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Gelbfieberimpfung: Brauchst du sie für Sansibar und Asien?

Nils-Andre Stritt
Nils-Andre StrittMedizinstudent, Co-Founder travel4med
  • 14. Oktober 2026
  • 12 Minuten
Gelbfieberimpfung: Brauchst du sie für Sansibar und Asien?

Gelbfieberimpfung: Brauchst du sie für Sansibar und Asien?

Die Gelbfieberimpfung ist eine einmalige Lebendimpfung gegen ein Virus, das Mücken in Afrika südlich der Sahara und in Lateinamerika übertragen. Für dein Praktikum auf Sansibar brauchst du sie bei einem Flug aus der Schweiz meist nicht. Pflicht wird der Nachweis erst, wenn du aus einem Gelbfieber-Risikoland einreist oder dort länger als zwölf Stunden umsteigst.

Key Takeaways

  • Direkt aus der Schweiz meist keine Pflicht: Tansania verlangt den Nachweis laut WHO-Länderliste nur bei Einreise aus einem Risikoland oder nach mehr als zwölf Stunden Transit dort.
  • Die Route entscheidet: Kenia und Äthiopien sind Gelbfieber-Risikoländer. Ein langer Umstieg oder eine Safari dort kann die Gelbfieberimpfung zur Einreisebedingung machen.
  • Nur bei bewilligten Stellen: In der Schweiz impfen nur Ärztinnen, Ärzte und Zentren mit Bewilligung des BAG.
  • Kosten: Der Impfstoff kostet rund CHF 70 pro Dosis, dazu kommen Beratung und Injektion. Die Grundversicherung zahlt Reiseimpfungen in der Regel nicht.
  • Mindestens zehn Tage vorher: Erst dann gilt der Schutz und das Zertifikat.

Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Das Profil findest du auf der Autorenseite von MUDr. Amandeep Grewal. Dieser Beitrag ersetzt keine reisemedizinische Beratung.

Was ist die Gelbfieberimpfung genau?

Die Gelbfieberimpfung ist eine Lebendimpfung mit einem abgeschwächten Virus. So beschreibt es healthytravel.ch, die Plattform der Schweizerischen Expertenkommission für Reisemedizin (EKRM). Eine Spritze, und dein Körper baut Schutz gegen das Gelbfiebervirus auf.

Gelbfieber selbst ist keine harmlose Reisekrankheit. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickeln rund 15 Prozent der Infizierten einen schweren Verlauf mit Gelbsucht, Blutungen und Organversagen, und etwa die Hälfte davon stirbt innert sieben bis zehn Tagen. Übertragen wird das Virus von tagaktiven Aedes-Mücken, also derselben Mückengattung, die auch Dengue überträgt.

Wie gut wirkt die Impfung? Sehr gut. Die WHO schreibt, dass 80 bis 100 Prozent der Geimpften innert zehn Tagen Immunität aufbauen, nach 30 Tagen sind es über 99 Prozent. In der Schweiz selbst ist Gelbfieber extrem selten: Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) wurde die Krankheit in den vergangenen Jahren nur einmal bei einem Reiserückkehrer diagnostiziert.

Schutz nach der Gelbfieberimpfung laut WHO Laut WHO bauen 80 bis 100 Prozent der Geimpften innert 10 Tagen Immunitaet auf, nach 30 Tagen sind es ueber 99 Prozent. Wie schnell schützt die Gelbfieberimpfung? Hell: unterer Wert. Dunkel: Spannweite bis zum oberen Wert. Anteil der Geimpften in Prozent. Nach 10 Tagen 80 bis 100 Nach 30 Tagen über 99 0 50 100
Quelle: WHO, Fact sheet "Yellow fever", 20.10.2025. Eigene Darstellung.

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Brauchst du die Gelbfieberimpfung für Sansibar?

Bei einem Flug aus der Schweiz in aller Regel nicht. Laut der WHO-Länderliste zu Impfvorschriften verlangt Tansania, zu dem Sansibar gehört, den Gelbfieber-Nachweis ab einem Jahr nur von Reisenden, die aus einem Land mit Gelbfieber-Übertragungsrisiko kommen, und von allen, die mehr als zwölf Stunden auf einem Flughafen eines solchen Landes umgestiegen sind. Eine generelle Impfempfehlung der WHO für Tansania gibt es nicht.

