
Reisemedizinische Beratung vor dem Auslandspraktikum
Reisemedizinische Beratung vor dem Auslandspraktikum: wann du buchst, was sie in der Schweiz kostet, was die Kasse zahlt und was du mitbringst. Jetzt planen.

Nils-Andre Stritt
15. Oktober 2026

Die Typhus-Impfung ist eine Reiseimpfung gegen Typhus abdominalis, eine schwere bakterielle Allgemeinerkrankung, die du dir über verunreinigtes Essen oder Wasser holst. Für die Unterassistenz in Nepal empfehlen sie die Schweizer Fachstellen klar, für längere Aufenthalte an den anderen Standorten je nach Hygiene vor Ort. Du hast die Wahl zwischen drei Kapseln und einer Spritze.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Das Profil findest du auf der Autorenseite von MUDr. Amandeep Grewal. Dieser Beitrag ersetzt keine reisemedizinische Beratung.
Typhus ist eine schwere Allgemeinerkrankung durch das Bakterium Salmonella Typhi, so beschreibt es das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Übertragen wird es über Trinkwasser oder Lebensmittel, die mit Fäkalien infizierter Menschen verunreinigt sind. Mit der harmlosen Salmonellen-Magenverstimmung aus Europa hat das wenig zu tun, betont das Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich.
Wie fühlt sich das an? Laut healthytravel.ch, der Plattform des Schweizerischen Expertenkomitees für Reisemedizin, ist das Hauptsymptom hohes Fieber von 39 bis 41 Grad, dazu starke Kopfschmerzen und Benommenheit. Am Anfang klagen viele über Verstopfung, später kann Durchfall dazukommen. Das BAG nennt zusätzlich langsamen Puls, trockenen Husten, Bauchschmerzen und manchmal einen blassen, kleinfleckigen Ausschlag.
Unbehandelt drohen schwere Komplikationen wie Darmblutungen oder Darmdurchbrüche. Mit Antibiotika sinkt die Sterblichkeit laut BAG auf unter 1 Prozent. Welche Fachärztinnen und Fachärzte sich in der Schweiz um den Darm kümmern, zeigt unser Schwesterportal im Beitrag Was ist ein Gastroenterologe?

