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Reiseimpfungen fürs Wahlstudienjahr im Ausland 2026

MUDr. Andreas Zehetner

MUDr. Andreas Zehetner

Arzt, Co-Founder von travel4med

  • 10. August 2026
  • 8 Minuten
Reiseimpfungen fürs Wahlstudienjahr im Ausland 2026

Reiseimpfungen fürs Wahlstudienjahr im Ausland

Reiseimpfungen sind der Teil deiner Vorbereitung auf das Wahlstudienjahr, den du am längsten vorher planen musst – und der bei einem Klinikpraktikum wichtiger ist als bei einer reinen Ferienreise. Wer eine Famulatur, ein Pflegepraktikum oder das Wahlstudienjahr in Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar plant, arbeitet dort im direkten Patientenkontakt und trägt damit ein erhöhtes berufliches Infektionsrisiko, etwa für Hepatitis B. Genau jetzt, in der Sommer-Planungsphase für das Studienjahr 2026/27, lohnt sich der Blick auf den Impfschutz: Manche Impfserien brauchen Wochen, und eine reisemedizinische Beratung solltest du früh einplanen.

Key Takeaways

  • Bring zuerst deine Basisimpfungen nach dem Schweizerischen Impfplan (BAG) auf den aktuellen Stand, bevor du an Reiseimpfungen denkst.
  • Für ein Klinikpraktikum ist der Hepatitis-B-Schutz zentral, weil du im Patientenkontakt einem beruflichen Infektionsrisiko ausgesetzt bist.
  • Je nach Zielland kommen Hepatitis A, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis und – für Tansania/Sansibar – Gelbfieber dazu.
  • Plane die reisemedizinische Beratung 4 bis 6 Wochen vor Abreise ein; manche Impfserien benötigen mehr Vorlauf.
  • Reiseimpfungen sind in der Regel Selbstzahlerleistungen – die KVG-Grundversicherung übernimmt sie meist nicht.
Medizinische Fachperson zieht mit einer Spritze Impfstoff aus einem Fläschchen auf
Wer im Ausland in der Klinik arbeitet, braucht mehr als den Ferien-Impfschutz – der berufliche Hepatitis-B-Schutz steht dabei im Vordergrund.

Reiseimpfungen fürs Wahlstudienjahr: kurz erklärt

Reiseimpfungen sind Schutzimpfungen, die dich vor Krankheitserregern schützen, die in deinem Zielland vorkommen, in der Schweiz aber selten oder gar nicht. Für Medizinstudierende kommt eine zweite Ebene dazu: der berufliche Schutz durch den Patientenkontakt in der Klinik. Beides zusammen bestimmt, welche Impfungen für dich sinnvoll sind.

Die verlässliche Referenz dafür ist in der Schweiz die Fachgesellschaft für Tropen- und Reisemedizin über die Plattform healthytravel.ch, die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) unterstützt wird. Unabhängig vom Reiseziel sollten zuerst die Basisimpfungen nach dem Schweizerischen Impfplan aktuell sein (HealthyTravel / Expertenkomitee für Reisemedizin, 2026). Eine individuelle Beratung – etwa am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) in Basel – klärt dann die für dich passenden Reiseimpfungen.

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Welche Basisimpfungen musst du zuerst prüfen?

Zuerst zählt der Grundschutz. Bevor reisespezifische Impfungen dazukommen, sollten deine Basisimpfungen nach dem Schweizerischen Impfplan auf dem aktuellen Stand sein (HealthyTravel, 2026). Dazu gehören insbesondere Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Auffrischung in der Regel alle zehn Jahre), Masern-Mumps-Röteln sowie – gerade für angehende Gesundheitsfachpersonen relevant – ein vollständiger Impfstatus.

Der Vorteil: Diese Impfungen sind oft schon vorhanden oder schnell aufgefrischt, und sie bilden die Grundlage, auf die die reisespezifischen Impfungen aufbauen. Nutze die reisemedizinische Beratung, um deinen Impfausweis systematisch durchgehen zu lassen.

