Die Masern-Impfung ist eine Lebendimpfung, die in der Schweiz fast immer als Kombination gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) gegeben wird. Für dein Wahlstudienjahr lautet die kurze Antwort: Ja, zwei dokumentierte Dosen reichen. Genau diese zwei Dosen empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) allen, die im Spital arbeiten. Fehlt dir eine, holst du sie vor der Abreise nach.
Key Takeaways
Zwei Dosen sind der Standard: Der Schweizerische Impfplan 2026 empfiehlt allen Beschäftigten im Gesundheitswesen mit weniger als 2 MMR-Dosen die Nachholimpfung. Studierende im Praktikum gehören dazu.
Jahrgang zählt: MMR-Nachholimpfungen empfiehlt das BAG allen, die nach 1963 geboren sind. Für Medizin- und Pflegestudierende heisst das: praktisch allen.
Kein Titer nach 2 Dosen: Bei zweimal Geimpften empfiehlt der Impfplan ausdrücklich keine Antikörperkontrolle, weil falsch negative Befunde vorkommen.
Abstand zu Gelbfieber: Masern- und Gelbfieberimpfung sollen wenn immer möglich nicht am selben Tag, sondern im Abstand von 4 Wochen gegeben werden. Wichtig für Sansibar.
Kosten: Am Swiss TPH kostet eine MMR-Dosis CHF 33.30 plus CHF 15.00 pro Termin. Impfungen aus dem Impfplan übernimmt die Grundversicherung laut Swiss TPH in der Regel.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Das Profil findest du auf der Autorenseite von MUDr. Amandeep Grewal. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder reisemedizinische Beratung.
Warum ist die Masern-Impfung vor dem Wahlstudienjahr so wichtig?
Weil Masern zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt gehören und du im Gastspital täglich mit Kranken arbeitest. Die WHO schreibt, dass eine infizierte Person bis zu 18 weitere Menschen anstecken kann. Das Virus bleibt bis zu zwei Stunden in der Luft oder auf Oberflächen aktiv.
Dazu kommt die Zeitachse. Ansteckend ist man laut WHO schon vier Tage, bevor der Ausschlag erscheint, und noch vier Tage danach. Die ersten Symptome zeigen sich meist 7 bis 14 Tage nach dem Kontakt, das BAG nennt 7 bis 18 Tage. Wer ungeschützt auf einer Kinderstation oder in einer Notaufnahme arbeitet, kann das Virus also tagelang weitergeben, ohne es zu merken.
Gefährlich sind Masern auch für dich selbst. Laut BAG kommt es bei etwa 1 von 1'000 Fällen zu einer Hirnentzündung und bei 10 bis 60 von 1'000 Fällen zu einer Lungenentzündung. In Industrieländern sterben etwa 1 bis 3 von 10'000 Erkrankten.
Weltweit sind Masern alles andere als verschwunden. Die WHO schätzt für 2024 rund 11 Millionen Infektionen und etwa 95'000 Todesfälle, meist bei Kindern unter fünf Jahren. Im selben Jahr meldeten 59 Länder grosse oder störende Ausbrüche. Nur 84 Prozent der Kinder weltweit erhielten 2025 die erste Dosis, und nur 77 Prozent beide Dosen.
Und in der Schweiz? Laut BAG gibt es hier seit 2018 keine endemische Masernzirkulation mehr. Es werden also vor allem eingeschleppte Fälle registriert. infovac.ch nennt für 2019 und für 2023 bis 2025 jeweils 50 bis 200 gemeldete Fälle pro Jahr. Ein Teil davon kommt genau so ins Land: mit Reisenden.
Quellen: WHO, Faktenblatt "Measles" vom 15.07.2026 (Impfquoten 2025); BAG, Schweizerischer Impfplan 2026, Kapitel 3.3 b (Empfehlung für Beschäftigte im Gesundheitswesen). Eigene Darstellung.
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Was empfiehlt das BAG für Medizin- und Pflegestudierende?
Zwei Dosen MMR für alle, die nach 1963 geboren sind, und zwar ausdrücklich auch für Medizinal- und Pflegepersonal. Der Schweizerische Impfplan 2026 begründet das mit dem eigenen Schutz, dem Schutz der Patientinnen und Patienten und dem Risiko von Spitalinfektionen. Wer vor 1964 geboren ist, hatte Masern laut BAG mit grösster Wahrscheinlichkeit schon und gilt als immun.