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Weltweit sehr häufig, in der Schweiz selten und fast immer eingeschleppt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt für 2019 rund 9 Millionen Erkrankungen und 110'000 Todesfälle pro Jahr. Dem BAG werden jährlich zwischen 20 und 50 Fälle gemeldet, hauptsächlich importiert aus warmen Ländern mit niedrigen Hygienestandards.
Wo liegt das Risiko? Die meisten Fälle treten laut healthytravel.ch auf dem indischen Subkontinent auf: Afghanistan, Pakistan, Nepal, Bhutan, Indien und Bangladesch. Genau dort nehmen auch die Antibiotikaresistenzen stetig zu. In der übrigen subtropischen Region kommt Typhus laut healthytravel.ch ebenfalls vor, aber seltener. Die WHO zählt neben Afrika auch Südostasien und den Westpazifik zu den Regionen, in denen Typhus ein Problem der öffentlichen Gesundheit bleibt.
Für Nepal in aller Regel ja, für die anderen drei Standorte hängt es von Dauer und Hygiene ab. Eine Einreisepflicht ist die Typhus-Impfung nirgends. Die Schweizer Fachstellen formulieren ihre Empfehlungen so:
| Fachstelle | Wann sie die Typhus-Impfung empfiehlt |
|---|---|
| healthytravel.ch | Reisen auf den indischen Subkontinent oder nach Westafrika; Kurzaufenthalt über eine Woche in hyperendemischen Ländern; Langzeitaufenthalt über vier Wochen in endemischen Ländern; schlechte hygienische Bedingungen, etwa auf dem Land |
| Zentrum für Reisemedizin, UZH | längere Aufenthalte in endemischen Gebieten und schlechte Nahrungsmittelhygiene |
| Swiss TPH, Basel | Regionen mit eingeschränkten Hygieneverhältnissen, insbesondere Indien und Südasien, bzw. längere Aufenthaltsdauer |
| BAG | Reisen in warme Länder, in denen schlechte hygienische Bedingungen zu erwarten sind |
Was heisst das für dich? Eine Unterassistenz dauert meist länger als vier Wochen. Für Pokhara in Nepal erfüllst du damit gleich zwei Kriterien. Für Galle in Sri Lanka, Bali und Sansibar entscheidet die reisemedizinische Beratung, ob Aufenthaltsdauer, Wohnsituation und Ausflüge aufs Land die Typhus-Impfung rechtfertigen. Bring die genauen Daten deiner Monate im Ausland mit.
Beide schützen ähnlich gut, der Unterschied liegt im Alltag. Die Schluckimpfung ist ein Lebendimpfstoff mit drei Kapseln, die Spritze ein inaktivierter Impfstoff. Beide erreichen laut healthytravel.ch einen Schutz von etwa 70 Prozent. Die Spritze ist in der Schweiz nicht zugelassen, Reisemedizin-Zentren haben sie trotzdem meist vorrätig.
| Schluckimpfung (Kapseln) | Spritze (Injektion) | |
|---|---|---|
| Impfstoff | Lebendimpfstoff, in der Schweiz zugelassen (Vivotif) | inaktiviert, in der Schweiz nicht zugelassen, wird importiert (Typhim) |
| Schema | 3 Kapseln an den Tagen 1, 3 und 5, nüchtern, gekühlt lagern | 1 Injektion in den Oberarm |
| Schutz beginnt | 10 Tage nach der dritten Kapsel | 14 Tage nach der Injektion |
| Schutzwirkung | etwa 70 Prozent | etwa 70 Prozent |
| Schutzdauer | 1 bis 3 Jahre | etwa 3 Jahre |
| Nicht geeignet bei | schwerer chronischer Darmerkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), schwerer Immunschwäche | Alternative für alle, die keine Kapseln nehmen dürfen |
| Preis Swiss TPH | CHF 60.80 | CHF 61.20 |
Quellen der Tabelle: healthytravel.ch, Zentrum für Reisemedizin der UZH, Preisliste Swiss TPH vom 22. April 2026.
Die UZH ergänzt zwei Details. Erstens: Den dreijährigen Schutz der Kapseln erreichst du nur, wenn du dich in dieser Zeit in endemischen Gebieten aufhältst. Zweitens: Die UZH bietet die Spritze vor allem an, weil bei einer Immunschwäche keine Schluckimpfung erlaubt ist und weil die Kapseln bei kurzfristiger Abreise nicht immer passen, denn sie müssen gekühlt bleiben.
Spannend ist der Blick über die Grenze. Der österreichische Impfplan rechnet vorsichtiger mit einer Wirksamkeit von 50 bis 60 Prozent, wie das österreichische Schwesterportal im Beitrag zur Typhus-Impfung vor Famulatur und KPJ zusammenfasst. Die dortigen Stellen und Regeln gelten für Österreich. Für dich zählt die Schweizer Einschätzung, und beide Zahlen sagen dasselbe: guter, aber kein vollständiger Schutz.
Drei Wochen vor Reiseantritt, so empfiehlt es das BAG. Am besten bündelst du sie mit der reisemedizinischen Beratung vier bis acht Wochen vor Abreise, wie es das Swiss TPH für alle Reiseimpfungen rät. Dann bleibt Puffer, falls eine Kapsel vergessen geht oder du doch lieber die Spritze nimmst.
Stell dir Elena vor, die in Bern im Master Humanmedizin ist und ihre Unterassistenz in Pokhara Anfang Februar beginnt. Sie bucht ihre Beratung Mitte Dezember, bekommt die Kapseln mit und schluckt sie an drei Abenden über Weihnachten, jeweils nüchtern. Anfang Januar ist sie geschützt, mit rund vier Wochen Reserve. Wie du die Beratung selbst vorbereitest, steht im Beitrag zur reisemedizinischen Beratung vor dem Auslandspraktikum.
Und bei kurzfristiger Abreise? Die Spritze ist dann oft die praktischere Wahl, weil du nur einen Termin brauchst und keine gekühlten Kapseln transportieren musst. Das ist genau der Fall, für den die UZH sie vorrätig hält. Planst du zusätzlich eine Malariaprophylaxe, besprich beides in derselben Beratung. Mehr dazu im Beitrag zur Malariaprophylaxe im Auslandspraktikum.