Das deckt sich mit dem, was wir im Beitrag zum Visum für Sansibar zur Auskunft der tansanischen Vertretung in Genf geschrieben haben. Und für Asien? Das Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich hält fest: Für Europa und Asien ist keine Gelbfieberimpfung notwendig. Nepal, Sri Lanka und Indonesien verlangen den Nachweis trotzdem, sobald du aus einem Risikoland kommst. So sieht das für alle vier travel4med-Standorte aus:

StandortNachweis verlangt bei Einreise ...Stand der Angabe (WHO)
Sansibar (Tansania)aus einem Risikoland oder nach mehr als 12 Stunden Transit dort, ab 1 Jahr2020
Pokhara (Nepal)aus einem Risikoland oder nach mehr als 12 Stunden Transit dort, ab 9 Monaten2022
Galle (Sri Lanka)aus einem Risikoland oder nach mehr als 12 Stunden Transit dort, ab 9 Monaten2021
Bali (Indonesien)aus einem Risikoland, ab 9 Monaten2022

Die Jahreszahl zeigt, wann das jeweilige Land seine Angaben zuletzt an die WHO gemeldet hat. Länder können ihre Regeln jederzeit ändern, darum betont die WHO selbst, dass du vor der Abreise bei der Botschaft oder dem Konsulat nachfragen sollst. Weitere Pflichten für Sansibar, etwa die obligatorische Einreiseversicherung, findest du im Beitrag zur Pflichtversicherung für Sansibar und Tansania.

Wann macht dein Umstieg die Gelbfieberimpfung zur Pflicht?

Sobald die Route über ein Risikoland führt. Kenia und Äthiopien gehören laut WHO-Länderliste zu den Ländern, für die die WHO Reisenden die Gelbfieberimpfung empfiehlt (mit regionalen Ausnahmen). Beide liegen auf typischen Wegen nach Ostafrika, etwa mit Umstieg in Nairobi oder Addis Abeba.

Drei Fälle solltest du kennen:

  • Kurzer Umstieg im Transitbereich: Bleibt der Aufenthalt unter zwölf Stunden, löst er die tansanische Nachweispflicht laut WHO-Liste nicht aus.
  • Langer Umstieg: Mehr als zwölf Stunden auf dem Flughafen eines Risikolandes, und Tansania darf den Nachweis verlangen.
  • Abstecher vorher: Du hängst vor dem Praktikum eine Safari in Kenia an oder reist von dort mit Bus oder Fähre weiter? Dann kommst du aus einem Risikoland. Hier ist die Gelbfieberimpfung nicht nur Formalität, sondern auch medizinisch sinnvoll.

Ein Fall wird oft vergessen: der Wechsel zwischen zwei Standorten. Wer im Wahlstudienjahr erst nach Sansibar und dann nach Sri Lanka oder Nepal geht, sollte die Route in der Reiseberatung offen auf den Tisch legen. Tansania steht in der WHO-Liste ohne Impfempfehlung, die Einschätzung für deine konkrete Kombination gehört aber in die Hände einer Fachstelle. Der Nachweis gilt nur, wenn die Impfung mindestens zehn Tage vor der Ankunft gemacht wurde.

Enge Gasse in Stone Town auf Sansibar mit verwitterten Hausfassaden und Wellblechdach, Ziel vieler Praktika, für die die Route über die Gelbfieberimpfung entscheidet

Wo bekommst du die Gelbfieberimpfung in der Schweiz?

Nur bei einer bewilligten Stelle. Das BAG schreibt, dass die Gelbfieberimpfung grundsätzlich nur Ärztinnen und Ärzte sowie Zentren mit einer offiziellen Bewilligung machen dürfen. Deine Hausärztin kann also nicht einfach eine Dose aus dem Kühlschrank holen.

Welche Stellen in deinem Kanton bewilligt sind, steht in der Liste des BAG "Ärzte mit Bewilligung für Gelbfieberimpfung und Impfstellen für Reisende" (Stand Juli 2026). Sie ist nach Kantonen geordnet und nennt unter anderem das Swiss TPH in Basel und das Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich. Für Elena in Bern, Noemi in Basel und Sarah in Zürich heisst das: Es gibt in allen drei Kantonen bewilligte Adressen, aber nicht an jeder Ecke.

Plane den Termin am besten zusammen mit den übrigen Reiseimpfungen. Swiss TPH empfiehlt, die Reiseberatung vier bis acht Wochen vor der Abreise zu machen, weil manche Impfungen mehrere Dosen brauchen. Welche Fachleute sich in der Schweiz beruflich mit Infektionen und Reisemedizin beschäftigen, erklärt unser Schwesterportal im Beitrag Was macht ein Infektologe?

