
Internationaler Führerausweis fürs Auslandspraktikum
Internationaler Führerausweis fürs Praktikum auf Bali, Sansibar, in Nepal oder Sri Lanka: Kosten je Kanton, Gültigkeit, Rollerfrage. Jetzt früh bestellen.

MUDr. Andreas Zehetner
20. Oktober 2026

Chikungunya ist eine Virusinfektion, die tagaktive Aedes-Mücken übertragen und die mit hohem Fieber und starken Gelenkschmerzen beginnt. Seit April 2026 gibt es in der Schweiz einen zugelassenen Impfstoff. Für die Unterassistenz in Sri Lanka, Nepal, auf Bali oder Sansibar brauchst du ihn nicht automatisch: Entscheidend sind ein aktueller Ausbruch am Zielort und die Dauer deines Aufenthalts.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Das Profil findest du auf der Autorenseite von MUDr. Amandeep Grewal. Dieser Beitrag ersetzt keine reisemedizinische Beratung.
Chikungunya ist eine Viruserkrankung, die laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) von weiblichen Aedes-Mücken übertragen wird, vor allem von der Asiatischen Tigermücke und seltener von Aedes aegypti. Die Beschwerden beginnen laut BAG meist 7 bis 9 Tage nach dem Stich, selten nach 3 bis 12 Tagen.
Der Name stammt laut Faktenblatt des Schweizerischen Expertenkomitees für Reisemedizin (EKRM) vermutlich aus einer afrikanischen Sprache und heisst etwa "der gekrümmt Gehende". Das beschreibt ziemlich genau, wie es Betroffenen geht: Die Gelenke schmerzen so stark, dass sich manche auf Gehstöcke stützen.
Typisch sind laut Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich (UZH) ein plötzliches hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, gerötete Augen, Muskel- und Gelenkschmerzen und ein Hautausschlag am Rumpf und an den Gliedern. Die akuten Beschwerden klingen laut UZH meist nach einer, selten nach zwei Wochen ab.
Und dann? Bei einem Teil der Erkrankten bleiben die Gelenkschmerzen. Wie gross dieser Teil ist, hängt laut EKRM stark vom untersuchten Ausbruch ab:
| Quelle | Anteil mit anhaltenden Gelenkbeschwerden |
|---|---|
| Zentrum für Reisemedizin, UZH | 5 bis 10 Prozent mit starken Schwellungen und Schmerzen über mehrere Monate |
| EKRM, Impfempfehlung Juni 2026 | 20 bis 30 Prozent mit chronischen Gelenkbeschwerden, je nach Epidemie |
| EKRM, Faktenblatt Juli 2026 | 30 bis 40 Prozent mit anhaltenden starken Gelenk- und Gliederschmerzen |
Schwere Verläufe und Todesfälle sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) selten und betreffen vor allem Neugeborene und ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Für dich als junge, gesunde Studentin oder Studenten heisst das: Chikungunya ist selten gefährlich, kann dir aber das Praktikum gründlich verderben. Wer wochenlang kaum eine Kanüle halten kann, lernt wenig auf der Station.