Für Beschäftigte im Gesundheitswesen, kurz BiG, führt der Impfplan eine eigene Tabelle. Dort steht für MMR schlicht: Alle BiG, die mit weniger als 2 Dosen geimpft sind, sollen nachimpfen. Studierende im Praktikum zählt der Impfplan im Kostenabschnitt ausdrücklich zu dieser Gruppe. Für dich als Elena in der Unterassistenz oder als Sarah im Praktikum in Krankenpflege gilt also derselbe Massstab wie für das Stammpersonal.
Bisher erhaltene MMR-Dosen
Was du laut Impfplan 2026 brauchst
Abstand
0 Dosen
2 Dosen
mindestens 1 Monat zwischen den Dosen
1 Dosis
1 weitere Dosis
kein Neustart der Serie
2 Dosen
keine weitere Dosis, kein Titer
nicht nötig
Quelle der Tabelle: BAG, Schweizerischer Impfplan 2026, Tabelle 9 "Impfschema für ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Beschäftigte im Gesundheitswesen".
Wichtig ist das Wort "dokumentiert". Der Impfplan schreibt, dass Angaben aus der Erinnerung zu Impfungen oder durchgemachten Masern nicht zuverlässig sind und nicht berücksichtigt werden dürfen. "Ich hatte als Kind sicher Masern" zählt also nicht. Was zählt, ist der Eintrag im Impfbüchlein. Wie du den richtig liest, steht im Beitrag zum Impfausweis vor dem Auslandspraktikum.
Achte noch auf einen Sonderfall in älteren Impfbüchlein: Wurde eine MMR-Impfung mit Triviraten gegeben, empfiehlt der Impfplan, sie mit einem anderen MMR-Impfstoff zu wiederholen. Der Grund ist der Mumps-Anteil dieses Impfstoffs, der als unwirksam gilt. Steht der Name bei dir, sprich es in der Beratung an.
Brauchst du einen Masern-Titer vor der Unterassistenz?
Nicht, wenn zwei Dosen dokumentiert sind. Der Impfplan empfiehlt eine serologische Kontrolle nach vollständiger Impfung ausdrücklich nicht, weil Tests teilweise falsch negativ ausfallen. Ein niedriger Wert nach zwei Dosen heisst also nicht, dass du ungeschützt bist. Er führt nur zu unnötigen Zusatzdosen.
Sinnvoll ist ein Titer eher in der umgekehrten Situation: Dein Impfbüchlein ist weg, und du weisst nicht, was du bekommen hast. Dann kann die Ärztin oder der Arzt den Masern-IgG-Wert bestimmen. Der Impfplan 2026 nennt dafür feste Grenzen:
Masern-IgG (EIA, IU/l)
Bewertung laut Impfplan 2026
unter 100
kein Schutz
100 bis 149
gewisser Schutz
150 und mehr
Langzeitschutz
Quelle der Tabelle: BAG, Schweizerischer Impfplan 2026, Tabelle 11 "Serologische Korrelate für Immunität / Impfschutz".
Ganz ehrlich: Oft ist die zusätzliche Dosis schneller und billiger als der Umweg über das Labor. Laut Impfplan ist eine bestehende Immunität keine Kontraindikation für eine MMR-Impfung. Eine Dosis zu viel schadet also nicht.
Manche Gastspitäler fragen vor dem Start nach deinem Impfstatus, andere nicht. Rechne nicht damit, dass jemand vor Ort nachfragt. Die Masern-Impfung schützt dich und deine Patientinnen und Patienten auch dann, wenn niemand den Nachweis sehen will.
Masern-Impfung und Gelbfieber: worauf musst du bei Sansibar achten?
Auf den Abstand. Masern- und Gelbfieberimpfung sind beide Lebendimpfstoffe. Der Impfplan erlaubt zwei virale Lebendimpfstoffe grundsätzlich am selben Tag oder im Abstand von mindestens 4 Wochen. Für genau dieses Paar macht er aber eine Ausnahme: Wenn immer möglich sollen Masern- und Gelbfieberimpfung nicht gleichzeitig, sondern im Abstand von 4 Wochen gegeben werden, damit die Immunantwort optimal ausfällt.
Für die Planung heisst das: Prüf die Masern-Impfung früh, am besten bevor du die Gelbfieberfrage klärst. Fehlt dir eine MMR-Dosis und brauchst du für Sansibar auch Gelbfieber, rechnest du mit zwei Terminen im Abstand von vier Wochen plus Vorlauf bis zur Abreise. Ob du für Sansibar überhaupt eine Gelbfieberimpfung brauchst, klärt der Beitrag zur Gelbfieberimpfung vor dem Praktikum auf Sansibar.
