
Reisedurchfall im Wahlstudienjahr: vorbeugen und handeln
Reisedurchfall in Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar: wie du vorbeugst, was im Ernstfall hilft und wann du zum Arzt musst. Jetzt Praktikum vorbereiten.

Nils-Andre Stritt
13. Oktober 2026

Jetlag ist eine Schlafstörung, die entsteht, wenn du schnell über mehrere Zeitzonen fliegst und deine innere Uhr noch im alten Takt läuft. Nach Bali sind es ab dem 25. Oktober 2026 sieben Stunden Differenz zur Schweiz, nach Nepal knapp fünf. Rechne pro Stunde Richtung Osten mit rund einem Tag Anpassung und plane deinen ersten Spitaltag nicht direkt nach der Landung.
Fachlich geprüft von MUDr. Amandeep Grewal. Das Profil findest du auf der Autorenseite von MUDr. Amandeep Grewal. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder reisemedizinische Beratung.
Jetlag ist, medizinisch gesprochen, eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus durch schnelles Reisen über Zeitzonen. Das CDC Yellow Book 2026 betont, dass der Jetlag mehr ist als ein allgemeines Gefühl von wenig Energie. Er zeigt sich als Schlafstörung, kognitive Einschränkung, Tagesschläfrigkeit und allgemeines Unwohlsein.
Der britische National Health Service (NHS) nennt als Hauptsymptom, dass du abends nicht einschlafen und morgens nicht aufwachen kannst. Dazu kommen Müdigkeit am Tag, schlechter Schlaf sowie Probleme mit Konzentration und Gedächtnis. Die gute Nachricht des NHS: Meist bessert sich der Jetlag innert weniger Tage, sobald sich der Körper an die neue Zeitzone gewöhnt.
Wie verbreitet ist das? Das CDC Yellow Book zitiert eine Befragung, nach der 68 Prozent der internationalen Geschäftsreisenden regelmässig negative Symptome erleben. Das ist eine Umfrage unter Geschäftsreisenden, keine Zahl über Studierende. Sie zeigt aber, dass Jetlag kein Randproblem ist, sondern der Normalfall auf der Langstrecke.
Für dich als Unterassistentin, Unterassistent oder Pflegestudentin zählt vor allem die Konzentration. Ein Jetlag in der ersten Woche heisst: Du stehst müde an der Visite, verpasst Details bei der Übergabe und lernst die Abläufe langsamer. Genau die Woche, in der dein Team sich ein Bild von dir macht.

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Das hängt an zwei Zahlen: wie viele Stunden Differenz du überwindest und in welche Richtung. Alle vier travel4med-Standorte liegen östlich der Schweiz, der Hinflug geht also immer nach Osten. Die Zonen sind fest, keiner der Standorte kennt eine Sommerzeit. Die Schweiz stellt laut METAS am 25. Oktober 2026 auf Normalzeit (MEZ, UTC+1) zurück, damit wächst die Differenz überall um eine Stunde. Bali liegt laut der indonesischen Behörde BMKG in der Zone WITA, also UTC+8. Die übrigen Zonen stammen aus der Zeitzonendatenbank der IANA.
Das CDC Yellow Book gibt als durchschnittliche Anpassung rund 1 Stunde pro Tag nach Osten und rund 1,5 Stunden pro Tag nach Westen an. Daraus ergeben sich diese Rechenwerte:
| Standort | Zeitzone | Differenz ab 25.10.2026 | Hinflug nach Osten (rund 1 h pro Tag) | Rückflug nach Westen (rund 1,5 h pro Tag) |
|---|---|---|---|---|
| Sri Lanka (Galle) | UTC+5:30 | 4,5 Stunden voraus | rund 4 bis 5 Tage | rund 3 Tage |
| Nepal (Pokhara) | UTC+5:45 | 4,75 Stunden voraus | rund 5 Tage | rund 3 Tage |
| Bali (Denpasar) | UTC+8 (WITA) | 7 Stunden voraus | rund 7 Tage | rund 5 Tage |
| Sansibar (Stone Town) | UTC+3 | 2 Stunden voraus | rund 2 Tage | rund 1 bis 2 Tage |
Wichtig: Das sind Durchschnittswerte, keine Garantie. Manche stecken sieben Stunden in drei Tagen weg, andere brauchen länger. Fliegst du vor dem 25. Oktober, ist die Differenz jeweils eine Stunde kleiner. Wie sich die Zeitumstellung auf Termine und Telefonate auswirkt, steht im Beitrag zur Zeitumstellung 2026 im Wahlstudienjahr.
Weil du deinen Tag verkürzen musst. Fliegst du nach Osten, ist es am Ziel schon Abend, wenn dein Körper noch Nachmittag meldet. Du sollst also früher schlafen, als deine innere Uhr will, und das fällt den meisten schwerer als länger wach zu bleiben. Das CDC Yellow Book beziffert die Folge: rund 1 Stunde Anpassung pro Tag nach Osten gegenüber rund 1,5 Stunden pro Tag nach Westen.
Für dein Wahlstudienjahr heisst das: Der Hinflug ist der kritische Teil, denn danach folgt direkt der Einstieg ins Gastspital. Der Rückflug in die Schweiz geht schneller, ist aber nicht gratis, vor allem wenn zu Hause schon die nächste Rotation wartet.

