
Blutentnahme lernen: So übst du vor dem Wahlstudienjahr
Blutentnahme lernen vor dem Wahlstudienjahr: Ablauf, Röhrchen-Reihenfolge und Übungsplan. Lies, was PROFILES verlangt, und starte sicher in die Unterassistenz.

Nils-Andre Stritt
7. Oktober 2026

Ebola ist eine schwere Viruserkrankung, die nur über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Menschen übertragen wird, nicht über die Luft. Die kurze Antwort für dein Praktikum auf Sansibar: Stand 8. Oktober 2026 gibt es in Tansania keinen bestätigten Fall, die WHO rät von Reisebeschränkungen ab, und das BAG schätzt das Risiko für die Schweizer Bevölkerung als sehr gering ein. Absagen musst du deshalb nicht, aber du solltest die Lage bis zum Abflug verfolgen.
Dieser Beitrag ist ein Lagebild zum Stand 8. Oktober 2026. Ebola-Ausbrüche ändern sich schnell; prüfe vor deiner Abreise immer die aktuellen Seiten von BAG, WHO und die Reisehinweise des EDA.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Das Profil findest du auf der Autorenseite von MUDr. Amandeep Grewal.
Ebola ist der Sammelbegriff für Erkrankungen durch Ebolaviren, eine Gattung aus der Familie der Filoviren. Das BAG nennt fünf Arten, darunter das Zaire- und das Bundibugyo-Ebolavirus. Die Krankheit beginnt laut BAG mit hohem Fieber, Hals-, Muskel-, Bauch- und Kopfschmerzen, oft mit Durchfall. In schweren Fällen kommen Blutungen und Organversagen dazu.
Der Ausbruch von 2026 wird vom Bundibugyo-Virus verursacht, nicht vom bekannteren Zaire-Typ. Das ist der wichtige Unterschied: Der Ebola-Impfstoff Ervebo wurde gegen Zaire entwickelt. Laut WHO ist nicht bekannt, ob er gegen Bundibugyo schützt; er wird seit Ende August 2026 nur in einer Studie bei Gesundheitspersonal in der DR Kongo eingesetzt. Die WHO-Regionalstelle Afrika hält fest, dass es derzeit weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung für die Bundibugyo-Krankheit gibt.
Die WHO hat den Ausbruch am 17. Mai 2026 zur gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erklärt. Für dich heisst das nicht, dass ganz Ostafrika gefährlich ist. Es heisst, dass Behörden weltweit enger zusammenarbeiten, Reisende befragen und Kontakte nachverfolgen.

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Ebola tritt 2026 fast ausschliesslich in der DR Kongo auf. Laut WHO-Lagebericht vom 28. August waren sechs von 26 Provinzen betroffen, mit Ituri als Zentrum. Uganda hatte 20 bestätigte Fälle, erklärte den Ausbruch aber am 28. Juli für beendet. Frankreich meldete einen einzelnen bestätigten Fall.
Neu ist Kenia. Am 6. Oktober 2026 bestätigte das Land seinen ersten Fall, laut WHO das vierte Land überhaupt mit einer bestätigten Bundibugyo-Erkrankung. Der Patient, ein Kenianer mit Wohnsitz in der DR Kongo, reiste am 2. Oktober auf dem Landweg nach Kampala und flog am 3. Oktober nach Nairobi. Dort wurde er sofort isoliert und starb am 5. Oktober. Die Behörden haben 28 Kontaktpersonen erfasst und verfolgen 23 Passagiere und vier Crewmitglieder desselben Flugs nach.
Wichtig für die Einordnung: Die Zahl aus der DR Kongo ist ein Stand von Ende August. Der Ausbruch wächst weiter, laut US-Gesundheitsbehörde CDC lag die Zahl am 5. Oktober bei 8'665 bestätigten Fällen und 4'178 bestätigten Todesfällen.
Nein, Stand 8. Oktober 2026 gibt es in Tansania, zu dem Sansibar gehört, keinen bestätigten Ebola-Fall. Der tansanische Gesundheitsminister Mohamed Mchengerwa erklärte im Juni, das Land sei frei von Ebola, und die Regierung habe die Kontrollen an Grenzposten, Flughäfen und Seehäfen verstärkt. Bis zum 18. Juni waren 64 Verdachtsmeldungen aus 21 Regionen untersucht und elf Verdachtsfälle getestet worden, alle negativ.
Die WHO führt Tansania trotzdem in ihrer Liste der Nachbarländer der DR Kongo, für die sie das regionale Risiko als "hoch" einstuft. Das klingt dramatischer, als es für dich ist. Die Einstufung beschreibt das Risiko, dass ein Fall eingeschleppt wird, nicht das Risiko für eine Praktikantin in einem Spital auf Sansibar. Zwischen Ituri und Stone Town liegen weit über 1'000 Kilometer.
| Ebene | WHO-Risiko (Stand 14. August 2026) | Was das für dich bedeutet |
|---|---|---|
| DR Kongo | sehr hoch | Kein Einsatzgebiet von travel4med, Reisen dorthin meiden |
| Nachbarländer, darunter Tansania, Uganda, Ruanda, Burundi | hoch | Wachsam bleiben, Lage verfolgen, Basishygiene konsequent |
| Restliche Länder Afrikas und weltweit | gering | Normale reisemedizinische Vorsorge |
Was sich auf Sansibar konkret für dich ändern kann: Bei der Einreise wird eventuell Fieber gemessen, und du wirst nach deiner Reiseroute gefragt. Wer aus der DR Kongo oder Uganda kommt oder dort umsteigt, muss nach Angaben des österreichischen Aussenministeriums seit Mai 2026 zusätzlich ein Gesundheitsformular ausfüllen; mehr dazu erklärt der Beitrag zum Visum für Sansibar auf travel4med.at. Für eine Anreise aus der Schweiz ist das in der Regel nicht relevant.
Nach heutigem Stand nein. Die WHO rät ausdrücklich von Einschränkungen des Reise- und Handelsverkehrs mit den betroffenen Ländern ab, und für Tansania gibt es keinen bestätigten Fall. Das BAG schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion und Ausbreitung in der Schweizer Bevölkerung als sehr gering ein und hat keine besonderen Einreisebestimmungen erlassen.
Trotzdem ist Ebola ein Thema, das du bis zum Abflug im Blick behältst. Drei Fragen helfen dir bei der Entscheidung:
Wenn du für das Wahlstudienjahr oder die Unterassistenz planst, lohnt sich ausserdem ein Blick in deine Versicherungen. Kläre, ob deine Annullationsversicherung bei einer Verschärfung der Lage zahlt und ob die Auslandskrankenversicherung fürs Praktikum eine Rückführung abdeckt. Für Sansibar kommt die Pflichtversicherung für Tansania dazu, die du ohnehin brauchst.
Ebola steckt dich nicht beim Spaziergang durch Stone Town an. Das Virus wird laut BAG direkt über Körperausscheidungen erkrankter oder verstorbener Menschen und Tiere übertragen; eine Übertragung über Aerosole ist nicht belegt. Zu den Risikogruppen zählt das BAG ausdrücklich Pflege- und Laborpersonal, und genau dort arbeitest du im Praktikum.
Die WHO beschreibt im aktuellen Ausbruch, dass sich das Virus vor allem dann in Gesundheitseinrichtungen verbreitet, wenn die Infektionsprävention lückenhaft ist. Deine wichtigste Schutzmassnahme gegen Ebola ist deshalb dieselbe wie gegen Hepatitis B, HIV oder multiresistente Keime: Basishygiene, und zwar jedes Mal.
Frag deine Betreuungsperson in der ersten Woche, wie das Spital mit Verdachtsfällen umgeht: Gibt es einen Isolierraum, und wer ist zuständig? Als Studentin oder Student betreust du keine Verdachtsfälle. Wenn du mehr über das Fach wissen willst, das solche Ausbrüche täglich begleitet, lies, was ein Infektiologe macht.