Und für Bali, Nepal und Sri Lanka? Das Schweizerische Expertenkomitee für Reisemedizin schreibt auf healthytravel.ch für Masern, Mumps und Röteln einen einfachen Satz: Alle Reisenden sollten eine Grundimpfung und Auffrischungen gemäss dem Schweizerischen Impfplan haben. Für dich als künftige Spitalkraft heisst das konkret: zwei Dosen.
Alle vier Orte, an denen wir Unterassistenzen und Praktika organisieren, findest du auf der Seite zu unseren Standorten. Bali bieten wir ausdrücklich auch für die Unterassistenz im Wahlstudienjahr an.
Am Swiss TPH in Basel kostet eine Dosis MMR laut Preisliste vom 22. April 2026 CHF 33.30. Dazu kommt pro Impftermin eine Injektions- und Dokumentationsgebühr von CHF 15.00. Für den Impfbuch-Check mit Impfungen aus dem Schweizerischen Impfplan stehen CHF 27.95 auf der Liste.
Posten am Swiss TPH (Stand 22. April 2026)
Preis in CHF
Masern / Mumps / Röteln, pro Dosis
33.30
Masern / Mumps / Röteln / Windpocken, pro Dosis
85.00
Injektions- und Dokumentationsgebühr, pro Impftermin
Eine fehlende Dosis kostet dich am Swiss TPH also CHF 76.25 mit Impfbuch-Check (27.95 + 33.30 + 15.00). Ob der Check beim zweiten Termin erneut anfällt, sagt die Preisliste nicht. Frag beim Buchen nach, wenn du zwei Dosen brauchst.
Jetzt die gute Nachricht für Noemi, die in Basel jeden Franken zweimal umdreht: Die Masern-Impfung ist keine Reiseimpfung, sondern Teil des Schweizerischen Impfplans. Laut Swiss TPH werden Impfungen aus dem Impfplan in der Regel von der Grundversicherung übernommen, reisemedizinische Impfungen dagegen bis auf wenige Ausnahmen nicht. Wie viel du am Ende selbst zahlst, hängt von Franchise und Selbstbehalt deiner Police ab.
Und das Spital? Der Impfplan hält fest, dass Arbeitgeber die Kosten arbeitsmedizinisch angezeigter Impfungen tragen, wenn du angestellt bist. Studierende ohne Lohn oder mit Lohn unter der AHV-Grenze haben laut Impfplan keinen Anspruch darauf. Aus ethischen Gründen sei eine Übernahme durch Spital, Universität oder Schule aber auch bei ihnen angezeigt. Frag also ruhig bei deiner Fakultät oder deiner Schule nach. Wie du das ganze Jahr finanzierst, steht im Beitrag zur Finanzierung deines Auslandspraktikums.
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Schwangere. Der Impfplan schreibt klar: Die MMR-Impfung darf bei bekannter Schwangerschaft nicht verabreicht werden. Lebendimpfstoffe sollen ausserdem grundsätzlich nicht an Menschen mit einer Immunschwäche gehen. Und bei einer schweren, akuten Erkrankung wird die Impfung verschoben.
Mit Nebenwirkungen musst du rechnen, aber sie sind meistens harmlos. infovac.ch beschreibt, dass etwa eines von zehn Kindern mit Fieber reagiert und in 2 bis 4 von 100 Fällen ein leichter Ausschlag auftritt, meist eine Woche oder später nach der Impfung. Plane die Dosis deshalb nicht auf den Tag vor dem Abflug. Der Schutz nach zwei Dosen liegt laut infovac.ch bei mehr als 97 Prozent.
Wenn du in der Pädiatrie arbeiten willst, lohnt sich ein zweiter Blick. Auf Kinderstationen triffst du auf Säuglinge, die noch zu jung für die eigene Masern-Impfung sind. Was dich dort sonst erwartet, beschreibt der Beitrag zum Kinderheilkunde-Praktikum im Ausland. Wer sich für das Fach als Beruf interessiert, findet bei unserem Schwesterportal den Leitfaden Kinderarzt werden in der Schweiz.
So prüfst du deine Masern-Impfung in fünf Schritten
Impfbüchlein aufschlagen. Such Einträge wie "MMR", "MMRV", "Masern" oder Produktnamen. Zähl die Dosen. Zwei dokumentierte Dosen? Dann bist du fertig.
Lücke benennen. Eine Dosis: Du brauchst eine weitere. Keine oder keine Dokumentation: zwei Dosen im Abstand von mindestens einem Monat.
