
Reisemedizinische Beratung vor dem Auslandspraktikum
Reisemedizinische Beratung vor dem Auslandspraktikum: wann du buchst, was sie in der Schweiz kostet, was die Kasse zahlt und was du mitbringst. Jetzt planen.

MUDr. Amandeep Grewal
14. Oktober 2026

Die Hepatitis-A-Impfung ist eine Impfung mit inaktivierten Viren, die dich vor einer Leberentzündung schützt, die du dir über verunreinigtes Essen oder Wasser holst. Für ein Praktikum in Sri Lanka, Nepal, auf Bali oder Sansibar empfehlen sie alle grossen Schweizer Fachstellen. Die gute Nachricht: Eine Dosis vor der Abreise reicht je nach Impfstoff schon für den Schutz während der Reise.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Das Profil findest du auf der Autorenseite von MUDr. Amandeep Grewal. Dieser Beitrag ersetzt keine reisemedizinische Beratung.
Hepatitis A ist eine ansteckende Leberentzündung durch das Hepatitis-A-Virus. So beschreibt es das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Das Virus wird mit dem Stuhl ausgeschieden und gelangt über den Mund in den nächsten Menschen, meistens über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser, manchmal auch über Gegenstände oder engen Kontakt.
Klingt nach einer Kinderkrankheit? Bei Kindern unter sechs Jahren zeigen laut BAG nur 30 Prozent überhaupt Symptome. Bei Erwachsenen ist das anders: Die Infektion verläuft meist mit Beschwerden, und in 70 Prozent der Fälle kommt eine Gelbsucht dazu. Fieber, Übelkeit, keine Lust auf Essen. Die Krankheit dauert typischerweise mehrere Wochen, im Extremfall bis zu sechs Monate. Chronisch wird sie nie, und danach bist du lebenslang immun.
Für dich als Medizinstudentin oder Pflegefachfrau in Ausbildung heisst das ganz praktisch: Wer mitten im Wahlstudienjahr mit Gelbsucht im Bett liegt, verpasst nicht ein paar Tage, sondern womöglich die halbe Unterassistenz. Und die Inkubationszeit beträgt laut BAG 15 bis 50 Tage. Die Krankheit kann also auch erst nach der Rückkehr in die Schweiz ausbrechen.

