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Typhus-Impfung fürs Wahlstudienjahr: Kapseln oder Spritze?

MUDr. Amandeep Grewal
MUDr. Amandeep GrewalArzt, Co-Founder von travel4med
  • 16. Oktober 2026
  • 12 Minuten
Typhus-Impfung fürs Wahlstudienjahr: Kapseln oder Spritze?

Typhus-Impfung fürs Wahlstudienjahr: Kapseln oder Spritze?

Die Typhus-Impfung ist eine Reiseimpfung gegen Typhus abdominalis, eine schwere bakterielle Allgemeinerkrankung, die du dir über verunreinigtes Essen oder Wasser holst. Für die Unterassistenz in Nepal empfehlen sie die Schweizer Fachstellen klar, für längere Aufenthalte an den anderen Standorten je nach Hygiene vor Ort. Du hast die Wahl zwischen drei Kapseln und einer Spritze.

Key Takeaways

  • Nepal zuerst: healthytravel.ch empfiehlt die Typhus-Impfung für Reisende auf den indischen Subkontinent, zu dem Nepal gehört, und für Langzeitaufenthalte über vier Wochen in endemischen Ländern.
  • Zwei Varianten: Schluckimpfung mit drei Kapseln an den Tagen 1, 3 und 5 oder eine Spritze. Beide schützen laut healthytravel.ch zu etwa 70 Prozent.
  • Vorlauf: Das BAG empfiehlt die Impfung drei Wochen vor Reiseantritt. Der Schutz beginnt 10 Tage nach der letzten Kapsel bzw. 14 Tage nach der Spritze.
  • Kosten: Am Swiss TPH kostet die Schluckimpfung CHF 60.80, die Spritze CHF 61.20, dazu CHF 15.00 pro Termin. Die Grundversicherung zahlt Reiseimpfungen in der Regel nicht.
  • Hygiene bleibt Pflicht: Die Impfung schützt nicht vollständig. "Cook it, boil it, peel it or forget it" gilt weiter.

Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Das Profil findest du auf der Autorenseite von MUDr. Amandeep Grewal. Dieser Beitrag ersetzt keine reisemedizinische Beratung.

Was ist Typhus, und wie steckst du dich an?

Typhus ist eine schwere Allgemeinerkrankung durch das Bakterium Salmonella Typhi, so beschreibt es das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Übertragen wird es über Trinkwasser oder Lebensmittel, die mit Fäkalien infizierter Menschen verunreinigt sind. Mit der harmlosen Salmonellen-Magenverstimmung aus Europa hat das wenig zu tun, betont das Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich.

Wie fühlt sich das an? Laut healthytravel.ch, der Plattform des Schweizerischen Expertenkomitees für Reisemedizin, ist das Hauptsymptom hohes Fieber von 39 bis 41 Grad, dazu starke Kopfschmerzen und Benommenheit. Am Anfang klagen viele über Verstopfung, später kann Durchfall dazukommen. Das BAG nennt zusätzlich langsamen Puls, trockenen Husten, Bauchschmerzen und manchmal einen blassen, kleinfleckigen Ausschlag.

Unbehandelt drohen schwere Komplikationen wie Darmblutungen oder Darmdurchbrüche. Mit Antibiotika sinkt die Sterblichkeit laut BAG auf unter 1 Prozent. Welche Fachärztinnen und Fachärzte sich in der Schweiz um den Darm kümmern, zeigt unser Schwesterportal im Beitrag Was ist ein Gastroenterologe?

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Wie häufig ist Typhus, weltweit und in der Schweiz?

Weltweit sehr häufig, in der Schweiz selten und fast immer eingeschleppt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt für 2019 rund 9 Millionen Erkrankungen und 110'000 Todesfälle pro Jahr. Dem BAG werden jährlich zwischen 20 und 50 Fälle gemeldet, hauptsächlich importiert aus warmen Ländern mit niedrigen Hygienestandards.

Wo liegt das Risiko? Die meisten Fälle treten laut healthytravel.ch auf dem indischen Subkontinent auf: Afghanistan, Pakistan, Nepal, Bhutan, Indien und Bangladesch. Genau dort nehmen auch die Antibiotikaresistenzen stetig zu. In der übrigen subtropischen Region kommt Typhus laut healthytravel.ch ebenfalls vor, aber seltener. Die WHO zählt neben Afrika auch Südostasien und den Westpazifik zu den Regionen, in denen Typhus ein Problem der öffentlichen Gesundheit bleibt.

Brauchst du die Typhus-Impfung für Nepal, Sri Lanka, Bali und Sansibar?

