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Grippeimpfung vor dem Wahlstudienjahr: Termine 2026

Celina Köhsl
Celina KöhslMedizinstudentin, Teammitglied von travel4med
  • 18. September 2026
  • 12 Minuten
Grippeimpfung vor dem Wahlstudienjahr: Termine 2026

Grippeimpfung vor dem Wahlstudienjahr: Termine 2026

Die Grippeimpfung ist eine jährlich neu angepasste Impfung mit einem Totimpfstoff gegen Influenzaviren, und sie gehört in deine Herbstplanung, wenn du im Januar mit einem Unterassistenz-Block oder einem Pflegepraktikum im Ausland startest. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nennt als Impfzeit Mitte Oktober bis zum Beginn der Grippewelle. Die Nationale Impfwoche läuft 2026 von Montag, 2. November, bis Samstag, 7. November, und in dieser Woche impfen teilnehmende Arztpraxen und Apotheken auch ohne Voranmeldung. Wer das verpasst, hat eine zweite Chance: eine zusätzliche Aktionswoche folgt vom 23. bis 28. November 2026.

Key Takeaways

  • Impfwoche 1: Montag, 2. November bis Samstag, 7. November 2026. Impfung in teilnehmenden Praxen und Impfapotheken ohne Voranmeldung (BAG, impfen-schweiz.ch).
  • Impfwoche 2: 23. bis 28. November 2026. Das Kollegium für Hausarztmedizin hat die Aktion 2026 auf zwei Wochen erweitert.
  • Zeitfenster: Die Grippeimpfzeit dauert von Mitte Oktober bis zum Start der Grippewelle. Die Welle beginnt in der Schweiz meist zwischen Dezember und März, am häufigsten im Januar (BAG).
  • Wirkung: Der Schutz vor einer Ansteckung liegt je nach Saison und Personengruppe zwischen 20 und 80 Prozent (BAG).
  • Kosten: Seit dem 1. Januar 2026 wird auf Impfungen und Impfberatungen nach Artikel 12a KLV keine Franchise mehr erhoben (BAG).
  • Tropen: In den Tropen tritt Grippe laut BAG ganzjährig sporadisch auf. Dein Schweizer Wintergefühl ist also kein Kalender für Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar.

Was ist die Grippeimpfung, und warum betrifft sie dich im Spital?

Die Grippeimpfung ist eine jährlich neu angepasste Impfung mit einem Totimpfstoff, die vor einer Erkrankung durch Influenzaviren und vor deren Komplikationen schützen soll. Für dich ist sie kein Alterthema: Du arbeitest als Unterassistentin oder Pflegepraktikantin täglich nah an Menschen, die eine Grippe schlecht wegstecken. Genau diese Nähe ist das Argument.

Das BAG empfiehlt die Impfung Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko und zusätzlich allen, die regelmässig engen Kontakt zu ihnen haben. Gesundheitsfachpersonen sind dort ausdrücklich genannt. Die WHO formuliert es in ihrem Faktenblatt «Influenza (seasonal)» vom 28. Februar 2025 direkter: Gesundheits- und Pflegepersonal trägt wegen des intensiven Patientenkontakts ein hohes Ansteckungsrisiko und gibt die Viren weiter, besonders an gefährdete Personen.

Kurz gesagt: Du impfst nicht nur dich. Du impfst auch die Station.

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Warum lohnt sich die Grippeimpfung ausgerechnet vor einem Auslandseinsatz?

Weil ein Ausfall im Ausland teurer ist als ein Ausfall in Bern. Ein Unterassistenzmonat ist ein voller Kalendermonat, und eine Woche im Bett kannst du in einem Gastspital nicht einfach nachholen. Die Grippeimpfung ist damit weniger eine medizinische Grundsatzfrage als eine Planungsfrage für deinen Block.

Dazu kommt die Grössenordnung der Krankheit selbst. Laut BAG und dem Impfportal impfen-schweiz.ch führt die saisonale Grippe in der Schweiz pro Jahr schätzungsweise zu 50'000 bis 250'000 Arztbesuchen, mehreren Tausend Spitalaufenthalten und mehreren Hundert Todesfällen. 90 Prozent der Todesfälle betreffen Menschen über 65.

