
Reisedurchfall im Wahlstudienjahr: vorbeugen und handeln
Reisedurchfall in Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar: wie du vorbeugst, was im Ernstfall hilft und wann du zum Arzt musst. Jetzt Praktikum vorbereiten.

Nils-Andre Stritt
13. Oktober 2026

Die Gelbfieberimpfung ist eine einmalige Lebendimpfung gegen ein Virus, das Mücken in Afrika südlich der Sahara und in Lateinamerika übertragen. Für dein Praktikum auf Sansibar brauchst du sie bei einem Flug aus der Schweiz meist nicht. Pflicht wird der Nachweis erst, wenn du aus einem Gelbfieber-Risikoland einreist oder dort länger als zwölf Stunden umsteigst.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Das Profil findest du auf der Autorenseite von MUDr. Amandeep Grewal. Dieser Beitrag ersetzt keine reisemedizinische Beratung.
Die Gelbfieberimpfung ist eine Lebendimpfung mit einem abgeschwächten Virus. So beschreibt es healthytravel.ch, die Plattform der Schweizerischen Expertenkommission für Reisemedizin (EKRM). Eine Spritze, und dein Körper baut Schutz gegen das Gelbfiebervirus auf.
Gelbfieber selbst ist keine harmlose Reisekrankheit. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickeln rund 15 Prozent der Infizierten einen schweren Verlauf mit Gelbsucht, Blutungen und Organversagen, und etwa die Hälfte davon stirbt innert sieben bis zehn Tagen. Übertragen wird das Virus von tagaktiven Aedes-Mücken, also derselben Mückengattung, die auch Dengue überträgt.
Wie gut wirkt die Impfung? Sehr gut. Die WHO schreibt, dass 80 bis 100 Prozent der Geimpften innert zehn Tagen Immunität aufbauen, nach 30 Tagen sind es über 99 Prozent. In der Schweiz selbst ist Gelbfieber extrem selten: Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) wurde die Krankheit in den vergangenen Jahren nur einmal bei einem Reiserückkehrer diagnostiziert.

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Bei einem Flug aus der Schweiz in aller Regel nicht. Laut der WHO-Länderliste zu Impfvorschriften verlangt Tansania, zu dem Sansibar gehört, den Gelbfieber-Nachweis ab einem Jahr nur von Reisenden, die aus einem Land mit Gelbfieber-Übertragungsrisiko kommen, und von allen, die mehr als zwölf Stunden auf einem Flughafen eines solchen Landes umgestiegen sind. Eine generelle Impfempfehlung der WHO für Tansania gibt es nicht.
Das deckt sich mit dem, was wir im Beitrag zum Visum für Sansibar zur Auskunft der tansanischen Vertretung in Genf geschrieben haben. Und für Asien? Das Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich hält fest: Für Europa und Asien ist keine Gelbfieberimpfung notwendig. Nepal, Sri Lanka und Indonesien verlangen den Nachweis trotzdem, sobald du aus einem Risikoland kommst. So sieht das für alle vier travel4med-Standorte aus:
| Standort | Nachweis verlangt bei Einreise ... | Stand der Angabe (WHO) |
|---|---|---|
| Sansibar (Tansania) | aus einem Risikoland oder nach mehr als 12 Stunden Transit dort, ab 1 Jahr | 2020 |
| Pokhara (Nepal) | aus einem Risikoland oder nach mehr als 12 Stunden Transit dort, ab 9 Monaten | 2022 |
| Galle (Sri Lanka) | aus einem Risikoland oder nach mehr als 12 Stunden Transit dort, ab 9 Monaten | 2021 |
| Bali (Indonesien) | aus einem Risikoland, ab 9 Monaten | 2022 |
Die Jahreszahl zeigt, wann das jeweilige Land seine Angaben zuletzt an die WHO gemeldet hat. Länder können ihre Regeln jederzeit ändern, darum betont die WHO selbst, dass du vor der Abreise bei der Botschaft oder dem Konsulat nachfragen sollst. Weitere Pflichten für Sansibar, etwa die obligatorische Einreiseversicherung, findest du im Beitrag zur Pflichtversicherung für Sansibar und Tansania.
Sobald die Route über ein Risikoland führt. Kenia und Äthiopien gehören laut WHO-Länderliste zu den Ländern, für die die WHO Reisenden die Gelbfieberimpfung empfiehlt (mit regionalen Ausnahmen). Beide liegen auf typischen Wegen nach Ostafrika, etwa mit Umstieg in Nairobi oder Addis Abeba.
Drei Fälle solltest du kennen:
Ein Fall wird oft vergessen: der Wechsel zwischen zwei Standorten. Wer im Wahlstudienjahr erst nach Sansibar und dann nach Sri Lanka oder Nepal geht, sollte die Route in der Reiseberatung offen auf den Tisch legen. Tansania steht in der WHO-Liste ohne Impfempfehlung, die Einschätzung für deine konkrete Kombination gehört aber in die Hände einer Fachstelle. Der Nachweis gilt nur, wenn die Impfung mindestens zehn Tage vor der Ankunft gemacht wurde.

