
Arbeitszeugnis nach dem Auslandspraktikum: der Fahrplan
Arbeitszeugnis nach dem Auslandspraktikum: Was Art. 330a OR regelt, was im Gastspital wirklich gilt und wie du dein Zeugnis noch vor der Heimreise sicherst.

Celina Köhsl
24. August 2026

Die Malariaprophylaxe ist die regelmässige, vorbeugende Einnahme eines Medikaments, damit aus einer Infektion mit Malariaparasiten keine Erkrankung wird. Ob du sie für dein Auslandspraktikum brauchst, hängt nicht am Landesnamen, sondern an der Region, an der Reisezeit und an deinem Reisestil. Die Kurzantwort für die vier travel4med-Standorte: Auf Sansibar ist eine Malariaprophylaxe das wahrscheinlichste Szenario, für Sri Lanka nicht, und in Nepal wie auf Bali entscheidet die Region. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt, das vier bis sechs Wochen vor Abreise ärztlich abzuklären.
Geschrieben von MUDr. Andreas Zehetner, der Schweizer Medizin- und Pflegestudierende bei der reisemedizinischen Vorbereitung von Famulatur, Unterassistenz und Pflegepraktikum in den Tropen begleitet.
Malariaprophylaxe heisst: Du nimmst nach einem festen Schema ein Medikament ein, das im Blut einen Wirkstoffspiegel aufbaut. Kommt es zu einer Infektion, verhindert dieser Spiegel, dass sich daraus eine Krankheit entwickelt. Das BAG hält dazu klar fest, dass es gegen Malaria keine Impfung für Reisende gibt und je nach Ziel entweder vorbeugende Medikamente eingenommen oder Medikamente für den Notfall mitgeführt werden.
Wichtig ist die Grenze dieser Methode. Auch eine konsequent eingenommene Malariaprophylaxe bietet laut EKRM keinen hundertprozentigen Schutz, sie senkt das Erkrankungsrisiko aber erheblich. Deshalb bleibt der zweite Teil gleich wichtig: Anopheles-Mücken stechen laut BAG abends und nachts, und genau in diesem Zeitfenster schützt du dich mit Kleidung, Netz und Repellens.
Und die Krankheit selbst? Malaria zeigt sich laut BAG mit über 38 Grad Celsius Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, manchmal mit Erbrechen und Durchfall. Zwischen Stich und ersten Symptomen liegen sechs Tage bis mehrere Jahre. Klingt harmlos, ist es nicht: Eine unbehandelte Infektion mit Plasmodium falciparum kann laut WHO innerhalb von 24 Stunden schwer verlaufen und tödlich enden.

