
Unfallversicherung im Auslandspraktikum: 31-Tage-Regel
Unfallversicherung im Auslandspraktikum: Die UVG-Deckung endet 31 Tage nach dem letzten Lohn. So schliesst du die Lücke mit Abredeversicherung und KVG.

MUDr. Andreas Zehetner
23. September 2026

Gute Handhygiene ist die wirksamste Einzelmassnahme, die du in einem Gastspital überhaupt umsetzen kannst, und sie kostet dich pro Anwendung 20 bis 30 Sekunden. Die Weltgesundheitsorganisation hält fest: Von 100 Patientinnen und Patienten in Akutspitälern holen sich sieben in Ländern mit hohem Einkommen und 15 in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen mindestens eine healthcare-assoziierte Infektion, und 70 Prozent dieser Infektionen wären mit guter Handhygiene und anderen günstigen Massnahmen vermeidbar. Am 15. Oktober 2026 ist Global Handwashing Day. Ein guter Termin, um deine Routine vor der Abreise nach Galle, Pokhara, Bali oder Sansibar sauber aufzusetzen.
Handhygiene ist die gezielte Reinigung oder Desinfektion der Hände zu definierten Zeitpunkten, um Krankheitserreger nicht von einem Menschen zum nächsten zu tragen. Das klingt banal. Es ist trotzdem der Punkt, an dem im Stationsalltag am häufigsten gepfuscht wird, weil zwischen zwei Betten nur wenige Sekunden liegen und niemand zuschaut.
Die Zahlen dahinter sind eindeutig. Im ersten globalen Bericht zur Infektionsprävention und -kontrolle vom 6. Mai 2022 schreibt die WHO: «Out of every 100 patients in acute-care hospitals, seven patients in high-income countries and 15 patients in low- and middle-income countries will acquire at least one health care-associated infection (HAI) during their hospital stay.» Im Schnitt stirbt eine von zehn betroffenen Personen an dieser Infektion. Und: Wo Handhygiene und andere günstige Verfahren konsequent angewendet werden, liessen sich 70 Prozent dieser Infektionen verhindern.
Für dich als Unterassistentin oder Praktikant heisst das zweierlei. Du schützt Patientinnen und Patienten, die oft schwächer sind als jene, die du aus dem Universitätsspital in Bern, Basel oder Zürich kennst. Und du schützt dich selbst, weil du am Ende des Tages mit denselben Händen isst.

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Fünf, und sie sind seit 2009 unverändert. Das Konzept heisst «My 5 Moments for Hand Hygiene» und stammt aus den WHO-Leitlinien zur Handhygiene im Gesundheitswesen. Swissnoso, das nationale Zentrum für Infektionsprävention, nutzt genau dieses Modell als Grundlage für die Schweizer Messungen. Du triffst also im Gastspital auf dieselbe Systematik wie in Bern oder Basel, auch wenn dort niemand ein Plakat aufgehängt hat.
| Moment | Wann genau | Warum |
|---|---|---|
| 1. Vor Patientenkontakt | Wenn du dich der Patientin oder dem Patienten näherst, bevor du berührst | Schützt die Person vor Keimen auf deinen Händen |
| 2. Vor aseptischer Tätigkeit | Unmittelbar bevor du eine saubere oder aseptische Tätigkeit beginnst | Schützt vor dem Eindringen von Keimen, auch der eigenen |
| 3. Nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten | Sofort nach einem Expositionsrisiko, auch nach dem Ausziehen der Handschuhe | Schützt dich und das Umfeld vor Keimen der Patientin |
| 4. Nach Patientenkontakt | Nach der Berührung, wenn du den Bettplatz verlässt | Schützt dich und das Umfeld |
| 5. Nach Kontakt mit der Umgebung | Nach dem Berühren von Möbeln oder Geräten am Bett, auch ohne Patientenkontakt | Schützt dich und das Umfeld |
Punkt drei ist der, den Studierende am häufigsten übersehen. Handschuhe ersetzen die Handhygiene nicht. Die WHO schreibt ausdrücklich «and after glove removal», also nach dem Ausziehen. Beim Abstreifen kommt fast immer etwas an die Haut, und Latex hat Mikroperforationen, die du nicht siehst.