Fordere kostenlos und unverbindlich alle wichtigen Infos an.
Die Inkubationszeit von Ebola dauert laut BAG üblicherweise zwischen 2 und 21 Tagen. Daraus folgt die Empfehlung für Rückreisende: Wer sich in den letzten 21 Tagen in den betroffenen Regionen der DR Kongo aufgehalten hat und Fieber oder andere typische Symptome entwickelt, kontaktiert umgehend telefonisch einen ärztlichen Dienst und nennt die Reisegeschichte.
Warum telefonisch? Damit die Praxis oder das Spital dich ohne Wartezimmer empfangen kann, falls ein Verdacht besteht. Das BAG nennt als Warnzeichen unter anderem starke Kopfschmerzen, ausgeprägtes Schwächegefühl, Halsschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bauch- und Muskelschmerzen, Atemnot und unerklärliche Blutungen.
Ganz wichtig, damit du nicht in Panik gerätst: Fieber nach einem Aufenthalt auf Sansibar ist fast immer etwas anderes. Malaria, Dengue oder ein Infekt sind dort viel wahrscheinlicher. Gerade Malaria musst du nach jeder Reise in ein Malariagebiet ernst nehmen und rasch abklären lassen. Was du bei Krankheit unterwegs tun kannst, steht im Beitrag krank im Auslandspraktikum. Wer mit Ebola-Patientinnen oder -Patienten direkten Kontakt hatte, etwa bei einem Hilfseinsatz in der DR Kongo, meldet sich auch ohne Symptome beim Arzt.
Ebola ändert an deiner normalen Vorbereitung wenig, aber ein paar Dinge werden wichtiger. Arbeite diese Liste rund vier Wochen vor dem Abflug ab:
Du planst dein Praktikum auf Sansibar und willst die aktuelle Lage einordnen? travel4med betreut Studierende vor und während des Einsatzes im Spital auf Sansibar. Infos zum Standort findest du unter Sansibar, alles zum Einsatz im Beitrag Famulatur und Pflegepraktikum auf Sansibar, oder du buchst direkt eine kostenlose Beratung.
Ein letzter Gedanke, der vielen hilft: Ein Praktikum in einer Region, in der Infektionskrankheiten Alltag sind, ist genau die Erfahrung, die dich als Ärztin, Arzt oder Pflegefachperson prägt. Wer versteht, warum Basishygiene Leben rettet, nimmt das in jedes Schweizer Spital mit. Die Grundlagen dazu sind übrigens dieselben wie im Studium, nur sichtbarer; warum sich das Fach lohnt, beschreibt der Beitrag, wie wichtig die Mikrobiologie ist.
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