Sichere dir jetzt deinen Platz für dein Praktikum im Ausland.
Gross, aber sehr ungleich verteilt. Für 2024 schätzt die Weltgesundheitsorganisation 282 Millionen Malariafälle und 610'000 Todesfälle in 80 Ländern. Rund 95 Prozent der Fälle, also etwa 265 Millionen, und rund 95 Prozent der Todesfälle, also etwa 579'000, entfielen auf die WHO-Region Afrika. Kinder unter fünf Jahren machten dort etwa 75 Prozent aller Malaria-Todesfälle aus.
Für dich zählt die Zahl hinter der Zahl: Wo du im Land bist, ist wichtiger als das Land. Das EKRM hält fest, dass die Fallzahlen innerhalb eines Landes stark schwanken können, und passt die Empfehlungen pro Region an. In Asien werden laut EKRM die meisten Fälle in Indien und Indonesien registriert.
Das entscheidet eine Einteilung in vier Risikostufen. Das EKRM hat sie 2019 gemeinsam mit dem deutschen Ständigen Ausschuss für Reisemedizin überarbeitet und im BAG-Bulletin veröffentlicht. Grundlage sind die dokumentierten importierten Fälle bei Reisenden aus der Schweiz, Deutschland und Österreich pro Jahr sowie die Fälle in der einheimischen Bevölkerung.
| Malariarisiko | Strategie | Importierte Fälle pro Jahr | Fälle in der Bevölkerung pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Hoch | Mückenschutz und medikamentöse Prophylaxe (P) | über 10 pro 100'000 | über 10 pro 1'000 |
| Gering | Mückenschutz, in Risikosituationen zusätzlich ein Notfallmedikament (T*) | über 1 bis 10 pro 100'000 | über 1 bis 10 pro 1'000 |
| Minimal | nur Mückenschutz (M) | 1 oder weniger pro 100'000 | 1 oder weniger pro 1'000 |
| Kein | keine Malariamassnahmen nötig | keine Angabe | 0 Fälle in den letzten drei Jahren |
Quelle: BAG und EKRM, BAG-Bulletin 30 vom 22. Juli 2019, Tabelle 1, adaptiert nach der Richtlinie von 2016.
Eine Malariaprophylaxe ist also die Ausnahme für Hochrisikoregionen, nicht die Standardlösung für jede Tropenreise. Das EKRM nennt dafür ein Lehrbeispiel: In Kambodscha gilt je nach Landesregion entweder nur Mückenschutz, das Notfallmedikament für Risikopersonen oder eine volle Prophylaxe. Deshalb funktioniert kein pauschaler Rat aus dem Internet, auch dieser hier nicht.
Zur Höhe noch ein Detail, das für Nepal zählt: Oberhalb von 1'500 Metern über Meer ist die Gefahr laut BAG und EKRM geringer, Übertragungen sind aber fast bis 3'000 Meter möglich.
Für jedes Ziel gilt eine eigene Ausgangslage. Die folgende Übersicht sagt bewusst nicht, welche Strategie am Ende auf deinem Rezept steht, sondern was die offiziellen Quellen hergeben und wo du nachschauen musst.
| Standort | Was die offiziellen Quellen sagen | Was das für dich heisst |
|---|---|---|
| Sri Lanka | Von der WHO 2016 als malariafrei zertifiziert (WHO, 04.12.2025) | Prophylaxe kein Thema, Mückenschutz wegen Dengue schon |
| Nepal, Pokhara | Regionale Unterschiede sind laut EKRM die Regel, oberhalb von 1'500 Metern ist das Risiko laut BAG geringer | Einstufung für Standort und Nebenreisen abklären |
| Bali, Indonesien | In Asien werden laut EKRM die meisten Fälle in Indien und Indonesien registriert, mit starken Unterschieden im Land | Nicht «Indonesien» beurteilen lassen, sondern deine Region |
| Sansibar, Tansania | Tansania liegt in der WHO-Region Afrika, auf die 2024 rund 95 Prozent aller Fälle und Todesfälle entfielen (WHO, 04.12.2025) | Prophylaxe-Empfehlung am wahrscheinlichsten, Beratung zwingend |
Die verbindlichen, länderspezifischen Empfehlungen des EKRM stehen seit dem 18. Juli 2022 auf healthytravel.ch, der vom BAG unterstützten Schweizer Referenzseite für Reisemedizin. Welche Impfungen dazugehören, steht im Ratgeber zu Reiseimpfungen fürs Wahlstudienjahr.
Für Hochrisikogebiete nennt die Richtlinie von BAG und EKRM in erster Linie Atovaquon mit Proguanil, Mefloquin oder Doxycyclin als Monohydrat-Präparat. Für die notfallmässige Selbstbehandlung werden Atovaquon mit Proguanil oder Artemether mit Lumefantrin empfohlen. Mefloquin sei wegen seines ungünstigen Nebenwirkungsprofils nur selten angezeigt.
Dosierungen stehen hier absichtlich nicht. Sie gehören ins Gespräch mit einer Fachperson, die deine Vorerkrankungen, deine Dauermedikation und deine Reisedauer kennt. Was du aber wissen solltest: Laut WHO müssen einzelne Prophylaxe-Medikamente zwei bis drei Wochen vor der Abreise begonnen und nach der letzten möglichen Exposition noch vier Wochen weitergenommen werden, weil Parasiten in dieser Zeit noch aus der Leber auftauchen können.
Zwei Warnungen des BAG solltest du dir merken. Erstens: Kaufe keine Malariamedikamente im Zielland, denn Fälschungen ohne oder mit zu wenig Wirkstoff sind in zahlreichen Ländern verbreitet. Zweitens: Homöopathische Präparate zur Prophylaxe sind wirkungslos, und darauf zu vertrauen kann lebensgefährlich sein.

