
Reisemedizinische Beratung vor dem Auslandspraktikum
Reisemedizinische Beratung vor dem Auslandspraktikum: wann du buchst, was sie in der Schweiz kostet, was die Kasse zahlt und was du mitbringst. Jetzt planen.

Nils-Andre Stritt
15. Oktober 2026

Was ist eine Famulatur in Nepal für dich als Schweizer Medizin- oder Pflegestudierende beziehungsweise -studierender? Es ist die Chance, klinische Erfahrung in einem ressourcenbewussten Gesundheitssystem am Fuss des Himalaya zu sammeln. Nepal ist einer der Standorte, an denen travel4med klinische Auslandspraktika organisiert – neben Sri Lanka, Bali und Sansibar. Dieser Guide bündelt, was du für die Planung wirklich brauchst: welche Kliniken in Kathmandu und Pokhara infrage kommen, wie es mit der Anerkennung in der Schweiz, dem Visum und der aktuellen Lage vor Ort aussieht, welchen Impf- und Malariaschutz du brauchst und mit welchen Kosten in CHF du rechnen solltest.
Alle Details zu Ablauf und Betreuung findest du auf unserer Standort-Seite Nepal. Dieser Beitrag ergänzt sie um Hintergrund, Quellen und Planungshilfe.
Eine Famulatur in Nepal lohnt sich vor allem wegen der medizinischen Bandbreite. Im Klinikalltag begegnest du Krankheitsbildern, die dir im Schweizer Spitalalltag kaum begegnen: fortgeschrittene Infektionskrankheiten, Tuberkulose, Denguefieber sowie die Folgen von Verkehrs- und Bergunfällen. Weil Ressourcen knapper sind als in Schweizer Spitälern, lernst du, dich stärker auf Anamnese und körperliche Untersuchung zu verlassen – eine Erfahrung, die viele Studierende als prägend beschreiben.
Dazu kommt der sprachliche Rahmen: Amtssprache ist Nepali, im universitären und klinischen Umfeld wird jedoch überwiegend Englisch gesprochen, weil die medizinische Ausbildung in Nepal auf Englisch stattfindet. Für den direkten Patientenkontakt helfen ein paar Grundbegriffe auf Nepali. Wie andere Studierende ihren Einsatz erlebt haben, zeigen unsere Erfahrungsberichte.
Nepals medizinische Ausbildung stützt sich auf ein Netz universitärer Lehrkrankenhäuser. Zwei besonders etablierte Adressen zeigen die Bandbreite: das Dhulikhel Hospital östlich von Kathmandu und das Manipal Teaching Hospital in Pokhara.
Das Dhulikhel Hospital ist ein unabhängiges, gemeinnütziges Krankenhaus und zugleich Universitätsklinikum der Kathmandu University; gemeinsam mit ihr betreibt es die Kathmandu University School of Medical Sciences. Es verfügt nach öffentlich zugänglichen Angaben über rund 475 Betten und nimmt jährlich mehr als 200 internationale Elective-Studierende auf, vor allem aus einkommensstarken Ländern (Dhulikhel Hospital, International Students, abgerufen 2026). Das Manipal Teaching Hospital in Pokhara nahm 1998 mit rund 750 Betten den Betrieb auf und ist Lehrkrankenhaus der Manipal College of Medical Sciences, die der Kathmandu University angegliedert ist (Manipal Teaching Hospital, abgerufen 2026).
Welche Klinik und welche Fachabteilung für dich konkret infrage kommt, stimmen wir individuell mit dir ab – Details dazu auf unserer Standort-Seite Nepal.