Welche Reiseimpfungen brauchst du für die Klinik?

Die wichtigsten reisespezifischen Impfungen für ein Klinikpraktikum in den Tropen sind Hepatitis A und Hepatitis B. Die Hepatitis-A-Impfung wird für alle Reisenden in Risikogebiete sowie für Personen mit erhöhtem beruflichem Risiko – etwa im Gesundheitswesen – empfohlen (HealthyTravel, 2026). Die Hepatitis-B-Impfung ist in besonderen Situationen wie Langzeitaufenthalten oder erhöhtem beruflichem Risiko angezeigt und für dich im Patientenkontakt besonders wichtig.

Je nach Region und Aufenthaltsdauer kommen weitere Impfungen infrage: Typhus (Asien), Japanische Enzephalitis (bei längeren Aufenthalten in ländlichen Regionen Asiens), Tollwut sowie – für die Einreise nach Tansania und damit Sansibar – Gelbfieber. Welche davon für dich nötig sind, hängt von Zielland, Reisestil und Dauer ab und gehört in die individuelle Beratung.

Warum ist die Hepatitis-B-Impfung im Praktikum so wichtig?

Weil das Übertragungsrisiko bei einer Nadelstichverletzung mit infiziertem Blut für Hepatitis B mit Abstand am höchsten ist. Nach einer Nadelstichverletzung durch eine infizierte Quelle liegt das Übertragungsrisiko für das Hepatitis-B-Virus (HBV) bei rund 6 bis 30 Prozent, für das Hepatitis-C-Virus (HCV) bei etwa 1,8 Prozent und für HIV bei rund 0,3 Prozent (Wang B. et al., „Needlestick Injuries", StatPearls / National Library of Medicine, 2023). Gegen HBV kannst du dich impfen lassen – gegen HCV nicht.

Uebertragungsrisiko nach Nadelstichverletzung (infizierte Quelle) Das Uebertragungsrisiko fuer das Hepatitis-B-Virus betraegt 6 bis 30 Prozent, fuer das Hepatitis-C-Virus rund 1,8 Prozent und fuer HIV rund 0,3 Prozent. Infektionsrisiko nach Nadelstichverletzung 6–30 % 1,8 % 0,3 % Hepatitis B (impfbar) Hepatitis C HIV Balkenhoehe schematisch; nur HBV ist durch Impfung vermeidbar.
Quelle: Wang B. et al., „Needlestick Injuries", StatPearls / National Library of Medicine (ncbi.nlm.nih.gov, 2023).

Deshalb ist ein nachgewiesener, vollständiger Hepatitis-B-Impfschutz die eine Impfung, die du für ein Klinikpraktikum keinesfalls aufschieben solltest. Wie du dich sonst auf die klinische Tätigkeit vorbereitest, liest du in unseren Ratgebern Famulatur im Ausland und Pflegepraktikum im Ausland.

Welche Impfungen empfiehlt healthytravel.ch je Zielland?

Die konkrete Empfehlung hängt vom Zielland ab. Die folgende Übersicht ordnet die reisespezifischen Impfungen den vier travel4med-Standorten zu – als Orientierung, nicht als Ersatz für die persönliche Beratung:

ZiellandTypische reisespezifische Impfungen
Sri LankaHepatitis A und B, Typhus, ggf. Tollwut und Japanische Enzephalitis
NepalHepatitis A und B, Typhus, ggf. Tollwut und Japanische Enzephalitis
Bali (Indonesien)Hepatitis A und B, Typhus, ggf. Tollwut und Japanische Enzephalitis
Sansibar (Tansania)Hepatitis A und B, Typhus, ggf. Tollwut, Gelbfieber bei Einreise

Ein Wort zur Tollwut: Sie wird vor allem über Hunde und Fledermäuse übertragen, und grundsätzlich kann jedes Säugetier ansteckend sein. Am besten schützt du dich durch eine Impfung vor der Reise und durch richtiges Verhalten gegenüber Tieren (HealthyTravel, 2026). Weltweit sterben laut Weltgesundheitsorganisation jährlich rund 59'000 Menschen an Tollwut, 95 Prozent davon in Asien und Afrika, bis zu 99 Prozent der Fälle gehen auf Hundebisse zurück (WHO, „Rabies", 2024).