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Rechne mit rund CHF 76 für die Impfung selbst, ohne Beratung. Das Zentrum für Reisemedizin der UZH nennt CHF 57 bis 63 pro Dosis, zusätzlich zu Beratungs- und Injektionskosten. Die Preisliste des Swiss TPH in Basel (Stand 22. April 2026) ist konkreter:
| Posten am Swiss TPH | Preis in CHF |
|---|---|
| Typhus Schluckimpfung | 60.80 |
| Typhus Injektionsimpfung | 61.20 |
| Injektions- und Dokumentationsgebühr, pro Impftermin | 15.00 |
| Reiseberatung Erwachsene | 77.50 |
Daraus ergibt sich bei einem eigenen Termin: Schluckimpfung CHF 60.80 plus CHF 15.00, also CHF 75.80. Spritze CHF 61.20 plus CHF 15.00, also CHF 76.20. Die Gebühr fällt pro Termin nur einmal an. Bekommst du am gleichen Tag noch die Hepatitis-A-Impfung, zahlst du die CHF 15.00 also nicht doppelt.
Und die Krankenkasse? Reiseimpfungen sind laut Swiss TPH in der Regel nicht durch die obligatorische Krankenversicherung gedeckt, einige Zusatzversicherungen erstatten die Kosten ganz oder teilweise. Für die importierte Spritze hält die UZH ausdrücklich fest, dass die Krankenkasse sie nicht übernimmt. Rechnest du wie Noemi in Basel mit jedem Franken, lohnt sich vorher ein Anruf bei deiner Zusatzversicherung. Bar zahlen geht am Swiss TPH übrigens nicht, nur mit Karte oder Twint. Wie du das ganze Wahlstudienjahr finanzierst, steht im Beitrag zur Finanzierung deines Auslandspraktikums.
Die Impfung allein reicht nicht. Bei rund 70 Prozent Schutz bleibt ein Rest, und genau den deckt die Hygiene ab. healthytravel.ch schreibt sogar, dass der einfache Slogan "Cook it, boil it, peel it or forget it" Typhus fast vollständig verhindern würde, nur halten sich wenige Reisende konsequent daran. Konkret rät healthytravel.ch:
Das BAG ergänzt: Hände waschen nach jedem Toilettengang und vor dem Essen. Auf der Station gilt das sowieso, wie du im Beitrag zur Handhygiene im Auslandspraktikum nachlesen kannst. Die gleichen Regeln schützen dich auch vor Durchfallerregern. Was du tust, wenn es dich trotzdem erwischt, steht im Beitrag zum Reisedurchfall im Wahlstudienjahr.
Hohes Fieber über einige Tage gehört zu einer Ärztin, in den Tropen genauso wie zurück in der Schweiz. Das rät das BAG ausdrücklich. Die Inkubationszeit beträgt laut healthytravel.ch drei Tage bis drei Wochen. Typhus kann also auch erst nach dem Heimflug ausbrechen, und dann ist der Hinweis auf deinen Aufenthalt in Nepal oder Sri Lanka entscheidend.
Wichtig für die Behandlung: Auf dem indischen Subkontinent können manche Stämme laut healthytravel.ch multiresistent sein, sodass eine intravenöse Therapie mit Breitspektrum-Antibiotika nötig wird. Wie Tropen- und Infektionsmedizin im Gastspital aussieht, liest du im Beitrag zum Tropenmedizin-Praktikum im Ausland. Wer sich in der Schweiz beruflich auf solche Infektionen spezialisiert, erklärt unser Schwesterportal im Beitrag Was macht ein Infektologe?
Ein Detail für später: Die Schluckimpfung ist ein Lebendimpfstoff. Was das und dein Tropenaufenthalt für eine Blutspende nach der Rückkehr bedeuten, steht im Beitrag Blutspende nach dem Auslandspraktikum.
Dein Praktikum, gesund vorbereitet. travel4med organisiert deinen Platz im Gastspital in Nepal, Sri Lanka, auf Bali oder Sansibar, mit Unterkunft und Ansprechpersonen vor Ort. Ob Unterassistenz im Ausland im Wahlstudienjahr oder Praktikum in Krankenpflege: Schau dir unsere Standorte an und vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung. Wie sich die Monate im Ausland in dein Studium einfügen, erklärt unser Leitfaden zum klinischen Wahlstudienjahr im Ausland.

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