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Geld abheben im Ausland: Gebühren sparen im Praktikum

MUDr. Amandeep Grewal
MUDr. Amandeep GrewalArzt, Co-Founder von travel4med
  • 5. Oktober 2026
  • 12 Minuten
Geld abheben im Ausland: Gebühren sparen im Praktikum

Geld abheben im Ausland ist mit einer Schweizer Debitkarte am günstigsten: Ein Bezug kostet laut moneyland.ch rund 5 Franken, mit der Kreditkarte mindestens 10 Franken. Wer im Auslandspraktikum in Sri Lanka, Nepal, Bali oder auf Sansibar wenige, dafür grössere Beträge bezieht und am Bancomat immer die Landeswährung wählt, spart über ein Praktikum schnell einen dreistelligen Frankenbetrag.

Redaktionell geprüft von Nils-Andre Stritt, travel4med. Gebührenangaben nach moneyland.ch und Beobachter, Währungsregeln nach Bank Indonesia und Berichten zur Bank of Tanzania, Stand 4. Oktober 2026.

Key Takeaways

  • Debitkarte für Bargeld. Ein Bezug im Ausland kostet mit der Debitkarte rund 5 Franken, mit der Kreditkarte mindestens 10 Franken (moneyland.ch, Stand April 2026).

  • Immer in Landeswährung abrechnen. Bietet dir der Automat Franken an, lehnst du ab. Die dynamische Währungsumrechnung ist fast immer teurer.

  • Wenige, grössere Bezüge. Die Fixgebühr fällt pro Bezug an. Vier statt sechzehn Bezüge sparen dir in acht Wochen rund 60 Franken.

  • Bali und Sansibar setzen auf Landeswährung. In Indonesien gilt die Rupiah-Pflicht, in Tansania müssen Preise seit März 2025 in Schilling angegeben werden.

  • Zwei Karten, getrennt aufbewahrt. Eine Debit- und eine Kreditkarte, dazu die Sperrnummern offline, damit dich eine eingezogene Karte nicht stoppt.

Was kostet Geld abheben im Ausland mit Schweizer Karten?

Geld abheben im Ausland kostet dich bei einer Schweizer Bank meist an drei Stellen. Erstens die feste Gebühr deiner Bank pro Bezug. Zweitens den Aufschlag auf den Wechselkurs, den deine Bank bei der Umrechnung in Franken berechnet. Drittens, je nach Land und Automat, eine Gebühr der lokalen Bank, die den Bancomat betreibt.

Für die feste Gebühr gibt es gute Richtwerte. Der Schweizer Vergleichsdienst moneyland.ch schreibt in seinem Ratgeber zu Bargeldbezügen (aktualisiert am 7. April 2026): "Bei einer Debitkarte fallen in der Schweiz Kosten von 0 bis 2 Franken an, im Ausland rund 5 Franken." Für die Kreditkarte heisst es dort, dass du beim Bargeldbezug "sowohl in der Schweiz wie im Ausland mit mindestens 10 Franken Gebühren rechnen" musst. Den ganzen Vergleich findest du im moneyland.ch-Ratgeber zu Bargeldbezügen.

Den Kursaufschlag sieht man nicht auf den ersten Blick, er steckt im Umrechnungskurs auf deinem Kontoauszug. Wie hoch er ist, steht in der Gebührenliste deiner Bank, oft unter "Bezüge in Fremdwährung" oder "Fremdwährungszuschlag". Schau dort vor dem Abflug nach, das dauert fünf Minuten und erklärt später jede Abweichung.

Kostenpunkt

Debitkarte

Kreditkarte

Feste Gebühr pro Bezug im Ausland

rund CHF 5

mindestens CHF 10

Kursaufschlag bei Fremdwährung

je nach Bank, siehe Gebührenliste

je nach Bank, siehe Gebührenliste

Gebühr der lokalen Bank

möglich, wird am Automaten angezeigt

möglich, wird am Automaten angezeigt

Wofür gut geeignet

Bargeld vom Bancomat

Flug, Unterkunft, Kautionen, Reserve

Quelle für die festen Gebühren: moneyland.ch, Stand 7. April 2026. Die Werte sind Richtwerte, deine Bank kann davon abweichen.