Arztbesuche wegen saisonaler Grippe in der Schweiz pro Jahr Zwei horizontale Balken. Untere Schaetzung 50000 Arztbesuche, obere Schaetzung 250000 Arztbesuche. Quelle BAG und impfen-schweiz.ch. Arztbesuche wegen Grippe in der Schweiz, pro Saison untere Schaetzung 50'000 obere Schaetzung 250'000 Dazu mehrere Tausend Spitalaufenthalte und mehrere Hundert Todesfaelle. 90 Prozent der Todesfaelle betreffen Menschen ueber 65 Jahre. Quelle: BAG und impfen-schweiz.ch, Stand September 2026.
Geschätzte Krankheitslast einer Schweizer Grippesaison. Quelle: Bundesamt für Gesundheit und impfen-schweiz.ch.

Global ist das Bild noch deutlicher. Die WHO rechnet mit rund einer Milliarde Grippefällen pro Jahr, davon 3 bis 5 Millionen schwere Verläufe und 290'000 bis 650'000 Todesfälle durch Atemwegskomplikationen.

Wann findet die Nationale Impfwoche 2026 statt?

Die erste Nationale Impfwoche läuft von Montag, 2. November, bis Samstag, 7. November 2026. Die zweite folgt vom 23. bis 28. November 2026. Beide Wochen sind bewusst niederschwellig: Du kannst in teilnehmenden Praxen und Impfapotheken ohne Termin vorbeigehen und dich gegen Grippe, Covid-19 und RSV impfen lassen.

DatumWas passiertQuelle
ab Mitte Oktober 2026Start der empfohlenen GrippeimpfzeitBAG
2. bis 7. November 2026Erste Nationale Impfwoche, Impfung ohne VoranmeldungBAG, impfen-schweiz.ch
23. bis 28. November 2026Zweite Aktionswoche in Praxen und ApothekenKollegium für Hausarztmedizin
Dezember 2026 bis März 2027Übliches Zeitfenster der Grippewelle, Höhepunkt meist im JanuarBAG
1. Februar 2027Typischer Start eines Wahlstudienjahr-Blockstravel4med, Planungserfahrung

Das BAG hält ausserdem fest, dass eine Impfung im November oder Anfang Dezember in der Regel noch genügend Zeit lässt, damit das Immunsystem einen Schutz aufbaut. Du bist also nicht zu spät, wenn du die erste Woche verpasst.

Zeitstrahl Grippeimpfung Schweiz, Saison 2026 und 2027 Vier Abschnitte. Impfzeit ab Mitte Oktober. Erste Impfwoche 2. bis 7. November 2026. Zweite Aktionswoche 23. bis 28. November 2026. Grippewelle Dezember bis Maerz mit Hoehepunkt im Januar. Quelle BAG, impfen-schweiz.ch und Kollegium fuer Hausarztmedizin. Saison 2026 und 2027: wann du dran bist Impfzeit startet Mitte Oktober Impfwoche 1 2. bis 7.11. Impfwoche 2 23. bis 28.11. Grippewelle Dez. bis Maerz Hoehepunkt meist Januar Die beiden dunklen Balken sind amtliche Aktionstermine. Der helle Balken rechts ist das uebliche Zeitfenster der Welle, kein festes Datum. Quelle: BAG, impfen-schweiz.ch, Kollegium fuer Hausarztmedizin.
Zeitstrahl der Schweizer Grippesaison 2026 und 2027. Die Impfwochen sind amtliche Termine, das Wellenfenster ist eine Erfahrungsspanne des BAG.

Was kostet die Grippeimpfung, und wer zahlt?

Eine Pauschale in Franken gibt es nicht, weil Praxen und Apotheken unterschiedlich abrechnen. Was sich seit Anfang 2026 geändert hat, ist die Franchise: Das BAG hält fest, dass auf Impfungen und Impfberatungen, die in Artikel 12a der Krankenpflege-Leistungsverordnung geregelt sind, ab dem 1. Januar 2026 keine Franchise mehr erhoben wird.

Zwei Dinge musst du trennen. Die Impfberatung, also Impfanamnese, Prüfung von Indikationen und Aufklärung, wird von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen und ist seit dem 1. Januar 2026 franchisebefreit, auch wenn am Ende gar nicht geimpft wird. Die Impfung selbst wird nur übernommen, wenn der verwendete Impfstoff für deine Indikation und Altersgruppe in der Spezialitätenliste steht.