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In der Schweiz selten, aber fast immer reisebedingt. Laut BAG treten hierzulande jährlich bis 100 Fälle auf, hauptsächlich nach einer Reise in ein Risikogebiet. Junge und ältere Erwachsene sind dabei gleich häufig betroffen, Frauen und Männer ebenso.
Weltweit sieht das Bild anders aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt in ihrem Faktenblatt vom 28. Juli 2026, dass 2023 weltweit 35'569 Menschen an Hepatitis A gestorben sind. Das sind 2,6 Prozent aller Todesfälle durch virale Hepatitis. Häufig ist die Infektion laut WHO in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen und schlechten sanitären Bedingungen. Genau dort liegen viele Gastspitäler, in denen Schweizer Studierende ihre Monate im Ausland verbringen.
Ja, die Empfehlung gilt für alle vier travel4med-Standorte. Eine Einreisepflicht ist sie nirgends, aber die Schweizer Fachstellen sind sich einig:
| Fachstelle | Empfehlung zur Hepatitis-A-Impfung |
|---|---|
| healthytravel.ch (Expertenkomitee für Reisemedizin) | für alle Reisenden in tropische oder subtropische Länder und für Risikogruppen |
| Zentrum für Reisemedizin, Universität Zürich | für alle, die eine Reise ausserhalb Westeuropas und Nordamerikas planen |
| Swiss TPH, Basel | "wichtigste Reiseimpfung weltweit", für die meisten Reisen ausserhalb Westeuropas und Nordamerikas |
| BAG | für Reisende in ein Gebiet mit mittlerem oder hohem Hepatitis-A-Vorkommen |
Sri Lanka, Nepal, Indonesien und Tansania liegen alle ausserhalb dieser Ausnahme. Für Galle in Sri Lanka, Pokhara in Nepal, Bali und Sansibar gehört die Hepatitis-A-Impfung damit zur Grundausstattung, ähnlich wie die Basisimpfungen, die wir im Überblick zu den Reiseimpfungen fürs Wahlstudienjahr beschreiben.
Ein Detail, das für dich als angehende Fachperson spannend ist: infovac.ch, die Schweizer Impfinformationsplattform, nennt bei den Gruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko auch Menschen mit engem beruflichem Kontakt zu Personen aus Ländern mit hohem Krankheitsvorkommen. Im Gastspital trifft das auf dich zu, zusätzlich zur Reise selbst.
Mit zwei Spritzen. Der Impfstoff enthält laut infovac.ch inaktivierte Viren und ist als Einzelimpfstoff oder in Kombination mit Hepatitis B erhältlich. Der Einzelimpfstoff besteht laut healthytravel.ch aus zwei Injektionen im Abstand von mindestens sechs Monaten. Nach der zweiten Dosis bist du lebenslang geschützt. infovac.ch schreibt, dass zwei Dosen bei 99 Prozent der Geimpften zur Immunität führen und Auffrischimpfungen nicht nötig sind. Vor Beschwerden schützt er laut infovac.ch in 95 bis 100 Prozent der Fälle.
Und wenn du nur noch ein paar Wochen bis zum Abflug hast? Kein Grund zur Panik. Das Zentrum für Reisemedizin der UZH hält fest, dass je nach Impfstoff bereits eine einzelne Impfung für den Schutz während der Reise genügt. Den langjährigen Schutz erreichst du aber erst mit der zweiten Dosis. Die holst du nach der Rückkehr nach, zum Beispiel sechs Monate später bei deiner Hausärztin.
Typische Nebenwirkungen sind laut infovac.ch harmlos: Rötung, Schmerz oder Schwellung an der Einstichstelle, seltener Kopfweh, Müdigkeit oder Fieber. Nach einem bis drei Tagen ist das wieder vorbei. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.

Am besten mit der reisemedizinischen Beratung, vier bis acht Wochen vor Abreise. Das empfiehlt das Swiss TPH in Basel, weil manche andere Reiseimpfungen mehrere Dosen brauchen. Eine Beratung zu einem kürzeren Zeitpunkt ist laut Swiss TPH trotzdem sinnvoll, weil viele Impfungen schon nach wenigen Tagen wirken.
Wer sehr früh plant, kann sogar beide Dosen vor der Abreise unterbringen. Stell dir Elena vor, die in Bern im Master Humanmedizin ist und ihre Unterassistenz auf Sri Lanka für September plant: Mit der ersten Dosis im Februar und der zweiten im August ist sie schon vor dem Abflug komplett geimpft. Wie du die Beratung selbst vorbereitest, steht im Beitrag zur reisemedizinischen Beratung vor dem Auslandspraktikum.
Und wenn es doch passiert ist? Hattest du Kontakt mit dem Virus und bist noch nicht geimpft, kann eine Impfung innerhalb von sieben Tagen nach dem Kontakt laut BAG die Krankheit verhindern oder abschwächen. Melde dich in so einem Fall sofort bei einer Ärztin.