Was kostet die Gelbfieberimpfung in der Schweiz?

Rechne mit gut CHF 120 für die Impfung allein, mehr mit ausführlicher Beratung. Das Zentrum für Reisemedizin der UZH nennt CHF 71 pro Dosis, zusätzlich zu Beratungs- und Injektionskosten. Die Preisliste des Swiss TPH in Basel (Stand 22. April 2026) schlüsselt das genau auf:

Posten am Swiss TPHPreis
Impfbuch-Check plus einzelne reisemedizinische Impfung (z. B. Gelbfieber)CHF 39.50
Impfstoff Gelbfieber, pro DosisCHF 70.10
Injektions- und Dokumentationsgebühr pro TerminCHF 15.00
Total für eine Gelbfieberimpfung ohne volle ReiseberatungCHF 124.60
Alternative: Reiseberatung Erwachsene statt Impfbuch-CheckCHF 77.50
Kosten der Gelbfieberimpfung am Swiss TPH Preisliste Swiss TPH, Stand 22. April 2026: Impfstoff CHF 70.10, Impfbuch-Check mit einzelner reisemedizinischer Impfung CHF 39.50, Injektions- und Dokumentationsgebuehr CHF 15.00, zusammen CHF 124.60. Was du für die Gelbfieberimpfung bezahlst (CHF) Swiss TPH Basel, Preisliste Stand 22. April 2026 Impfstoff 70.10 Impfbuch-Check 39.50 Injektion und Doku 15.00 Total 124.60
Quelle: Swiss TPH, Zentrum für Tropen- und Reisemedizin, Impfpreise, Stand 22.04.2026. Eigene Darstellung.

Und die Krankenkasse? Swiss TPH schreibt, dass Reiseimpfungen in der Regel nicht durch die obligatorische Krankenversicherung gedeckt sind. Manche Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil oder alles. Ein kurzer Blick in deine Police lohnt sich also, bevor du am Schalter mit Karte oder Twint bezahlst (bar geht am Swiss TPH laut Preisliste nicht).

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Wie lange gilt die Gelbfieberimpfung, und brauchst du eine Auffrischung?

Für die Einreise gilt das Zertifikat lebenslang. Die Weltgesundheitsversammlung hat die Internationalen Gesundheitsvorschriften 2014 geändert, seit dem 11. Juli 2016 gilt die Bescheinigung laut WHO für das ganze Leben der geimpften Person. Kein Land darf seither eine Auffrischung als Einreisebedingung verlangen.

Medizinisch sieht die Schweiz das etwas vorsichtiger. Die EKRM empfiehlt gesunden Personen laut healthytravel.ch und dem Zentrum für Reisemedizin der UZH eine einmalige Auffrischungsdosis zehn Jahre nach der ersten Impfung, höchstens zwei Dosen im Leben. Die WHO hält eine einzige Dosis für ausreichend. Beides stimmt nebeneinander: Das eine ist die Einreiseregel, das andere die Schweizer Empfehlung für deinen persönlichen Schutz. Hast du die Gelbfieberimpfung schon als Kind oder vor einer früheren Reise bekommen, nimm dein Impfbüchlein zur Beratung mit.

Gut zu wissen für danach: Nach einer Lebendimpfung wie Gelbfieber gilt für die Blutspende eine Wartezeit. Wie lange sie dauert und was nach der Rückkehr aus den Tropen sonst noch zählt, steht im Beitrag Blutspende nach dem Auslandspraktikum.

Wer sollte sich nicht gegen Gelbfieber impfen lassen?

Nicht jede und jeder darf die Gelbfieberimpfung bekommen, weil es eine Lebendimpfung ist. Die WHO nennt als Ausschlussgründe:

  • Säuglinge unter neun Monaten,
  • Schwangere (ausser bei Ausbrüchen),
  • Menschen mit schwerer Hühnereiweissallergie,
  • Menschen mit schwerer Immunschwäche oder Erkrankungen der Thymusdrüse.

Bei Personen über 60 Jahren soll laut WHO Nutzen und Risiko besonders sorgfältig abgewogen werden. healthytravel.ch rät Schwangeren, Stillenden und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, sich von einer Fachperson für Reisemedizin beraten zu lassen. Die üblichen Impfreaktionen sind laut UZH mild: Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber. Schwere Reaktionen sind sehr selten.