Wie viel sparst du mit weniger Bezügen?

Weil beim Geld abheben im Ausland die feste Gebühr pro Bezug anfällt, entscheidet vor allem die Anzahl der Abhebungen. Nehmen wir Noemi aus Basel, die acht Wochen auf Bali verbringt. Holt sie zweimal pro Woche kleine Beträge, sind das 16 Bezüge und mit der Debitkarte rund 80 Franken nur an festen Gebühren. Holt sie einmal pro Woche einen grösseren Betrag, halbiert sich das auf rund 40 Franken. Mit vier Bezügen alle zwei Wochen bleiben rund 20 Franken.

Feste Gebuehren fuer Bargeldbezuege in acht Wochen PraktikumVier Balken vergleichen die festen Gebuehren je nach Anzahl Bezuege und Karte. Berechnet mit rund 5 Franken pro Debitkarten-Bezug und mindestens 10 Franken pro Kreditkarten-Bezug laut moneyland.ch. Kursaufschlag und lokale Automatengebuehren sind nicht enthalten.CHF 80Debit, 16 BezuegeCHF 40Debit, 8 BezuegeCHF 20Debit, 4 Bezuegeab CHF 80Kredit, 8 BezuegeNur feste Gebuehren pro Bezug, ohne Kursaufschlag und lokale Gebuehren. Massstab: 2,5 Pixel je Franken.

Quelle: eigene Berechnung mit den Richtwerten von moneyland.ch (Ratgeber Bargeldbezüge, aktualisiert am 07.04.2026): rund CHF 5 pro Bezug mit der Debitkarte im Ausland, mindestens CHF 10 mit der Kreditkarte.

Wichtig: Weniger Bezüge heisst mehr Bargeld auf einmal. Nimm also nur so viel, wie du sicher verstauen kannst, und teile es auf. Ein Teil bleibt im Zimmer eingeschlossen, ein Teil kommt ins Portemonnaie. Wie du dein Gesamtbudget planst, zeigt unser Ratgeber zur Finanzierung eines Auslandspraktikums.

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Debitkarte oder Kreditkarte: welche Karte wofür?

Für Geld abheben im Ausland nimmst du die Debitkarte. Der Beobachter schreibt in seinem Ratgeber zum Bezahlen im Ausland vom 16. Juni 2026: "In der Regel ist es weniger teuer, mit der Debitkarte Geld zu beziehen als mit der Kreditkarte." Er nennt rund 5 Franken pro Bezug mit der Debitkarte, bei der Kreditkarte 3,5 bis 4 % des Betrags, mindestens 10 Franken. Das deckt sich mit den Zahlen von moneyland.ch.

Die Kreditkarte bleibt trotzdem unverzichtbar. Du brauchst sie für den Flug, für Online-Buchungen von Unterkünften, für Kautionen und als Ersatz, falls die Debitkarte gesperrt oder vom Automaten eingezogen wird. Bargeld solltest du mit ihr nur im Notfall beziehen.

Eine Frage, die viele vergessen: Ist deine Karte überhaupt für Asien und Afrika freigeschaltet? Manche Banken schränken den Einsatz ausserhalb Europas in der App oder im E-Banking ein. Prüfe das vor dem Abflug und schalte die Länder deines Praktikums frei. Damit die Bestätigungen per SMS oder App auch unterwegs ankommen, lies unseren Beitrag zu Roaming im Auslandspraktikum.

Hast du zusätzlich ein Konto bei einer deutschen Bank, etwa weil du nahe der Grenze wohnst, findest du die deutschen Kartenmodelle im Ratgeber Geld abheben im Auslandspraktikum auf travel4med.de. Die Gebühren dort gelten aber für Euro-Konten, nicht für Schweizer Karten.

Franken oder Landeswährung: was wählst du am Bancomat?

Immer die Landeswährung, das ist die wichtigste Regel beim Geld abheben im Ausland. Viele Automaten und Kartenterminals fragen dich, ob sie den Betrag direkt in Franken abrechnen sollen. Das klingt bequem, heisst aber dynamische Währungsumrechnung: Der Betreiber des Automaten legt den Kurs selbst fest, und der ist meist schlechter als der deiner Bank.