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Das Virus ist laut WHO in mehr als 110 Ländern in Asien, Afrika, Europa und Amerika nachgewiesen. Die UZH nennt als Verbreitungsgebiete unter anderem den indischen Subkontinent, Südostasien, die Pazifikinseln und Afrika südlich der Sahara. Damit liegen alle vier travel4med-Standorte in Regionen, in denen Chikungunya vorkommt:
Vorkommen heisst aber nicht, dass du dich mit hoher Wahrscheinlichkeit ansteckst. Chikungunya tritt laut EKRM in schwer vorhersehbaren, sehr schnell verlaufenden regionalen Epidemien auf, auf die oft mehrere ruhige Jahre folgen. 2025 gab es zum Beispiel Ausbrüche auf La Réunion und in weiteren Ländern im Indischen Ozean. Bei Reisenden aus der Schweiz ist Chikungunya laut EKRM selten, ausser während eines Ausbruchs.
Darum ist die wichtigste Frage nicht "Kommt Chikungunya in Sri Lanka vor?", sondern "Gibt es dort gerade einen Ausbruch?". Die Antwort steht in der aktuellen Länderliste auf healthytravel.ch, der Plattform des EKRM. Schau sie dir kurz vor der Beratung an und noch einmal ein paar Wochen vor dem Abflug.
In der Schweiz ist nur Vimkunya zugelassen. Swissmedic hat den Impfstoff laut EKRM im April 2026 zugelassen, die UZH nennt den 16. April 2026. Er ist ein Totimpfstoff aus virusähnlichen Partikeln, enthält also kein vermehrungsfähiges Virus. Die Eckdaten im Überblick:
| Eckdaten zu Vimkunya | Laut Schweizer Fachstellen |
|---|---|
| Art des Impfstoffs | Totimpfstoff aus virusähnlichen Partikeln (EKRM) |
| Zulassung in der Schweiz | April 2026 durch Swissmedic (EKRM, BAG, UZH) |
| Alter | ab 12 Jahren (EKRM, UZH) |
| Anzahl Dosen | eine einzige Dosis in den Muskel (UZH) |
| Gegenanzeige | Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil (EKRM) |
| Häufigste Nebenwirkungen | Reaktion an der Einstichstelle 24 Prozent, Müdigkeit 17,8 Prozent, Kopfschmerzen 16,7 Prozent, Muskelschmerzen 16,5 Prozent (infovac.ch) |
Die Nebenwirkungen sind laut infovac.ch meist mild und klingen innerhalb von zwei Tagen ab. Und weil es ein Totimpfstoff ist, darf er laut EKRM auch bei geschwächtem Immunsystem und bei über 60-Jährigen gegeben werden.
Vielleicht hast du in deutschen oder österreichischen Quellen vom zweiten Impfstoff Ixchiq gelesen. Er ist ein abgeschwächter Lebendimpfstoff und in der Schweiz nicht zugelassen. Das EKRM weist darauf hin, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA seine Zulassung 2025 ausgesetzt hat und die europäische Arzneimittelagentur EMA 2026 Sicherheitsbedenken geäussert hat. Wie das österreichische Schwesterportal die Lage für Famulatur und KPJ einordnet, liest du im Beitrag Chikungunya-Impfung vor Famulatur und KPJ im Ausland. Für dich in der Schweiz zählen die Empfehlungen des EKRM und deine eigene Beratung.
Das EKRM empfiehlt eine individuelle Abwägung zwischen Ansteckungsrisiko und Kosten. Massgeblich sind die Lage am Zielort, die Dauer und die Häufigkeit deiner Reisen. Die Empfehlung vom Juni 2026 unterscheidet zwei Stufen:
Die UZH formuliert es ähnlich: Sie rät zur Impfung bei einem aktuellen Ausbruch. Bei Aufenthalten von mehr als vier Wochen rät sie dann dazu, wenn zusätzlich ein höheres Risiko für einen langen oder schweren Verlauf besteht, etwa ab 60 Jahren oder bei schweren chronischen Krankheiten. Das BAG fasst die EKRM-Empfehlung so zusammen: bei Reisen in aktuelle Ausbruchsgebiete empfohlen, bei längeren oder wiederholten Aufenthalten nach individueller Risikoabwägung zu erwägen.
Was heisst das konkret? Nehmen wir Elena, Master Humanmedizin in Bern. Sie plant zwei Monate Unterassistenz im Spital in Galle. Das ist mehr als ein Monat, also fällt sie in die zweite Stufe, falls Sri Lanka zu diesem Zeitpunkt als Land mit erhöhtem Risiko gelistet ist. Meldet healthytravel.ch einen aktuellen Ausbruch, ist die Impfung klar empfohlen.
Sarah, Pflegefachfrau HF in Ausbildung in Zürich, macht dagegen vier Wochen Praktikum in Krankenpflege auf Bali. Ohne Ausbruch dort ist die Impfung für sie eher eine Frage der persönlichen Abwägung. Gibt es einen Ausbruch, gilt die Empfehlung unabhängig von der Dauer. Beide Beispiele sind erfunden, die Regeln dahinter stammen vom EKRM.
Schwanger? Dann rät das EKRM grundsätzlich von Reisen in Chikungunya-Gebiete ab, auch weil dort oft Zika, Dengue und Malaria zirkulieren. Ist die Reise unvermeidbar, kann Vimkunya nach individueller Abwägung erwogen werden.
Rechne mit rund CHF 209 für die Impfung allein und rund CHF 287 mit Erstberatung. Weil nur eine Dosis nötig ist, brauchst du auch nur einen Impftermin. Die Preise der beiden grossen universitären Fachstellen:
| Posten | Swiss TPH, Basel (Stand 22.04.2026) | Zentrum für Reisemedizin, UZH |
|---|---|---|
| Vimkunya, eine Dosis | CHF 194.30 | CHF 198.25 |
| Injektions- und Dokumentationsgebühr | CHF 15.00 pro Termin | zusätzlich, Betrag nicht genannt |
| Reiseberatung Erwachsene | CHF 77.50 | zusätzlich, Betrag nicht genannt |
Am Swiss TPH ergibt sich damit: CHF 194.30 plus CHF 15.00 sind CHF 209.30. Mit der Reiseberatung kommst du auf CHF 286.80. Lässt du am selben Termin weitere Impfungen machen, etwa gegen Japanische Enzephalitis, fällt die Gebühr laut Preisliste nur einmal pro Termin an.
Und die Krankenkasse? Reiseimpfungen sind laut Swiss TPH in der Regel nicht durch die obligatorische Krankenversicherung gedeckt. Einige Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten ganz oder teilweise. Rechnest du wie Noemi in Basel mit jedem Franken, lohnt sich ein kurzer Anruf bei deiner Zusatzversicherung, bevor du den Termin buchst. Am Swiss TPH zahlst du mit Karte oder Twint, bar geht nicht.