Für Nepal in aller Regel ja, für die anderen drei Standorte hängt es von Dauer und Hygiene ab. Eine Einreisepflicht ist die Typhus-Impfung nirgends. Die Schweizer Fachstellen formulieren ihre Empfehlungen so:

FachstelleWann sie die Typhus-Impfung empfiehlt
healthytravel.chReisen auf den indischen Subkontinent oder nach Westafrika; Kurzaufenthalt über eine Woche in hyperendemischen Ländern; Langzeitaufenthalt über vier Wochen in endemischen Ländern; schlechte hygienische Bedingungen, etwa auf dem Land
Zentrum für Reisemedizin, UZHlängere Aufenthalte in endemischen Gebieten und schlechte Nahrungsmittelhygiene
Swiss TPH, BaselRegionen mit eingeschränkten Hygieneverhältnissen, insbesondere Indien und Südasien, bzw. längere Aufenthaltsdauer
BAGReisen in warme Länder, in denen schlechte hygienische Bedingungen zu erwarten sind

Was heisst das für dich? Eine Unterassistenz dauert meist länger als vier Wochen. Für Pokhara in Nepal erfüllst du damit gleich zwei Kriterien. Für Galle in Sri Lanka, Bali und Sansibar entscheidet die reisemedizinische Beratung, ob Aufenthaltsdauer, Wohnsituation und Ausflüge aufs Land die Typhus-Impfung rechtfertigen. Bring die genauen Daten deiner Monate im Ausland mit.

Schluckimpfung oder Spritze: Welche Typhus-Impfung passt zu dir?

Beide schützen ähnlich gut, der Unterschied liegt im Alltag. Die Schluckimpfung ist ein Lebendimpfstoff mit drei Kapseln, die Spritze ein inaktivierter Impfstoff. Beide erreichen laut healthytravel.ch einen Schutz von etwa 70 Prozent. Die Spritze ist in der Schweiz nicht zugelassen, Reisemedizin-Zentren haben sie trotzdem meist vorrätig.

Schluckimpfung (Kapseln)Spritze (Injektion)
ImpfstoffLebendimpfstoff, in der Schweiz zugelassen (Vivotif)inaktiviert, in der Schweiz nicht zugelassen, wird importiert (Typhim)
Schema3 Kapseln an den Tagen 1, 3 und 5, nüchtern, gekühlt lagern1 Injektion in den Oberarm
Schutz beginnt10 Tage nach der dritten Kapsel14 Tage nach der Injektion
Schutzwirkungetwa 70 Prozentetwa 70 Prozent
Schutzdauer1 bis 3 Jahreetwa 3 Jahre
Nicht geeignet beischwerer chronischer Darmerkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), schwerer ImmunschwächeAlternative für alle, die keine Kapseln nehmen dürfen
Preis Swiss TPHCHF 60.80CHF 61.20

Quellen der Tabelle: healthytravel.ch, Zentrum für Reisemedizin der UZH, Preisliste Swiss TPH vom 22. April 2026.

Die UZH ergänzt zwei Details. Erstens: Den dreijährigen Schutz der Kapseln erreichst du nur, wenn du dich in dieser Zeit in endemischen Gebieten aufhältst. Zweitens: Die UZH bietet die Spritze vor allem an, weil bei einer Immunschwäche keine Schluckimpfung erlaubt ist und weil die Kapseln bei kurzfristiger Abreise nicht immer passen, denn sie müssen gekühlt bleiben.

Spannend ist der Blick über die Grenze. Der österreichische Impfplan rechnet vorsichtiger mit einer Wirksamkeit von 50 bis 60 Prozent, wie das österreichische Schwesterportal im Beitrag zur Typhus-Impfung vor Famulatur und KPJ zusammenfasst. Die dortigen Stellen und Regeln gelten für Österreich. Für dich zählt die Schweizer Einschätzung, und beide Zahlen sagen dasselbe: guter, aber kein vollständiger Schutz.

Ab wann die Typhus-Impfung schuetzt Schluckimpfung: drei Kapseln an den Tagen 1, 3 und 5, Schutz 10 Tage nach der letzten Kapsel, also ab Tag 15. Spritze: eine Injektion an Tag 1, Schutz nach 14 Tagen, also ab Tag 15. Das BAG empfiehlt die Impfung drei Wochen vor Reiseantritt, das entspricht Tag 21. Vom ersten Impftag bis zum Schutz Tage ab Impfbeginn, laut healthytravel.ch, UZH und BAG 1 10 15 21 Schluckimpfung Schutz ab Tag 15 Spritze Schutz ab Tag 15 BAG: Tag 21
Quellen: healthytravel.ch (Schutz 10 Tage nach der dritten Kapsel, 14 Tage nach der Injektion), Zentrum für Reisemedizin UZH (Kapseln an Tag 1, 3 und 5), BAG (Impfung drei Wochen vor Reiseantritt). Eigene Darstellung.