Der Beobachter bringt es auf den Punkt: "Wählen Sie immer die Lokalwährung, wenn Sie beim Bezahlen gefragt werden, ob Sie in Schweizer Franken bezahlen wollen. Der dort angewendete Umrechnungskurs ist fast ausnahmslos schlechter als derjenige Ihrer Bank." Auch moneyland.ch rät, die Umrechnung in Franken am Automaten abzulehnen. Die Details findest du im Beobachter-Ratgeber zum Bezahlen im Ausland.

So erkennst du die Falle: Auf dem Bildschirm erscheinen zwei Beträge, einer in Rupien, Rupiah oder Schilling und einer in CHF, oft mit einem Hinweis wie "guaranteed rate" oder "conversion". Wähle den Betrag in Landeswährung oder die Option "without conversion". Das Gleiche gilt beim Bezahlen im Restaurant oder in der Apotheke.

Was gilt beim Geld abheben im Ausland an den vier Standorten?

Die Grundregel ist überall gleich: Landeswährung vom Bancomat, möglichst wenige Bezüge, Gebührenanzeige lesen. Zwei Standorte haben aber klare gesetzliche Vorgaben, die du kennen solltest.

Standort

Währung

Was du wissen musst

Sri Lanka (Galle)

Sri-Lanka-Rupie (LKR)

Rupien holst du am einfachsten nach der Landung am Bancomat

Nepal (Pokhara)

Nepalesische Rupie (NPR)

Für Tage ausserhalb der Stadt genug Bargeld mitnehmen

Bali (Bangli)

Indonesische Rupiah (IDR)

Rupiah-Pflicht für alle Zahlungen in Indonesien

Sansibar

Tansania-Schilling (TZS)

Seit März 2025 müssen Preise in Schilling angegeben werden

Bali: warum Rupiah Pflicht ist

In Indonesien gilt eine gesetzliche Rupiah-Pflicht. Die Bank Indonesia erklärt in ihren Fragen und Antworten zur Pflicht, dass jede Transaktion in Indonesien, ob von Einwohnern oder Nicht-Einwohnern, bar oder unbar, in Rupiah erfolgen muss. Du zahlst Unterkunft, Essen und Transport also in Rupiah, nicht in Dollar oder Euro. Die Grundlage findest du im FAQ der Bank Indonesia zur Rupiah-Pflicht (auf Indonesisch). Mehr zum Standort steht in unserem Beitrag zum Spitalpraktikum auf Bali.

Zwei Hände halten einen Fächer aus rosa 100'000-Rupiah-Scheinen vor einem hellen Hemd, Symbolbild für Bargeld auf Bali im Auslandspraktikum

Sansibar: Schilling statt Dollar

Lange war auf Sansibar der US-Dollar fast eine Zweitwährung. Das hat sich geändert. Seit dem 28. März 2025 gelten in Tansania die Regulations on the Use of Foreign Currency, 2025. Laut dem Bericht der Agence Ecofin zur Mitteilung der Bank of Tanzania ist es seither verboten, Preise in Fremdwährung festzulegen, zu bewerben oder anzugeben, und niemand darf eine Zahlung in Schilling ablehnen. Besucherinnen und Besucher tauschen Geld bei lizenzierten Banken oder Wechselstuben und können mit Kredit- oder Debitkarte oder per Mobile Payment zahlen. Nachzulesen im Bericht der Agence Ecofin.

Ganz verschwunden ist der Dollar für Touristen aber nicht. Im Juni 2025 stellte ein Direktor der Bank of Tanzania laut der staatlichen Zeitung Daily News klar, dass Zahlungen zwischen Einwohnern und Nicht-Einwohnern, also auch Touristen, weiterhin in Fremdwährung erfolgen dürfen. Streng in Schilling laufen nur Geschäfte zwischen Einwohnern. Die Klarstellung findest du bei Daily News Tanzania.

Für Geld abheben im Ausland auf Sansibar heisst das trotzdem: Plane mit Schilling vom Bancomat. Preise stehen in Schilling, mit Schilling darf dich niemand abweisen, und Dollar-Scheine bleiben höchstens eine Reserve. Zur Einreise auf die Insel passt unser Beitrag zur Pflichtversicherung für Sansibar.