Ob deine persönliche Situation als Indikation gilt, entscheidet nicht dieser Blog, sondern die Person, die dich impft. Frag also vorher nach dem Betrag in Franken und danach, ob abgerechnet wird oder nicht. Für die Reiseimpfungen gilt ohnehin eine eigene Logik, die wir in unserem Guide zu den Reiseimpfungen fürs Wahlstudienjahr aufschlüsseln.

Wenn du für den Auslandsblock deine Versicherungslage sowieso anschauen musst, erledige es in einem Zug: Wir haben die Punkte zu Wohnsitz, Krankenkasse und AHV und zur Auslandskrankenversicherung getrennt aufgeschrieben.

Gilt die Grippeimpfung auch auf Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar?

Ja, der Impfstoff wirkt nicht an der Landesgrenze anders. Wichtig ist der Kalender: Laut BAG zirkulieren Influenzaviren in den gemässigten Zonen vor allem im Winter, in den Tropen kommt die Grippe dagegen ganzjährig sporadisch vor. An unseren vier Standorten gibt es also kein sauberes Ende der Saison.

Praktisch heisst das zwei Dinge. Erstens: Der in der Schweiz verfügbare Impfstoff ist an die Viren der Nordhalbkugel angepasst, du nimmst deinen Schutz aus der Herbstimpfung also mit. Zweitens: Ein fieberhafter Atemwegsinfekt in Galle oder Pokhara ist nicht automatisch Grippe. In Malariagebieten ist Fieber zuerst ein Notfall und keine Erkältung, wie wir es im Beitrag Krank im Auslandspraktikum beschreiben.

Kleine Glasfläschchen mit rosa Verschlusskappen auf einer helle Arbeitsfläche in einem medizinischen Labor

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Wie planst du Grippeimpfung und Reiseimpfungen zusammen?

Du planst sie in einem Termin, nicht in zwei. Reiseimpfungen brauchen Vorlauf, weil manche Schemata mehrere Dosen über Wochen verlangen. Die Grippeimpfung ist dagegen eine einzelne Dosis und lässt sich gleichzeitig mit, vor oder nach einer Covid-19- oder RSV-Impfung geben. Nutze die Beratung für alles auf einmal.

  1. Notiere dein Abreisedatum und rechne 8 Wochen zurück. Das ist dein spätester Beratungstermin.
  2. Hole deinen Impfausweis heraus und fotografiere ihn. Fehlt er, lass den Status in der Praxis rekonstruieren.
  3. Buche eine reisemedizinische Beratung und sag beim Buchen, in welches Land und in welche Klinik du gehst.
  4. Bring das Bestätigungsschreiben deines Gastspitals mit, falls dort Impfanforderungen stehen.
  5. Frag im selben Termin die Grippeimpfung an und lass sie eintragen, wenn die Impfzeit läuft.
  6. Verpasst du den Termin, gehe in der Impfwoche vom 2. bis 7. November ohne Voranmeldung in eine teilnehmende Praxis oder Impfapotheke.
  7. Trage alle Termine und Auffrischungen in deinen Kalender ein, auch die, die erst im Gastland fällig werden.

Für die Reihenfolge der übrigen Vorbereitungsschritte hilft unser Überblick zum klinischen Wahlstudienjahr im Ausland. Und weil im Gastspital nicht jedes Medikament greifbar ist, lohnt der Blick in die Reiseapotheke.

KriteriumGrippeimpfungReiseimpfungen
Vorlaufwenige Wochen, Impfzeit ab Mitte Oktoberoft mehrere Monate wegen mehrteiliger Schemata
Doseneine pro Saisonje Impfung unterschiedlich
WoPraxis oder Impfapotheke, in der Impfwoche ohne Terminreisemedizinische Beratung
Gültigkeiteine Saison, jährlich neuje Impfung unterschiedlich
KostenlogikArtikel 12a KLV, seit 1.1.2026 ohne Franchisehäufig Selbstzahlung, je nach Impfung

Was verlangen die Fakultäten zum Impfschutz?

Sie verlangen, dass du selbst dafür sorgst. Die Medizinische Fakultät der Universität Zürich schreibt in ihren Richtlinien zum Wahlstudienjahr unter Ziffer 6.2 knapp: «Die Studierenden sind selbst für ihren Impfschutz verantwortlich. Es wird empfohlen, die aktuellen Impfempfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu beachten.»