Wann solltest du mit der Typhus-Impfung beginnen?

Drei Wochen vor Reiseantritt, so empfiehlt es das BAG. Am besten bündelst du sie mit der reisemedizinischen Beratung vier bis acht Wochen vor Abreise, wie es das Swiss TPH für alle Reiseimpfungen rät. Dann bleibt Puffer, falls eine Kapsel vergessen geht oder du doch lieber die Spritze nimmst.

Stell dir Elena vor, die in Bern im Master Humanmedizin ist und ihre Unterassistenz in Pokhara Anfang Februar beginnt. Sie bucht ihre Beratung Mitte Dezember, bekommt die Kapseln mit und schluckt sie an drei Abenden über Weihnachten, jeweils nüchtern. Anfang Januar ist sie geschützt, mit rund vier Wochen Reserve. Wie du die Beratung selbst vorbereitest, steht im Beitrag zur reisemedizinischen Beratung vor dem Auslandspraktikum.

Und bei kurzfristiger Abreise? Die Spritze ist dann oft die praktischere Wahl, weil du nur einen Termin brauchst und keine gekühlten Kapseln transportieren musst. Das ist genau der Fall, für den die UZH sie vorrätig hält. Planst du zusätzlich eine Malariaprophylaxe, besprich beides in derselben Beratung. Mehr dazu im Beitrag zur Malariaprophylaxe im Auslandspraktikum.

Marktfrau mit Kopftuch sitzt neben einem grossen Weidenkorb am Strassenrand und verkauft Ringelblumen und grüne Kürbisse auf einer Plane, Alltag rund um Essen bei einem Praktikum mit Typhus-Impfung

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Typhus-Impfung: Kosten in der Schweiz

Rechne mit rund CHF 76 für die Impfung selbst, ohne Beratung. Das Zentrum für Reisemedizin der UZH nennt CHF 57 bis 63 pro Dosis, zusätzlich zu Beratungs- und Injektionskosten. Die Preisliste des Swiss TPH in Basel (Stand 22. April 2026) ist konkreter:

Posten am Swiss TPHPreis in CHF
Typhus Schluckimpfung60.80
Typhus Injektionsimpfung61.20
Injektions- und Dokumentationsgebühr, pro Impftermin15.00
Reiseberatung Erwachsene77.50

Daraus ergibt sich bei einem eigenen Termin: Schluckimpfung CHF 60.80 plus CHF 15.00, also CHF 75.80. Spritze CHF 61.20 plus CHF 15.00, also CHF 76.20. Die Gebühr fällt pro Termin nur einmal an. Bekommst du am gleichen Tag noch die Hepatitis-A-Impfung, zahlst du die CHF 15.00 also nicht doppelt.

Und die Krankenkasse? Reiseimpfungen sind laut Swiss TPH in der Regel nicht durch die obligatorische Krankenversicherung gedeckt, einige Zusatzversicherungen erstatten die Kosten ganz oder teilweise. Für die importierte Spritze hält die UZH ausdrücklich fest, dass die Krankenkasse sie nicht übernimmt. Rechnest du wie Noemi in Basel mit jedem Franken, lohnt sich vorher ein Anruf bei deiner Zusatzversicherung. Bar zahlen geht am Swiss TPH übrigens nicht, nur mit Karte oder Twint. Wie du das ganze Wahlstudienjahr finanzierst, steht im Beitrag zur Finanzierung deines Auslandspraktikums.

Reicht die Typhus-Impfung, oder brauchst du trotzdem Hygieneregeln?

Die Impfung allein reicht nicht. Bei rund 70 Prozent Schutz bleibt ein Rest, und genau den deckt die Hygiene ab. healthytravel.ch schreibt sogar, dass der einfache Slogan "Cook it, boil it, peel it or forget it" Typhus fast vollständig verhindern würde, nur halten sich wenige Reisende konsequent daran. Konkret rät healthytravel.ch:

  • kein Leitungswasser aus unbekannten Quellen und keine Wasserflaschen ohne intakte Versiegelung,
  • keine Eiswürfel und keine Glace, wenn die Quelle nicht nachweislich sicher ist,
  • kein rohes Obst und Gemüse, das du nicht selbst geschält und mit sicherem Wasser gewaschen hast.