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Das hängt von deinem Impfbüchlein ab. Es gibt einen Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B. Ab dem 16. Geburtstag braucht er laut infovac.ch drei Dosen: die zweite nach einem Monat, die dritte nach sechs Monaten.
Wie Studierende in Österreich ihren Hepatitis-B-Schutz vor dem Auslandspraktikum per Titer kontrollieren, erklärt das österreichische Schwesterportal im Beitrag zum Hepatitis-B-Titer vor dem Auslandspraktikum. Die dort genannten Stellen und Kosten gelten für Österreich, für dich gelten die Schweizer Preise unten.
Rechne mit etwa CHF 130 für beide Dosen, ohne Beratung. Das Zentrum für Reisemedizin der UZH nennt CHF 45 bis 75 pro Dosis, zusätzlich zu Beratungs- und Injektionskosten. Die Preisliste des Swiss TPH in Basel (Stand 22. April 2026) ist konkreter:
| Posten am Swiss TPH | Preis in CHF |
|---|---|
| Hepatitis A, Erwachsene, pro Dosis | 51.05 |
| Hepatitis A+B, pro Dosis | 79.70 |
| Injektions- und Dokumentationsgebühr, pro Impftermin | 15.00 |
| Reiseberatung Erwachsene | 77.50 |
Daraus ergibt sich, wenn du jede Dosis an einem eigenen Termin bekommst: Hepatitis A allein kostet zwei Mal CHF 66.05, also CHF 132.10. Die Kombination A+B kostet drei Mal CHF 94.70, also CHF 284.10. Dazu kommt einmalig die Reiseberatung, sofern du sie dort machst. Bekommst du am gleichen Tag mehrere Impfungen, fällt die Gebühr von CHF 15.00 nur einmal pro Termin an.
Für die Reise in der Regel nicht. Das Swiss TPH schreibt, dass Impfungen nach dem Schweizerischen Impfplan in der Regel von der Grundversicherung übernommen werden, reisemedizinische Impfungen bis auf wenige Ausnahmen aber nicht. Manche Zusatzversicherungen übernehmen laut Swiss TPH einen Teil oder alles. Ein Blick in deine Police lohnt sich, bevor du am Schalter mit Karte oder Twint bezahlst. Bar geht am Swiss TPH laut Preisliste nicht, und ohne Impfbuch-Check impft es grundsätzlich nicht.
Rechnest du wie Noemi in Basel mit jedem Franken? Dann frag bei deiner Zusatzversicherung nach, bevor du den Termin buchst, und plane die zweite Dosis bewusst ins Budget nach der Rückkehr ein. Welche Kosten im Wahlstudienjahr sonst noch auf dich zukommen und wie du sie finanzierst, steht im Beitrag zur Finanzierung deines Auslandspraktikums.
Die Impfung ist der wichtigste Schutz, aber nicht der einzige. Das BAG nennt das Einhalten grundlegender Hygieneregeln als wichtigstes Mittel neben der Impfung:
Diese Regeln schützen dich gleichzeitig vor anderen Erregern, die über Essen und Wasser kommen. Was du bei Durchfall unterwegs tun kannst, steht im Beitrag zum Reisedurchfall im Wahlstudienjahr, und wie du deine Hände auf der Station richtig desinfizierst, im Beitrag zur Handhygiene im Auslandspraktikum.
Und nach der Rückkehr? Wer Hepatitis A durchgemacht hat, ist danach immun. Woran du nach einem Tropenaufenthalt beim Blutspenden denken musst, liest du im Beitrag Blutspende nach dem Auslandspraktikum. Welche Fachärztinnen und Fachärzte sich in der Schweiz um Lebererkrankungen kümmern, zeigt unser Schwesterportal im Beitrag Was ist ein Gastroenterologe?, und wer sich auf Infektionen und Reisemedizin spezialisiert, im Beitrag Was macht ein Infektologe?

Dein Praktikum, gesund vorbereitet. travel4med organisiert deinen Platz im Gastspital in Sri Lanka, Nepal, auf Bali oder Sansibar, mit Unterkunft und Ansprechpersonen vor Ort. Ob Unterassistenz im Ausland im Wahlstudienjahr oder Praktikum in Krankenpflege: Schau dir unsere Standorte an und vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung. Wie sich die Monate im Ausland in dein Studium einfügen, erklärt unser Leitfaden zum klinischen Wahlstudienjahr im Ausland.
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