Fordere kostenlos und unverbindlich alle wichtigen Infos an.
Seit 2019 gilt sie deutlich zurückhaltender. Früher wurde in Gebieten mit geringem oder mittlerem Risiko generell empfohlen, ein Notfallmedikament mitzunehmen. Neu empfiehlt das EKRM das nur noch in speziellen Risikosituationen, nämlich wenn du eine medizinische Versorgung mit Malariadiagnostik und Therapie nicht innerhalb von 48 Stunden erreichen kannst.
Der Grund ist praktisch: Die medizinische Infrastruktur hat sich in vielen Ländern verbessert, und mehrere Studien zeigten, dass Fieber selten wirklich Malaria war und die Selbstbehandlung oft nicht korrekt umgesetzt wurde. Für dich ist das meist eine gute Nachricht, denn du arbeitest ja in einem Spital und hast Diagnostik in Reichweite. Kritisch wird es erst, wenn du nach dem Praktikum weiterreist, etwa auf einen Trek in Nepal.
Die harte Regel bleibt: Fieber über 37,5 Grad Celsius axillär gemessen heisst laut BAG und EKRM, dass eine Ärztin oder ein Arzt eine Malaria per Blutuntersuchung ausschliessen muss.
In dieser Reihenfolge, und zwar früh. Wenn dein Praktikum im Oktober oder November startet, ist Ende August genau der richtige Moment, weil das BAG die Beratung vier bis sechs Wochen vor Abreise empfiehlt und einzelne Medikamente laut WHO schon zwei bis drei Wochen vorher beginnen.
Weil kein Medikament vollständig schützt. Das EKRM formuliert das nüchtern: Auch eine konsequent eingehaltene Malariaprophylaxe bietet keinen hundertprozentigen Schutz, senkt das Erkrankungsrisiko aber erheblich. Der Mückenschutz ist deshalb keine Ergänzung, sondern die zweite Hälfte derselben Massnahme.
Konkret empfiehlt das BAG das Schlafen unter einem imprägnierten Moskitonetz, langärmlige und eher helle Kleidung samt Socken sowie Mückenspray. Bei den Repellentien haben laut BAG und EKRM DEET in einer Konzentration von 20 bis 50 Prozent und Icaridin die längste Wirkungsdauer. Die WHO nennt zusätzlich IR3535 sowie Fliegengitter und Verdampfer.
Der Nebeneffekt ist gross: Dieselben Massnahmen schützen dich auch gegen Dengue, und diese Mücken stechen tagsüber. Wie du beides kombinierst, steht im Beitrag zu Dengue und Mückenschutz.
Hier hat die Schweizer Richtlinie eine bewusste Lücke. Die Empfehlungen von BAG und EKRM gelten laut Dokument «generell für Kurzzeitaufenthalte bis rund drei Monate», und für Langzeitaufenthalte ist immer eine spezielle Beratung durchzuführen. Genau das trifft viele Schweizer Studierende: Ein Wahlstudienjahr umfasst mehrere Monate Unterassistenz, und wer zwei Blöcke am gleichen tropischen Standort hängt, ist schnell über der Drei-Monats-Marke.
Sag das im Beratungsgespräch aktiv. Eine mehrmonatige Einnahme wirft andere Fragen auf als eine vierwöchige Famulatur: Verträglichkeit über die Zeit, Nachschub im Zielland und die Frage, ob die Region über deinen gesamten Zeitraum gleich eingestuft bleibt. Wie das Wahlstudienjahr aufgebaut ist, erklärt unser Überblick zum klinischen Wahlstudienjahr im Ausland.
Was Beratung, Impfungen und Medikamente kosten und was davon deine Krankenkasse übernimmt, klärst du direkt bei der Beratungsstelle und deiner Kasse. Welche Police im Ausland greift, steht im Ratgeber zur Auslandskrankenversicherung fürs Praktikum, die Sonderregeln für Tansania im Beitrag zur Pflichtversicherung für Sansibar.

Sofort zur Ärztin oder zum Arzt, und die Reise erwähnen. Rund 90 Prozent der Malariafälle brechen laut BAG und EKRM erst nach der Rückkehr aus dem Endemiegebiet aus, die meisten davon in den ersten zwei Monaten. In der Schweiz werden jährlich 150 bis 450 importierte Fälle gemeldet, und 80 Prozent der Erkrankungen gehen auf Plasmodium falciparum aus Afrika zurück.
Wie viele davon auf Reisende zurückgehen, zeigt die Auswertung des EKRM für die Jahre 2014 bis 2018:
Die Ansteckung ist übrigens kein Berufsrisiko im Spital: Malaria wird laut WHO durch Anopheles-Mücken übertragen, Blutübertragungen und kontaminierte Nadeln sind die seltene Ausnahme. Was du bei einer Verletzung im Spital sofort tun musst, steht in unserem Beitrag zur Nadelstichverletzung im Ausland.
Du planst gerade dein Praktikum an einem der vier Standorte? travel4med organisiert Famulatur, Pflegepraktikum, Unterassistenz und Hospitation auf Sri Lanka, in Nepal, auf Bali und Sansibar, inklusive Vorbereitung auf Fragen wie die Malariaprophylaxe. Buch dir jetzt eine kostenlose Beratung.
Fachlich geprüft von MUDr. Andreas Zehetner, der die reisemedizinischen Angaben zur Malariaprophylaxe an allen vier travel4med-Standorten gegen die aktuellen Empfehlungen von BAG und EKRM abgleicht. Dieser Text ersetzt keine persönliche reisemedizinische Beratung. Lass deinen Schutz vor jeder Tropenreise individuell ärztlich abklären.
ANDERE BLOGS

Arbeitszeugnis nach dem Auslandspraktikum: Was Art. 330a OR regelt, was im Gastspital wirklich gilt und wie du dein Zeugnis noch vor der Heimreise sicherst.

Celina Köhsl
24. August 2026

Tuberkulose im Auslandspraktikum: Warum der wichtigste Test vor dem Abflug liegt, was der Schweizer Leitfaden verlangt und wie du dich im Spital schützt.

Nils-Andre Stritt
21. August 2026

Trekking in Nepal nach dem Praktikum: So planst du Aufstieg, Akklimatisation und Notfallplan gegen die Höhenkrankheit. Bereite dich jetzt richtig darauf vor.

Nils-Andre Stritt
19. August 2026