Das ist eine UZH-Regel, keine nationale Vorschrift. Bern, Basel, Genf und Lausanne haben je eigene Richtlinien, und deine Fakultät kann strenger sein. Prüfe deine eigene Wegleitung und frag im Zweifel dein Studiendekanat, bevor du planst.

Unabhängig von der Fakultät kann das Gastspital eigene Anforderungen stellen. Hepatitis B und Tuberkulose-Screening sind dort die häufigeren Themen als die Grippe. Wir haben beides in den Beiträgen zur Tuberkulose im Auslandspraktikum und zur Nadelstichverletzung im Ausland beschrieben.

Unsicher, welche Impfungen dein Gastspital tatsächlich sehen will? Wir klären das für dich ab, bevor du buchst. Schau dir unsere Standorte an und melde dich zur kostenlosen Beratung.

Drei Denkfehler, die wir immer wieder hören

«Ich bin jung und gesund, ich brauche das nicht.» Die Empfehlung des BAG richtet sich nicht nur an Risikogruppen, sondern ausdrücklich auch an Personen mit regelmässigem, nahem Kontakt zu ihnen. Als Unterassistentin bist du genau das.

«Die Impfung wirkt ja kaum.» Der Schutz liegt laut BAG je nach Saison und Personengruppe zwischen 20 und 80 Prozent. Tritt die Grippe trotzdem auf, verlaufen die Symptome oft milder und schwere Komplikationen sind seltener.

«In den Tropen gibt es keine Grippe.» Das Gegenteil steht auf der BAG-Seite: Dort tritt Grippe ganzjährig sporadisch auf. Dein Winterkalender gilt auf Sri Lanka nicht.

Ein Wort zur Abgrenzung von Deutschland und Österreich, weil unsere Leserinnen oft deutsche Quellen finden: Dort ist die STIKO bzw. das Nationale Impfgremium zuständig, und die Kostenlogik hängt an anderen Gesetzen. Für dich gelten BAG und die Eidgenössische Kommission für Impffragen, und die Franchisenbefreiung nach Artikel 12a KLV ist eine rein schweizerische Regelung.

Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Redaktionell geprüft von Nils-Andre Stritt, travel4med.

Häufige Fragen zur Grippeimpfung

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Quellen

  • Bundesamt für Gesundheit (BAG): Saisonale Grippe (Influenza). Impfzeit ab Mitte Oktober, Empfehlung für Risikogruppen und Gesundheitsfachpersonen, Wirksamkeit 20 bis 80 Prozent, ganzjähriges sporadisches Vorkommen in den Tropen, Apothekenangebot in den meisten Kantonen, Empfehlungen 2026. Abgerufen am 18.09.2026.
  • Bundesamt für Gesundheit (BAG), Impfportal: Grippe. Datum der Nationalen Impfwoche 2. bis 7. November 2026, 50'000 bis 250'000 Arztbesuche pro Jahr, mehrere Tausend Spitalaufenthalte, mehrere Hundert Todesfälle mit 90 Prozent bei über 65-Jährigen, Grippewelle Dezember bis März mit Höhepunkt im Januar, Totimpfstoff. Abgerufen am 18.09.2026.
  • Kollegium für Hausarztmedizin (KHM): Nationale Impfwoche. Zwei Aktionswochen 2026: 2. bis 7.11. und 23. bis 28.11. Abgerufen am 18.09.2026.
  • Bundesamt für Gesundheit (BAG): Prophylaktische Impfungen. Umfang der Leistung Impfung und Impfberatung, Spezialitätenliste, Franchisenbefreiung ab 1. Januar 2026 nach Artikel 12a KLV. Abgerufen am 18.09.2026.
  • World Health Organization: Influenza (seasonal), Fact sheet vom 28.02.2025. Rund eine Milliarde Fälle pro Jahr, 3 bis 5 Millionen schwere Verläufe, 290'000 bis 650'000 Todesfälle durch Atemwegskomplikationen, erhöhtes Risiko für Gesundheits- und Pflegepersonal. Abgerufen am 18.09.2026.
  • Medizinische Fakultät der Universität Zürich: Richtlinien zum Wahlstudienjahr (Modul Unterassistenz), gültig ab Kohorte Wahlstudienjahr FS und HS 2028, Ziffer 6.2 Impfschutz. Abgerufen am 18.09.2026.

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