Den Jetlag ganz vermeiden kannst du auf der Langstrecke kaum. Abmildern schon. Diese Reihenfolge hat sich bewährt; die Einzelempfehlungen stammen vom NHS und aus dem CDC Yellow Book, die Planung rund ums Praktikum ist unsere Empfehlung:
Was sonst noch in den Koffer gehört, von der Schlafmaske bis zum Adapter, steht in der Packliste fürs Auslandspraktikum. Und weil du auf der Langstrecke viele Stunden sitzt, lohnt sich der Blick auf das Thema Reisethrombose.
Wasser, Bewegung und Disziplin bei den Stimulanzien. Der NHS empfiehlt im Flugzeug, viel Wasser zu trinken, dich zu bewegen und zu schlafen, wenn am Ziel Nacht ist. Kaffee und Alkohol in grösseren Mengen machen den Jetlag eher schlimmer.
Kaffee ist trotzdem nicht verboten. Das CDC Yellow Book nennt als Option 200 mg Koffein alle vier Stunden während des Tageslichts am Zielort, bei Bedarf für die Wachheit. Am Abend lässt du ihn weg, sonst schläfst du in der ersten Nacht schlecht und der Jetlag zieht sich.
Am Ankunftstag gilt: raus ans Tageslicht. Ein Spaziergang am Nachmittag in Galle oder Pokhara hilft deinem Rhythmus mehr als ein dreistündiger Mittagsschlaf im klimatisierten Zimmer. Für Nepal kommt ein zweites Thema dazu, falls du nach dem Praktikum in die Berge willst: Wie du dich an die Höhe gewöhnst, erklärt unser Schwesterportal im Beitrag zur Akklimatisierung und Höhenkrankheit in Nepal. Die dort genannten Behördenhinweise beziehen sich auf Deutschland.