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Weil die Impfung nur gegen Chikungunya schützt, die gleiche Mücke aber auch Dengue und Zika überträgt, wie die UZH betont. Und weil die Aedes-Mücke laut EKRM vor allem tagsüber sticht, besonders nach Sonnenaufgang und in der Dämmerung. Also genau dann, wenn du zum Dienst gehst oder nach der Schicht noch an den Strand willst.

Das BAG nennt den Mückenschutz die wichtigste Massnahme. Konkret raten BAG, UZH und EKRM zu:
Den letzten Punkt nennt das EKRM ausdrücklich "Umwelthygiene": Gefässe mit Wasser, etwa Untersetzer oder alte Eimer, gehören geleert. Was du sonst gegen tag- und nachtaktive Mücken tun kannst, steht im Beitrag zu Dengue und Mückenschutz im Auslandspraktikum. Ob du für deinen Standort zusätzlich Tabletten brauchst, klärt der Beitrag zur Malariaprophylaxe im Auslandspraktikum.
Hast du plötzlich hohes Fieber und Gelenkschmerzen, geh zum Arzt und lass Blut testen. Die Symptome ähneln laut UZH einer Malaria, und die muss sofort ausgeschlossen werden. Gesichert wird Chikungunya laut EKRM in der ersten Krankheitswoche per PCR aus dem Blut, ab der zweiten Woche über Antikörper.
Eine Behandlung gegen das Virus gibt es nicht. Gegen Fieber und Schmerzen hilft laut UZH Paracetamol. Andere entzündungshemmende Schmerzmittel solltest du erst nehmen, wenn eine Ärztin die Diagnose bestätigt hat, denn hinter dem Fieber kann auch Dengue stecken. Salicylathaltige Mittel wie Aspirin sind laut BAG wegen ihrer blutverdünnenden Wirkung tabu. Wie du im Krankheitsfall vor Ort vorgehst und wer zahlt, erklärt der Beitrag Krank im Auslandspraktikum. Was in die Reiseapotheke gehört, steht im Beitrag zur Reiseapotheke fürs Auslandspraktikum.
Halten die Gelenkschmerzen nach der Rückkehr über Wochen an, landest du oft bei der Rheumatologie. Was dieses Fachgebiet in der Schweiz genau macht, erklärt unser Schwesterportal im Beitrag Was macht ein Rheumatologe?
Alle Chikungunya-Fälle in der Schweiz wurden laut BAG auf Reisen erworben, eine Übertragung im Land selbst gab es noch nie. Trotzdem ist das Thema für Rückkehrer nicht ganz abgehakt: Die Asiatische Tigermücke hat sich laut BAG in mehreren Regionen der Schweiz angesiedelt. Sie kann das Virus aufnehmen, wenn sie eine infizierte Person sticht.
Das Risiko einer Übertragung in der Schweiz ist laut BAG sehr gering und an besondere Bedingungen geknüpft. Bist du nach der Rückkehr krank, schütze dich laut UZH aber weiter vor Mückenstichen. So trägst du dazu bei, dass das Virus nicht über dich in eine Schweizer Tigermücke gelangt. Ob du nach dem Praktikum Blut spenden darfst, liest du im Beitrag zur Blutspende nach dem Auslandspraktikum.
Wie du die Beratung vorbereitest und welche Unterlagen du mitbringst, steht im Beitrag zur reisemedizinischen Beratung vor dem Auslandspraktikum.
Dein Praktikum, gut vorbereitet. travel4med organisiert deinen Platz im Gastspital in Sri Lanka, Nepal, auf Bali oder Sansibar, mit Unterkunft und Ansprechpersonen vor Ort. Ob Unterassistenz im Ausland im Wahlstudienjahr oder Praktikum in Krankenpflege: Schau dir unsere Standorte an und vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung. Wie sich die Monate im Ausland in dein Studium einfügen, erklärt unser Leitfaden zum klinischen Wahlstudienjahr im Ausland.

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