Nur bei einer bewilligten Stelle. Das BAG schreibt, dass die Gelbfieberimpfung grundsätzlich nur Ärztinnen und Ärzte sowie Zentren mit einer offiziellen Bewilligung machen dürfen. Deine Hausärztin kann also nicht einfach eine Dose aus dem Kühlschrank holen.
Welche Stellen in deinem Kanton bewilligt sind, steht in der Liste des BAG "Ärzte mit Bewilligung für Gelbfieberimpfung und Impfstellen für Reisende" (Stand Juli 2026). Sie ist nach Kantonen geordnet und nennt unter anderem das Swiss TPH in Basel und das Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich. Für Elena in Bern, Noemi in Basel und Sarah in Zürich heisst das: Es gibt in allen drei Kantonen bewilligte Adressen, aber nicht an jeder Ecke.
Plane den Termin am besten zusammen mit den übrigen Reiseimpfungen. Swiss TPH empfiehlt, die Reiseberatung vier bis acht Wochen vor der Abreise zu machen, weil manche Impfungen mehrere Dosen brauchen. Welche Fachleute sich in der Schweiz beruflich mit Infektionen und Reisemedizin beschäftigen, erklärt unser Schwesterportal im Beitrag Was macht ein Infektologe?
Rechne mit gut CHF 120 für die Impfung allein, mehr mit ausführlicher Beratung. Das Zentrum für Reisemedizin der UZH nennt CHF 71 pro Dosis, zusätzlich zu Beratungs- und Injektionskosten. Die Preisliste des Swiss TPH in Basel (Stand 22. April 2026) schlüsselt das genau auf:
| Posten am Swiss TPH | Preis |
|---|---|
| Impfbuch-Check plus einzelne reisemedizinische Impfung (z. B. Gelbfieber) | CHF 39.50 |
| Impfstoff Gelbfieber, pro Dosis | CHF 70.10 |
| Injektions- und Dokumentationsgebühr pro Termin | CHF 15.00 |
| Total für eine Gelbfieberimpfung ohne volle Reiseberatung | CHF 124.60 |
| Alternative: Reiseberatung Erwachsene statt Impfbuch-Check | CHF 77.50 |
Und die Krankenkasse? Swiss TPH schreibt, dass Reiseimpfungen in der Regel nicht durch die obligatorische Krankenversicherung gedeckt sind. Manche Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil oder alles. Ein kurzer Blick in deine Police lohnt sich also, bevor du am Schalter mit Karte oder Twint bezahlst (bar geht am Swiss TPH laut Preisliste nicht).

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Für die Einreise gilt das Zertifikat lebenslang. Die Weltgesundheitsversammlung hat die Internationalen Gesundheitsvorschriften 2014 geändert, seit dem 11. Juli 2016 gilt die Bescheinigung laut WHO für das ganze Leben der geimpften Person. Kein Land darf seither eine Auffrischung als Einreisebedingung verlangen.
Medizinisch sieht die Schweiz das etwas vorsichtiger. Die EKRM empfiehlt gesunden Personen laut healthytravel.ch und dem Zentrum für Reisemedizin der UZH eine einmalige Auffrischungsdosis zehn Jahre nach der ersten Impfung, höchstens zwei Dosen im Leben. Die WHO hält eine einzige Dosis für ausreichend. Beides stimmt nebeneinander: Das eine ist die Einreiseregel, das andere die Schweizer Empfehlung für deinen persönlichen Schutz. Hast du die Gelbfieberimpfung schon als Kind oder vor einer früheren Reise bekommen, nimm dein Impfbüchlein zur Beratung mit.
Gut zu wissen für danach: Nach einer Lebendimpfung wie Gelbfieber gilt für die Blutspende eine Wartezeit. Wie lange sie dauert und was nach der Rückkehr aus den Tropen sonst noch zählt, steht im Beitrag Blutspende nach dem Auslandspraktikum.
Nicht jede und jeder darf die Gelbfieberimpfung bekommen, weil es eine Lebendimpfung ist. Die WHO nennt als Ausschlussgründe:
Bei Personen über 60 Jahren soll laut WHO Nutzen und Risiko besonders sorgfältig abgewogen werden. healthytravel.ch rät Schwangeren, Stillenden und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, sich von einer Fachperson für Reisemedizin beraten zu lassen. Die üblichen Impfreaktionen sind laut UZH mild: Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber. Schwere Reaktionen sind sehr selten.
Darfst du nicht geimpft werden und musst trotzdem über ein Risikoland reisen? Dann stellt die Ärztin oder der Arzt eine medizinische Befreiung aus. Die WHO schreibt, dass solche Befreiungen ärztlich bescheinigt sein müssen.
Mit fünf Schritten bist du auf der sicheren Seite:
Mückenschutz bleibt auch mit Impfung Pflicht, denn dieselben Aedes-Mücken übertragen Dengue. Was dagegen hilft, steht im Beitrag zu Dengue und Mückenschutz im Auslandspraktikum, und für Sansibar zusätzlich wichtig ist die Malariaprophylaxe im Auslandspraktikum.
Ein Hinweis zum Impfausweis: Welche Rolle der Impfpass vor einem Praktikum aus deutscher Sicht spielt, zeigt das deutsche Schwesterportal im Beitrag zum Impfpass im Auslandspraktikum. Die dort genannten Stellen und Kosten gelten für Deutschland, für dich gelten die Schweizer Impfstellen und Preise oben. Wie Studierende aus Österreich die Einreise nach Sansibar inklusive Gelbfieberregel planen, steht beim österreichischen Schwesterportal im Beitrag zum Visum für Sansibar; die dort genannten Behörden sind österreichische.
Dein Praktikum auf Sansibar, gut vorbereitet. travel4med organisiert deinen Platz im Gastspital auf Sansibar, in Sri Lanka, Nepal oder auf Bali, mit Unterkunft und Ansprechpersonen vor Ort. Ob Unterassistenz im Ausland im Wahlstudienjahr oder Praktikum in Krankenpflege: Schau dir den Standort Sansibar und unsere übrigen Standorte an und vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung. Wie sich die Monate im Ausland in dein Studium einfügen, erklärt unser Leitfaden zum klinischen Wahlstudienjahr im Ausland.

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