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In Nepal sind grundsätzlich mehrere Praktikumsformen möglich. Welche für dich passt, hängt davon ab, wo du im Studium stehst:
Den Begriff «Famulatur» verwenden wir hier bewusst als informelle, in der Schweiz nicht rechtsverbindliche Bezeichnung: Anders als in Deutschland gibt es kein nationales Landesprüfungsamt und keine fest vorgeschriebene Monatszahl. Was zählt, entscheidet immer deine eigene Fakultät.
Das ist die wichtigste Frage – und die Antwort lautet: Das entscheidet ausschliesslich deine Fakultät oder Fachhochschule, nicht travel4med und nicht die Klinik vor Ort. Das Medizinalberufegesetz (MedBG) legt nur allgemeine Ausbildungsziele fest; die praktischen Teile regelt jede Universität selbst. Kläre deshalb immer schriftlich und vorab mit deinem Studiendekanat, ob und in welchem Umfang der Einsatz in Nepal angerechnet wird – insbesondere beim Wahlstudienjahr, wo die UZH eine SIWF-registrierte Universitätsklinik verlangt.
Für die spätere Anerkennung eines im Ausland erworbenen Diploms sind in der Schweiz die MEBEKO (Medizinalberufekommission) und das BAG zuständig; das ist aber ein anderer Vorgang als die Anrechnung eines einzelnen Praktikums während des laufenden Studiums. Die Prüfung der Berufsqualifikation kostet laut Schweizer Fachportalen rund CHF 800–1'000 – Details dazu in unserem WSJ-Guide.
Zum Zitieren: Ob eine Famulatur in Nepal angerechnet wird, entscheidet in der Schweiz ausschliesslich die jeweils zuständige Fakultät oder Fachhochschule – es gibt keine nationale Vorschrift wie ein deutsches Landesprüfungsamt.
Diesen Punkt musst du vor jeder Buchung prüfen, denn er ist tagesaktuell. Nach einer politisch angespannten Phase wurde am 12. September 2025 eine Übergangsregierung eingesetzt; seither hat sich die Lage laut EDA beruhigt, für März 2026 sind Neuwahlen angekündigt. Reisen nach Nepal gelten grundsätzlich als sicher, politische Spannungen im Umfeld der Wahlen sind aber einzuplanen.
Drei Punkte hebt das EDA konkret hervor: Erstens gilt Nepal offiziell als minenfrei, dennoch ist mit einzelnen Blindgängern zu rechnen – Trekkingtouren sollten deshalb ausschliesslich in Gruppen und mit erfahrenen lokalen Guides erfolgen. Zweitens bestehen im Terai im Süden des Landes wiederkehrende politische und ethnische Spannungen mit dem Risiko lokaler Unruhen, Blockaden und Streiks (Bandhs). Drittens ist nach den Unwettern vom September 2024 und anhaltend instabiler Witterung mit einem erhöhten Risiko für Erdrutsche und Überschwemmungen zu rechnen, was die Reisesicherheit beeinträchtigen kann (EDA-Reisehinweise Nepal, abgerufen 2026). Dazu kommen vereinzelte Taschendiebstähle in touristisch stark frequentierten Gegenden.
Für dich heisst das konkret: Prüfe die EDA-Reisehinweise unmittelbar vor Buchung und erneut kurz vor Abreise, informiere dich vor Trekking-Anschlusstagen über die lokale Sicherheitslage im Terai und triff keine unumkehrbaren Entscheidungen ohne aktuellen Check. Nepal ist zudem seit Jahrzehnten ein Schwerpunktland der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz – die Präsenz Schweizer Institutionen vor Ort ist entsprechend etabliert, ersetzt aber keine eigene Prüfung der Reisehinweise.
Nepal stellt Touristenvisa unkompliziert bei der Einreise (Visa on Arrival) oder vorab online aus. Die Gebühren richten sich nach der Aufenthaltsdauer und werden offiziell in US-Dollar erhoben:
| Aufenthaltsdauer | Gebühr (Touristenvisum) | ca. CHF (gerundet, wechselkursabhängig) |
|---|---|---|
| 15 Tage | ca. USD 30 | ca. CHF 25–27 |
| 30 Tage | ca. USD 50 | ca. CHF 42–45 |
| 90 Tage | ca. USD 125 | ca. CHF 105–113 |
Quelle: Department of Immigration Nepal / Nepal Tourism Board (abgerufen 2026); CHF-Umrechnung gerundet und wechselkursabhängig. Für ein kurzes klinisches Praktikum reisen viele Studierende auf einem Touristenvisum ein; ob für deinen konkreten Fall eine andere Visumkategorie nötig ist, kläre am besten direkt bei der nepalesischen Vertretung.
Die vollständigen Details zu Sri Lanka und Nepal haben wir im Ratgeber Visum für Sri Lanka und Nepal zusammengefasst.