Termin rechtzeitig buchen. Das Swiss TPH empfiehlt eine reisemedizinische Beratung 4 bis 8 Wochen vor Abreise. Bei zwei fehlenden Dosen oder zusätzlich Gelbfieber planst du lieber früher. Wie du dich vorbereitest, steht im Beitrag zur reisemedizinischen Beratung vor dem Auslandspraktikum.
Impfungen bündeln. Lass fehlende Basisimpfungen wie die Hepatitis-B-Impfung im selben Termin prüfen. Die Gebühr von CHF 15.00 fällt pro Termin nur einmal an.
Nachweis eintragen lassen. Lass jede Dosis ins Impfbüchlein eintragen und nimm es ins Handgepäck mit. Den Gesamtüberblick über alle Impfungen gibt der Beitrag zu den Reiseimpfungen fürs Wahlstudienjahr.
Klingt nach viel? Die meisten Studierenden in der Schweiz haben ihre zwei Dosen schon als Kleinkind bekommen. Für sie ist die Masern-Impfung ein Blick ins Büchlein und sonst nichts.
Masern-Impfung in Deutschland und Österreich: was ist anders?
Die Empfehlung ist ähnlich, die Rechtslage nicht. In Deutschland verlangt Paragraf 20 des Infektionsschutzgesetzes von Personen, die nach dem 31. Dezember 1970 geboren sind und in einer Klinik tätig werden sollen, einen Masernnachweis vor Beginn der Tätigkeit. Unser Schwesterportal erklärt das im Beitrag zur Masernimpfung vor dem Auslandspraktikum auf travel4med.de. Diese deutsche Pflicht gilt nicht für dich als Studentin oder Student in Bern, Basel oder Zürich.
Der Schweizerische Impfplan spricht dagegen von einer Empfehlung des BAG. Ob dein Einsatzspital oder deine Fakultät trotzdem einen Nachweis sehen will, fragst du am besten direkt dort nach. Für Österreich hat travel4med.at einen eigenen Leitfaden zur MMR-Impfung vor Famulatur und KPJ mit dem österreichischen Impfplan. Liest du beide, verstehst du, warum Zahlen und Begriffe dort anders klingen.
Wie die Infektiologie Ausbrüche im Spital überhaupt angeht, beschreibt unser Schwesterportal im Porträt Was macht ein Infektiologe?. Und weil Masern über Aerosole und Oberflächen laufen, gehört auch die Handhygiene im Auslandspraktikum zu deinem Schutzpaket.
Häufige Fragen zur Masern-Impfung
Noch Fragen offen?
Nimm kostenlos an unserem nächsten Live-Webinar teil.
Bundesamt für Gesundheit (BAG): "Schweizerischer Impfplan 2026", Stand Februar 2026, Kapitel 1 (MMR-Nachholimpfung), 3.3 b (Beschäftigte im Gesundheitswesen, Kostenübernahme), 5 a (zeitlicher Abstand), Tabellen 9 und 11, abgerufen am 27.10.2026. bag.admin.ch (PDF)
Bundesamt für Gesundheit (BAG): "Schweizerischer Impfplan", Themenseite, abgerufen am 27.10.2026. bag.admin.ch
Bundesamt für Gesundheit (BAG): "Masern", abgerufen am 27.10.2026. bag.admin.ch
infovac.ch: "Masern", zuletzt aktualisiert am 22.08.2026, abgerufen am 27.10.2026. infovac.ch
Weltgesundheitsorganisation (WHO): Faktenblatt "Measles", 15.07.2026, abgerufen am 27.10.2026. who.int
Weltgesundheitsorganisation (WHO): "Measles deaths down 88% since 2000, but cases surge", 28.11.2025, abgerufen am 27.10.2026. who.int
Bundesrepublik Deutschland (nur zum Vergleich): Infektionsschutzgesetz, Paragraf 20, Absätze 8 und 9, abgerufen am 27.10.2026. gesetze-im-internet.de
healthytravel.ch (Schweizerisches Expertenkomitee für Reisemedizin): "Impfungen", Abschnitt Masern, Mumps, Röteln, abgerufen am 27.10.2026. healthytravel.ch
Swiss TPH, Zentrum für Tropen- und Reisemedizin: "Reiseimpfungen", abgerufen am 27.10.2026. travelmedicine.swisstph.ch
Swiss TPH, Zentrum für Tropen- und Reisemedizin: "Impfpreise", Stand 22.04.2026, abgerufen am 27.10.2026. travelmedicine.swisstph.ch (PDF)