrampf, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, pro Dosis | 41.30 |
| Injektions- und Dokumentationsgebühr, pro Impftermin | 15.00 |
| Impfbuch-Check plus Impfung nach Schweizerischem Impfplan | 27.95 |
| Reiseberatung Erwachsene | 77.50 |
Mit 25 rechnest du also für die dTpa-Dosis mit CHF 50.25 inklusive Gebühr, ohne Beratung. Das Swiss TPH zählt Tetanus ausdrücklich zu den Impfungen nach dem Schweizerischen Impfplan, und solche Impfungen übernimmt die Grundversicherung laut Swiss TPH in der Regel. Reisemedizinische Impfungen übernimmt sie dagegen bis auf wenige Ausnahmen nicht.
Rechnest du wie Noemi in Basel mit jedem Franken, lohnt sich ein Kombi-Termin. Brauchst du vor Sansibar ohnehin eine Polio-Auffrischung, kann ein Vierfach-Impfstoff mit Kinderlähmung einen Stich sparen. Die Details stehen im Beitrag zur Polio-Impfung fürs Wahlstudienjahr. Das Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich nennt für die Tetanus-Impfung CHF 26 bis 75 pro Dosis, ebenfalls zuzüglich Beratungs- und Injektionskosten. Wie du das ganze Wahlstudienjahr finanzierst, steht im Beitrag zur Finanzierung deines Auslandspraktikums.
Wer genauer wissen will, wer Infektionen wie Tetanus behandelt: Was Fachärztinnen für Infektiologie machen, erklärt unser Schwesterportal im Beitrag Was macht ein Infektologe?. Und wie unterschiedlich die Nachbarländer das Impfbüchlein lesen, zeigen der Leitfaden zum Impfpass fürs Auslandspraktikum auf travel4med.de für Deutschland und die Übersicht zu den Reiseimpfungen für die Auslandsfamulatur auf travel4med.at für Österreich. Für dich gilt der Schweizer Impfplan.

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Klingt nach viel Aufwand? Meist ist es ein Blick ins Büchlein und ein einziger Stich. Wie du die Monate im Ausland ins Studium einbaust, erklärt der Leitfaden zum klinischen Wahlstudienjahr im Ausland.
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