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Vor einer Famulatur in Nepal gehört die reisemedizinische Vorbereitung ganz nach oben auf die Liste. Nach Angaben des Schweizerischen Expertenkomitees für Reisemedizin (EKRM) auf healthytravel.ch besteht Malaria-Risiko nur unterhalb von rund 2'500 Metern, vor allem in den Terai-Distrikten nahe der indischen Grenze (etwa Bardiya und Chitwan); Kathmandu, Pokhara und die Bergregionen oberhalb 2'500 Metern gelten als malariafrei. Nepal wollte ursprünglich bereits 2026 als malariafrei gelten; dieses Ziel wurde nach einem jüngeren Anstieg der Fallzahlen auf 2030 verschoben, nachdem die Zahl indigener Malariafälle 2024 gegenüber 2023 um rund 146,7 Prozent zunahm (37 gegenüber 15 Fällen – absolut weiterhin niedrig, aber ein deutlicher Trendumkehr-Hinweis) (World Malaria Report 2025, Epidemiology and Disease Control Division Nepal). Wichtiger ist für die meisten Praktikant:innen das Denguefieber: Die Übertragung erfolgt landesweit tagsüber durch Aedes-Mücken, und eine autochthone Übertragung wurde laut healthytravel.ch sogar in Kathmandu auf rund 1'400 Metern nachgewiesen. Der Impfstoff Qdenga wird derzeit nur für Reisende empfohlen, die bereits eine Dengue-Infektion durchgemacht haben und sich in Regionen mit hoher Übertragungsrate aufhalten.
Kläre deinen individuellen Impfstatus am besten vier bis sechs Wochen vor Abreise mit einer reisemedizinischen Fachstelle. Eine erste Anlaufstelle ist das Zentrum für Tropen- und Reisemedizin des Swiss TPH in Basel. Denk zudem an eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport sowie eine Berufshaftpflichtversicherung, die deine Famulatur oder dein Pflegepraktikum in Nepal abdeckt.
Die Lebenshaltungskosten in Nepal sind niedrig, die grösseren Posten sind Flug, Visum, Impfungen, Versicherung und eine allfällige Programmgebühr. Rechne durchgehend in CHF, nicht in Euro, da die Schweiz nicht in der Eurozone liegt.
Für die Förderung gilt: Weil die Schweiz seit 2014 nicht direkt am EU-Programm Erasmus+ teilnimmt, läuft eine mögliche Unterstützung über Movetia, die vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) beauftragte nationale Ersatzlösung. Über das Schwesterprogramm SEMP fördert Movetia unter bestimmten Voraussetzungen auch Praktika ausserhalb Europas mit bis zu CHF 500 pro Monat; bei Behinderung oder chronischer Erkrankung ist eine Zusatzförderung von bis zu CHF 12'000 möglich. Ob dein Einsatz in Nepal die aktuellen Kriterien erfüllt, prüft dein Hochschul-Mobilitätsbüro im Einzelfall. Wie sich die einzelnen Bausteine zu einem Gesamtbudget zusammensetzen, erklärt unser Ratgeber Auslandspraktikum-Finanzierung.
Ein zusätzlicher, spezifisch schweizerischer Hintergrund: Nepal zählt seit Jahrzehnten zu den Schwerpunktländern der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz, mit Gesundheit als einem der Kernthemen. Das bedeutet zwar keine automatische Förderung deines individuellen Praktikums, zeigt aber, dass die Verbindung zwischen der Schweiz und Nepal im Gesundheitsbereich bereits lange etabliert ist.
Der beliebteste Zeitraum für ein Praktikum sind die vorlesungsfreien Wochen im Sommer und die Übergangszeit zum Herbstsemester 2026/27. Genau jetzt, im Juli, planen viele Studierende ihren nächsten Klinikaufenthalt. Weil Visum, Impftermine (teils Grundimmunisierung über mehrere Wochen) und die Platzvergabe Vorlauf brauchen, solltest du mehrere Monate einkalkulieren. Reisetechnisch meiden viele Praktikant:innen die Monsunmonate Juni bis August für Trekking-Anschlusstage; der Klinikbetrieb selbst läuft ganzjährig.
Bereit für deine Famulatur in Nepal? In einer kostenlosen Beratung klären wir gemeinsam Klinikwahl, Zeitplan, Anerkennung und die aktuelle Sicherheitslage – unverbindlich und auf deine Situation zugeschnitten.

Eine Famulatur oder ein Pflegepraktikum in Nepal verbindet klinische Erfahrung an etablierten Lehrkrankenhäusern wie Dhulikhel Hospital und Manipal Teaching Hospital mit einem kulturell wie landschaftlich eindrücklichen Umfeld. Genauso wichtig wie die fachliche Chance ist die ehrliche Vorbereitung: die Anerkennung durch deine eigene Fakultät, die aktuelle EDA-Sicherheitslage, Visum, Impf- und Malariaschutz sowie ein realistisches CHF-Budget – und ausreichend zeitlicher Vorlauf.
Wenn du deinen Einsatz in Nepal angehen willst, unterstützt dich travel4med bei der Organisation an unserem Standort Nepal. Vereinbare ein unverbindliches Beratungsgespräch oder lies dir echte Erfahrungsberichte unserer Praktikant:innen durch.
Diesen Guide zur Famulatur in Nepal hat MUDr. Andreas Zehetner verfasst, Arzt (medizinischer Doktortitel MUDr.) und Redaktionsmitglied im travel4med-Netzwerk mit Schwerpunkt auf klinischen Auslandspraktika für Medizin- und Pflegestudierende.
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