20 bis 30 Sekunden mit alkoholischem Händedesinfektionsmittel, 40 bis 60 Sekunden mit Wasser und Seife. Beide Zeiten stehen auf den beiden WHO-Postern «How to handrub» und «How to handwash». Auf dem ersten steht als Überschrift «Rub hands for hand hygiene! Wash hands when visibly soiled», auf dem zweiten die Umkehrung. Die Reihenfolge ist also klar: Desinfizieren ist die Regel, Waschen die Ausnahme für sichtbaren Schmutz.
| Verfahren | Dauer laut WHO | Wann |
|---|---|---|
| Alkoholische Händedesinfektion | 20 bis 30 Sekunden | Standard bei allen fünf Momenten |
| Waschen mit Wasser und Seife | 40 bis 60 Sekunden | Bei sichtbarer Verschmutzung |
In der Praxis scheitert es selten am Wissen, sondern an der Uhr. Zähl beim ersten Mal wirklich mit. Die meisten hören nach zehn Sekunden auf, weil sich die Hände trocken anfühlen. Erst wenn das Mittel verdunstet ist, ist der Vorgang fertig, und genau dafür brauchst du die richtige Menge: eine gefüllte Handfläche, nicht ein Tröpfchen.
Besser als im europäischen Mittel, aber nicht gut genug. Das Bundesamt für Gesundheit und Swissnoso messen die Lage jedes Jahr an einem Stichtag. In der nationalen Punktprävalenz-Erhebung 2025 wurde «bei 648 von 12'265 Patientinnen und Patienten mindestens eine healthcare-assoziierte Infektion festgestellt, was einer Gesamtprävalenz von 5,3 % entspricht», erhoben in 97 Spitälern. Ein Jahr zuvor lag der Wert bei 5,7 Prozent, gemessen an 12'414 Patientinnen und Patienten in 103 Spitälern.
Swissnoso rechnet die Jahresperspektive dazu: Jährlich erkranken zwischen 7 und 8 Prozent der hospitalisierten Personen an einer healthcare-assoziierten Infektion, was etwa 70'000 Krankheitsfällen und 2'000 Todesfällen pro Jahr in der Schweiz entspricht. Je nach Lokalisation liessen sich bis zu 50 Prozent davon durch gezielte Prävention verhindern.
Wie weit Handhygiene tragen kann, zeigt eine Schweizer Kampagne: 2005/06 führte Swissnoso eine nationale Händehygiene-Kampagne durch, «welche die Adhärenz von 54% auf 68% verbesserte». Zwei von drei Gelegenheiten statt einer von zwei. Das ist der realistische Rahmen, in dem du dich bewegst, auch zu Hause.
Nicht die Regel, sondern die Infrastruktur. Die fünf Momente gelten überall gleich. Was sich unterscheidet, ist die Frage, ob an diesem Bett überhaupt ein funktionierender Spender hängt. WHO und UNICEF berichteten am 30. August 2022, dass weltweit nur 51 Prozent der Gesundheitseinrichtungen die Kriterien für eine Basis-Hygieneversorgung erfüllten, dass 688 Millionen Menschen in Einrichtungen ganz ohne Hygieneversorgung behandelt werden und dass jede elfte Einrichtung weder Hygiene- noch Sanitärversorgung hat.
Praktisch heisst das: Geh davon aus, dass du deine eigene Handhygiene mitbringst. Eine kleine Flasche alkoholisches Desinfektionsmittel in der Kitteltasche löst das Problem für deinen Arbeitstag. Was sonst noch in die Tasche gehört, steht in der Packliste fürs Auslandspraktikum. Und weil Handhygiene nur eine Schicht des Schutzes ist, gehören die Impfungen dazu: die Reiseimpfungen fürs Wahlstudienjahr und der Ablauf bei einer Nadelstichverletzung im Ausland sind die beiden Ratgeber, die du vor der Abreise gelesen haben solltest.


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Am 15. Oktober läuft weltweit ein Aktionstag zum Händewaschen. Die Global Handwashing Partnership beschreibt ihn so: «October 15 is Global Handwashing Day, a global advocacy day dedicated to increasing awareness and understanding about the importance of handwashing with soap as an effective and affordable way to prevent diseases and save lives.» Das mehrjährige Motto lautet «Be a Handwashing Hero!».
Der Tag zielt auf Schulen, Gemeinden und Haushalte, nicht auf den Operationssaal. Für den klinischen Bereich hat die WHO einen eigenen Termin, den World Hand Hygiene Day am 5. Mai. Für dich ist der Oktobertermin trotzdem nützlich: Er fällt genau in die Wochen, in denen die Januar-Kohorte ihre Vorbereitung aufsetzt. Nutz ihn als Stichtag, um deine eigene Routine einmal bewusst durchzugehen, bevor sie im Stationsalltag automatisch läuft.
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Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Die Autorenseite mit Profil findest du unter MUDr. Amandeep Grewal.
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