Sri Lanka und Nepal

In Sri Lanka und Nepal ist der Ablauf unkompliziert: Rupien am Bancomat beziehen, Gebührenanzeige lesen, Landeswährung wählen. Planst du nach dem Praktikum in Nepal ein paar Tage Trekking oder Ausflüge aufs Land, nimm genug Bargeld mit, bevor du die Stadt verlässt. Was dich in Pokhara sonst erwartet, steht in unserem Beitrag zum Spitalpraktikum in Nepal.

Geld abheben im Ausland in sechs Schritten vorbereiten

Mit dieser Reihenfolge klappt Geld abheben im Ausland schon am ersten Tag nach der Landung:

  1. Gebührenliste lesen. Such in der Gebührenliste deiner Bank die Kosten für Bezüge im Ausland und den Fremdwährungszuschlag, für Debit- und Kreditkarte.

  2. Karten freischalten. Prüfe in der App oder im E-Banking, ob deine Karten im Praktikumsland funktionieren, und erhöhe falls nötig die Bezugslimite für die Zeit im Ausland.

  3. Zweite Karte einpacken. Nimm eine Debit- und eine Kreditkarte mit, am besten von zwei Kartennetzen, und bewahre sie getrennt auf.

  4. Sperrnummern offline sichern. Notiere die Notfallnummer deiner Bank auf Papier und im Handy, falls das Internet einmal fehlt.

  5. Startbetrag planen. Rechne aus, was du in den ersten zwei Tagen für Transfer, Essen und SIM-Karte brauchst, und hebe diesen Betrag direkt am Flughafen ab.

  6. Bezüge bündeln. Leg dir einen Rhythmus fest, zum Beispiel alle ein bis zwei Wochen, statt bei jedem Engpass einzeln abzuheben.

Was sonst noch ins Handgepäck gehört, steht in unserer Packliste fürs Auslandspraktikum.

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Wie viel Bargeld brauchst du im Praktikum?

Wie oft du Geld abheben im Ausland musst, hängt vom Standort und deinem Lebensstil ab, und ehrlich gesagt lässt sich das nicht seriös auf den Franken genau sagen. Unterkunft und Verpflegung sind bei einem organisierten Praktikum oft schon bezahlt, dann bleibt Bargeld vor allem für Transport, Essen ausserhalb, Ausflüge und kleine Einkäufe. Viele kleine Läden und Tuk-Tuks nehmen keine Karte, deshalb brauchst du vor Ort trotzdem regelmässig Bargeld.

Plane dein Budget in Franken und rechne erst danach in die Landeswährung um. So bleibst du nah an dem, was dein Konto zuhause wirklich spürt. Wer das ganze Studium knapp kalkuliert, findet bei dein-medizinstudium.ch Tipps, wie du ein Medizinstudium im Ausland finanzierst, und einen Überblick über Stipendien im Medizinstudium.

Du willst wissen, was ein Praktikum in Sri Lanka, Nepal, Bali oder auf Sansibar insgesamt kostet und was schon inklusive ist? Schau dir unsere Standorte an und buch eine kostenlose Beratung. Wir rechnen mit dir in Franken, bevor du die erste Rupie abhebst.

Was tun, wenn der Bancomat deine Karte einzieht?

Auch das gehört zum Geld abheben im Ausland: Bleib ruhig und sperr die Karte sofort über die Notfallnummer oder die App deiner Bank. Eine eingezogene Karte bekommst du im Ausland selten zurück, und eine gesperrte Karte schützt dich vor Missbrauch. Dann wechselst du auf die zweite Karte, die du getrennt aufbewahrt hast.

Bestell dir eine Ersatzkarte am besten an deine Schweizer Adresse und nicht ins Ausland, wenn du nur noch wenige Wochen weg bist. Hebe am Automaten möglichst bei Bankfilialen und während der Öffnungszeiten ab. Klemmt die Karte, kannst du so direkt am Schalter nachfragen. Und wenn du nach der Rückkehr mit Souvenirs durch den Zoll gehst, hilft dir unser Beitrag Zoll nach dem Auslandspraktikum.

Häufig gestellte Fragen

Quellen