Das BAG ergänzt: Hände waschen nach jedem Toilettengang und vor dem Essen. Auf der Station gilt das sowieso, wie du im Beitrag zur Handhygiene im Auslandspraktikum nachlesen kannst. Die gleichen Regeln schützen dich auch vor Durchfallerregern. Was du tust, wenn es dich trotzdem erwischt, steht im Beitrag zum Reisedurchfall im Wahlstudienjahr.

Was tust du bei Fieber im Praktikum oder nach der Rückkehr?

Hohes Fieber über einige Tage gehört zu einer Ärztin, in den Tropen genauso wie zurück in der Schweiz. Das rät das BAG ausdrücklich. Die Inkubationszeit beträgt laut healthytravel.ch drei Tage bis drei Wochen. Typhus kann also auch erst nach dem Heimflug ausbrechen, und dann ist der Hinweis auf deinen Aufenthalt in Nepal oder Sri Lanka entscheidend.

Wichtig für die Behandlung: Auf dem indischen Subkontinent können manche Stämme laut healthytravel.ch multiresistent sein, sodass eine intravenöse Therapie mit Breitspektrum-Antibiotika nötig wird. Wie Tropen- und Infektionsmedizin im Gastspital aussieht, liest du im Beitrag zum Tropenmedizin-Praktikum im Ausland. Wer sich in der Schweiz beruflich auf solche Infektionen spezialisiert, erklärt unser Schwesterportal im Beitrag Was macht ein Infektologe?

Ein Detail für später: Die Schluckimpfung ist ein Lebendimpfstoff. Was das und dein Tropenaufenthalt für eine Blutspende nach der Rückkehr bedeuten, steht im Beitrag Blutspende nach dem Auslandspraktikum.

So planst du die Typhus-Impfung in fünf Schritten

  1. Impfbüchlein prüfen. Wann wurdest du zuletzt gegen Typhus geimpft? Nach 1 bis 3 Jahren muss die Schluckimpfung laut healthytravel.ch vor einer neuen Reise in Risikogebiete wiederholt werden.
  2. Beratung buchen. Vier bis acht Wochen vor Abreise bei deiner Hausärztin oder einer reisemedizinischen Fachstelle, zusammen mit den übrigen Reiseimpfungen. Nimm Zielort, Dauer und Wohnsituation mit.
  3. Kapseln oder Spritze wählen. Hast du eine chronische Darmerkrankung oder eine Immunschwäche, kommt nur die Spritze infrage. Sonst entscheiden Zeitplan und Vorliebe.
  4. Schema einhalten. Kapseln an den Tagen 1, 3 und 5 nüchtern schlucken und bis dahin im Kühlschrank lagern. Spätestens drei Wochen vor dem Abflug starten.
  5. Hygiene einpacken. Die Impfung ersetzt keine Vorsicht beim Essen und Trinken. Plane sicheres Trinkwasser für die ersten Tage vor Ort ein.

Dein Praktikum, gesund vorbereitet. travel4med organisiert deinen Platz im Gastspital in Nepal, Sri Lanka, auf Bali oder Sansibar, mit Unterkunft und Ansprechpersonen vor Ort. Ob Unterassistenz im Ausland im Wahlstudienjahr oder Praktikum in Krankenpflege: Schau dir unsere Standorte an und vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung. Wie sich die Monate im Ausland in dein Studium einfügen, erklärt unser Leitfaden zum klinischen Wahlstudienjahr im Ausland.

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Häufige Fragen zur Typhus-Impfung

Quellen

  • Bundesamt für Gesundheit (BAG): "Typhus abdominalis / Paratyphus", abgerufen am 16.10.2026. bag.admin.ch
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Fact sheet "Typhoid", 30.03.2023, abgerufen am 16.10.2026. who.int
  • healthytravel.ch (Schweizerisches Expertenkomitee für Reisemedizin): "Impfungen", Abschnitt Abdominaltyphus, abgerufen am 16.10.2026. healthytravel.ch
  • Zentrum für Reisemedizin (ZRM), Universität Zürich: "Typhus", abgerufen am 16.10.2026. reisemedizin.uzh.ch
  • infovac.ch: "Typhus", zuletzt aktualisiert am 23.05.2026, abgerufen am 16.10.2026. infovac.ch
  • Swiss TPH, Zentrum für Tropen- und Reisemedizin: "Reiseimpfungen", abgerufen am 16.10.2026. travelmedicine.swisstph.ch
  • Swiss TPH, Zentrum für Tropen- und Reisemedizin: "Impfpreise", Stand 22.04.2026, abgerufen am 16.10.2026. travelmedicine.swisstph.ch (PDF)