Darfst du nicht geimpft werden und musst trotzdem über ein Risikoland reisen? Dann stellt die Ärztin oder der Arzt eine medizinische Befreiung aus. Die WHO schreibt, dass solche Befreiungen ärztlich bescheinigt sein müssen.

Wie planst du die Gelbfieberimpfung vor dem Wahlstudienjahr?

Mit fünf Schritten bist du auf der sicheren Seite:

  1. Route festlegen. Notiere alle Umstiege mit Aufenthaltsdauer und alle Länder, die du vor und nach dem Praktikum besuchst.
  2. Termin bei einer bewilligten Stelle buchen. Such dir in der BAG-Liste eine Adresse in deinem Kanton und plane vier bis acht Wochen vor Abflug ein, zusammen mit den übrigen Reiseimpfungen und der Malariafrage.
  3. Impfbüchlein mitnehmen. Ohne Check deines bisherigen Impfschutzes impft zum Beispiel das Swiss TPH grundsätzlich nicht.
  4. Spätestens zehn Tage vor der Ankunft impfen. Die Impfung muss laut healthytravel.ch mindestens zehn Tage vor Ankunft im Zielland erfolgen und im internationalen gelben Impfausweis eingetragen sein.
  5. Zertifikat zum Pass legen. Das Original reist im Handgepäck mit, ein Foto auf dem Handy dient als Reserve.

Mückenschutz bleibt auch mit Impfung Pflicht, denn dieselben Aedes-Mücken übertragen Dengue. Was dagegen hilft, steht im Beitrag zu Dengue und Mückenschutz im Auslandspraktikum, und für Sansibar zusätzlich wichtig ist die Malariaprophylaxe im Auslandspraktikum.

Ein Hinweis zum Impfausweis: Welche Rolle der Impfpass vor einem Praktikum aus deutscher Sicht spielt, zeigt das deutsche Schwesterportal im Beitrag zum Impfpass im Auslandspraktikum. Die dort genannten Stellen und Kosten gelten für Deutschland, für dich gelten die Schweizer Impfstellen und Preise oben. Wie Studierende aus Österreich die Einreise nach Sansibar inklusive Gelbfieberregel planen, steht beim österreichischen Schwesterportal im Beitrag zum Visum für Sansibar; die dort genannten Behörden sind österreichische.

Dein Praktikum auf Sansibar, gut vorbereitet. travel4med organisiert deinen Platz im Gastspital auf Sansibar, in Sri Lanka, Nepal oder auf Bali, mit Unterkunft und Ansprechpersonen vor Ort. Ob Unterassistenz im Ausland im Wahlstudienjahr oder Praktikum in Krankenpflege: Schau dir den Standort Sansibar und unsere übrigen Standorte an und vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung. Wie sich die Monate im Ausland in dein Studium einfügen, erklärt unser Leitfaden zum klinischen Wahlstudienjahr im Ausland.

Häufige Fragen zur Gelbfieberimpfung

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Quellen

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Fact sheet "Yellow fever", 20.10.2025, abgerufen am 14.10.2026. who.int
  • WHO, International Travel and Health: "Vaccination requirements and recommendations for international travellers; and malaria situation per country", Ausgabe 18.11.2022 (revidiert 03.01.2023), Einträge Tansania, Nepal, Sri Lanka, Indonesien, Kenia, Äthiopien sowie Abschnitt zur Gültigkeit des Zertifikats, abgerufen am 14.10.2026. who.int
  • Bundesamt für Gesundheit (BAG): "Gelbfieber", abgerufen am 14.10.2026. bag.admin.ch
  • Bundesamt für Gesundheit (BAG): "Ärzte mit Bewilligung für Gelbfieberimpfung und Impfstellen für Reisende", Stand Juli 2026, abgerufen am 14.10.2026. bag.admin.ch (PDF)
  • Zentrum für Reisemedizin (ZRM), Universität Zürich: "Gelbfieber", abgerufen am 14.10.2026. reisemedizin.uzh.ch
  • healthytravel.ch (Schweizerische Expertenkommission für Reisemedizin): "Impfungen", Abschnitt Gelbfieber, abgerufen am 14.10.2026. healthytravel.ch
  • Swiss TPH, Zentrum für Tropen- und Reisemedizin: "Reiseimpfungen", abgerufen am 14.10.2026. travelmedicine.swisstph.ch
  • Swiss TPH, Zentrum für Tropen- und Reisemedizin: "Impfpreise", Stand 22.04.2026, abgerufen am 14.10.2026. travelmedicine.swisstph.ch (PDF)