Kostenlose Beratung zu deinem Auslandspraktikum. Du weisst nicht, welche Impfungen für dein Zielland und deine Aufenthaltsdauer nötig sind? In der kostenlosen Beratung von travel4med besprechen wir die Vorbereitung – und verweisen dich für die medizinische Impfberatung an eine reisemedizinische Fachstelle wie das Swiss TPH.

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Kosten und Timing: rechtzeitig zur reisemedizinischen Beratung

Zwei Punkte werden häufig unterschätzt: der Vorlauf und die Kosten. Reiseimpfungen sind in der Regel Selbstzahlerleistungen und werden von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KVG-Grundversicherung) meist nicht übernommen. Plane deshalb ein Budget dafür ein. Und weil manche Impfserien über mehrere Wochen laufen, gilt: früh genug zur Beratung. So gehst du vor:

  1. Termin früh buchen: Vereinbare 4 bis 6 Wochen vor Abreise eine reisemedizinische Beratung, bei langen Impfserien noch früher.
  2. Impfausweis mitbringen: Lass zuerst deinen Basisschutz nach dem Schweizerischen Impfplan prüfen und auffrischen.
  3. Zielland und Tätigkeit angeben: Nenne Zielland, Dauer und die klinische Tätigkeit – der Hepatitis-B-Schutz ist dabei zentral.
  4. Gelbfieber klären: Prüfe für Tansania/Sansibar die Gelbfieber-Nachweispflicht bei Einreise (nur zugelassene Impfstellen).
  5. Nachweise sichern: Bewahre Impfausweis und Gelbfieberzertifikat auf und nimm Kopien mit auf Reisen.

Reiseimpfungen für Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar

Für alle vier travel4med-Standorte gilt: Hepatitis A und B sowie meist Typhus bilden den Kern, Tollwut und Japanische Enzephalitis kommen je nach Aufenthalt dazu, und für Sansibar ist zusätzlich der Gelbfieberschutz einreiserelevant. Malaria ist keine Impfung, sondern eine Frage der Chemoprophylaxe und des Mückenschutzes – auch das gehört in die Beratung.

Destinationsspezifische Details findest du in unseren Standort-Guides, damit dieser Beitrag sich auf die Impffrage konzentrieren kann: Famulatur und Pflegepraktikum in Nepal und Famulatur und Pflegepraktikum auf Sansibar. Die Impfnachweise gehören fest in deine Reiseunterlagen – siehe unsere Packliste fürs Auslandspraktikum. Um Behandlungskosten im Ausland kümmert sich ein eigener Ratgeber: Auslandskrankenversicherung fürs Praktikum. Wie du das Wahlstudienjahr anrechnen lässt, liest du unter Klinisches Wahlstudienjahr im Ausland.

Häufig gestellte Fragen

Quellen

Die Fakten in diesem Guide zu Reiseimpfungen fürs Wahlstudienjahr stammen aus folgenden Quellen.

  • HealthyTravel / Expertenkomitee für Reisemedizin (EKRM), „Vaccinations": healthytravel.ch/vaccinations (abgerufen 24.07.2026)
  • Wang, B. et al., „Needlestick Injuries", StatPearls / National Library of Medicine: ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK493147 (abgerufen 24.07.2026)
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO), „Rabies" Fact Sheet: who.int (abgerufen 24.07.2026)
  • travel4med.ch – Famulatur im Ausland, Pflegepraktikum im Ausland, Auslandskrankenversicherung fürs Praktikum (eigenes Netzwerk)