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In der Schweiz nur mit Rezept. Swissmedic schreibt, dass Melatonin-Präparate in der Schweiz nur als Arzneimittel verkehrsfähig sind und die zugelassenen Präparate rezeptpflichtig sind. Du bekommst sie in der Apotheke gegen Rezept, wenn eine medizinische Fachperson die Behandlung für sinnvoll hält.
In Deutschland ist das seit September 2026 anders: Laut Pharmazeutischer Zeitung ist dort mit Melatal 3 mg erstmals ein rezeptfreies Melatonin-Arzneimittel zur kurzzeitigen Behandlung von Jetlag bei Erwachsenen erhältlich, für höchstens vier Tage. Das gilt nur für Deutschland, nicht für die Schweiz.
Und der Import? Laut Swissmedic dürfen Privatpersonen nicht zugelassene Arzneimittel nur in kleiner Menge für den persönlichen Gebrauch einführen, also für einen Monatsbedarf. Swissmedic warnt ausdrücklich: Hormone sollten nicht ohne ärztliche Beratung eingenommen werden.
Wie gut wirkt Melatonin überhaupt? Die Quellen sind sich nicht einig. Der NHS empfiehlt Melatonin gegen Jetlag nicht, weil die Evidenz für eine Wirkung nicht ausreicht. Das CDC Yellow Book schreibt, dass 0,5 bis 1 mg oft für eine Verschiebung der inneren Uhr reichen, und rät von hohen Dosen über 5 mg ab. Unser Rat: Sprich das Thema in deiner reisemedizinischen Beratung oder bei deiner Hausärztin an, bevor du etwas einpackst. Was sonst in die Reiseapotheke gehört und welche Schweizer Regeln für Medikamente auf Reisen gelten, findest du im Beitrag zur Reiseapotheke im Auslandspraktikum.
Schlaftabletten sind keine Abkürzung. Der NHS hält sie nur bei schweren Schlafproblemen für sinnvoll, weil sie abhängig machen können, und dann nur kurz.
Mit mindestens einem freien Tag nach der Landung, für Bali besser zwei. Das ist eine Empfehlung von uns, keine Regel deiner Fakultät. Sie folgt aber direkt aus den Zahlen: Nach sieben Stunden Zeitverschiebung braucht der Körper rechnerisch rund eine Woche, bis er ganz angekommen ist. Die ersten zwei Nächte sind meist die schlechtesten.
Welche Monate deines Wahlstudienjahres du im Ausland verbringen darfst und wie die Anrechnung läuft, bestimmt deine Fakultät, nicht das Gastspital. Das klärst du vorab, siehe unseren Leitfaden zum Wahlstudienjahr im Ausland. Den Starttag im Spital legen wir mit dir und dem Gastspital gemeinsam fest, und genau hier lohnt der Puffer. Wenn du die Reise ohnehin mit freien Tagen verbinden willst, hilft der Blick auf die beste Reisezeit für dein Wahlstudienjahr.
Für Pflegestudierende gilt dasselbe. Wer im Praktikum in Krankenpflege Medikamente richtet oder Vitalzeichen dokumentiert, braucht einen klaren Kopf. Ein Tag Puffer kostet wenig und schützt auch die Patientinnen und Patienten.
Nach Westen geht die Anpassung schneller, laut CDC Yellow Book rund 1,5 Stunden pro Tag. Von Bali zurück sind das trotzdem rechnerisch knapp fünf Tage. Wer am Montag nach der Landung schon in der nächsten Unterassistenz in Bern, Basel oder Zürich anfängt, spürt das.
Plane deshalb auch nach der Rückkehr ein bis zwei ruhige Tage ein, besonders wenn danach Prüfungsvorbereitung oder ein neuer Rotationsblock folgt. Kommst du aus Sansibar zurück, ist der Jetlag mit zwei Stunden Differenz dagegen kaum ein Thema. Und falls du nach dem Praktikum gesundheitlich angeschlagen bist, etwa nach einem Reisedurchfall, findest du im Beitrag unseres österreichischen Schwesterportals zum Reisedurchfall in Famulatur und KPJ eine gute Übersicht. Die dortigen Behördenhinweise gelten für Österreich.
Wer übrigens schon über einen längeren Auslandsaufenthalt im Studium nachdenkt, findet bei dein-medizinstudium.ch einen Überblick zum Auslandssemester als Medizinstudent. Auch dort gilt: Wer gut ankommt, lernt mehr.
Dein Praktikum im Ausland, mit Zeit zum Ankommen geplant. travel4med organisiert deinen Spitalplatz in Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar und stimmt den Starttag mit dir und dem Gastspital ab, damit der Jetlag nicht in deine erste Woche fällt. Ob Unterassistenz im Ausland oder Praktikum in Krankenpflege: Schau dir unsere Standorte an und vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung.

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