
Handhygiene im Auslandspraktikum: die 5 WHO-Momente
Handhygiene entscheidet im Spital über Infektionen: die 5 Momente der WHO, 20 bis 30 Sekunden Einreibezeit und deine Vorbereitung auf das Auslandspraktikum.

MUDr. Amandeep Grewal
24. September 2026

Was ist Unterassistenz? Unterassistenz ist die Bezeichnung für die klinische Vollzeit-Praxistätigkeit, die Medizinstudierende in der Schweiz im letzten Studienabschnitt vor der Ärztlichen Prüfung leisten – auch Wahlstudienjahr (WSJ) genannt. Anders als in Deutschland (Praktisches Jahr, PJ) oder Österreich (Klinisch-Praktisches Jahr, KPJ) legt in der Schweiz jede medizinische Fakultät Dauer, ECTS und Struktur der Unterassistenz eigenständig fest – die Zahlen unterscheiden sich zwischen Zürich, Basel und Bern spürbar. Wer sein Wahlstudienjahr plant, sollte deshalb zuerst wissen, welche Regeln an der eigenen Universität gelten, bevor er oder sie einen Klinikplatz sucht. Dieser Guide gibt dir den Überblick über alle drei grossen deutschsprachigen medizinischen Fakultäten der Schweiz – Unterassistenz Schweiz kompakt erklärt.
Key Takeaways
- Unterassistenz und Wahlstudienjahr (WSJ) meinen dasselbe: den letzten praktisch-klinischen Studienabschnitt vor der Ärztlichen Prüfung, vergleichbar mit dem deutschen PJ oder dem österreichischen KPJ.
- Dauer und ECTS unterscheiden sich je Universität deutlich: An der UZH sind es mindestens 9 Kalendermonate (54 ECTS + 6 ECTS Masterarbeitsmonat), an der Universität Basel mindestens 9 Monate, an der Universität Bern 7 Praxismonate innerhalb von 9 Kalendermonaten (35 ECTS) (praktischArzt, Wahlstudienjahr: Vorbereitung & Planung, 2026).
- Innere Medizin und Chirurgie sind an allen drei Universitäten Pflicht, meist mit 2–3 Monaten je Fach.
- Die Planung beginnt üblicherweise im 3. oder 4. Studienjahr, teils schon rund zwei Jahre vor dem eigentlichen WSJ-Start.
- Auslandsmonate sind möglich, ihre Anrechnung richtet sich aber nach der eigenen Fakultät. Das SIWF-Register betrifft Schweizer Weiterbildungsstätten und ist kein Ausschlusskriterium für Auslandstellen – die genauen Regeln zeigt unser Guide zum Wahlstudienjahr im Ausland.
Die Zahlen in diesem Überblick stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen der Universitäten und Fachportale (Stand 2026) und dienen der ersten Orientierung. Massgeblich sind immer die aktuellen Richtlinien deines eigenen Studiendekanats. Für Fragen zur Organisation eines Auslandsaufenthalts hilft dir unsere Beratung weiter.
Unterassistenz ist die offizielle Schweizer Bezeichnung für die Tätigkeit, die Medizinstudierende während ihres Wahlstudienjahrs (WSJ) in Spitälern, Praxen und Instituten ausüben. Du arbeitest dabei ganztägig und praktisch im Klinikalltag mit, unter Anleitung und Aufsicht einer verantwortlichen, ausbildenden Ärztin oder eines Arztes – anders als bei einer Famulatur, die eher beobachtenden Charakter hat.
Das Wahlstudienjahr bildet den Abschluss des klinischen Studienabschnitts und liegt zeitlich kurz vor der eidgenössischen Prüfung in Humanmedizin. Wer den Begriff aus Deutschland oder Österreich kennt: Die Unterassistenz entspricht inhaltlich am ehesten dem deutschen Praktischen Jahr (PJ) beziehungsweise dem österreichischen Klinisch-Praktischen Jahr (KPJ), ist aber rechtlich und organisatorisch eine rein Schweizer Regelung, die von den Universitäten selbst und nicht von einem Bund wie in Deutschland festgelegt wird.

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Genau hier liegt der wichtigste Unterschied zu einem bundesweit einheitlichen System wie in Deutschland: Jede medizinische Fakultät der Schweiz definiert Dauer, ECTS-Anforderungen und Pflichtfächer der Unterassistenz eigenständig. Die folgende Übersicht fasst die öffentlich dokumentierten Eckwerte der drei grössten deutschsprachigen Fakultäten zusammen.
| Universität | Dauer | ECTS | Pflichtfächer | Auslandsanteil |
|---|---|---|---|---|
| Universität Zürich (UZH) | 9 Monate Unterassistenz plus Masterarbeitsmonat | 54 + 6 (Masterarbeitsmonat) | ≥2 Mte Innere, ≥2 Mte Chirurgie | bis zu 3 Monate, in begründeten Ausnahmefällen mehr |
| Universität Basel | mind. 9 Monate | – | 3 Mte Klinik, 2 Mte Innere Medizin, 2 Mte Chirurgie | max. 3 Monate ohne weitere Auflagen |
| Universität Bern | 7 Praxismonate innerhalb 9 Kalendermonaten | 35 | je 1 Monat Innere Medizin und Chirurgie Pflicht, bis zu 2 Monate Ferien zwischen den Praktika möglich | je nach Prüfungsordnung individuell zu klären |
Quelle: praktischArzt, «Wahlstudienjahr: Vorbereitung & Planung» (2026); ergänzt um UZH-Richtlinien (med.uzh.ch) und Angaben der Universität Basel (medizinstudium.unibas.ch). Zahlen sind Richtwerte – prüfe die aktuelle Fassung bei deinem Studiendekanat, da sich Studienordnungen ändern können.
Rechnerisch bedeutet das an der UZH: Die maximal drei erlaubten Auslandsmonate entsprechen rund 33 % der neunmonatigen Unterassistenz-Mindestdauer – der grösste Teil bleibt also in der Schweiz. An der Universität Basel liegt der Anteil mit ebenfalls drei von neun Monaten in derselben Grössenordnung.
Die Planung deiner Unterassistenz beginnt in der Regel deutlich früher, als viele Studierende erwarten. An der UZH informiert das Dekanat bereits zu Beginn des 3. Studienjahres über die Gestaltung des Wahlstudienjahrs; wer einen Auslandsaufenthalt oder eine begehrte Klinik anstrebt, sollte laut praktischArzt bereits rund zwei Jahre im Voraus mit der Planung starten (praktischArzt, 2026). An der Universität Bern fällt die Bewerbungsphase organisatorisch in das 4. und 5. Semester.
Wie wichtig eine strukturierte Begleitung während des praktischen Studienjahres für den Kompetenzerwerb ist, zeigt eine Studie von Prof. Dr. med. Sebastian N. Stehr und Kolleg:innen der Universität Leipzig: Ein mentoring-basiertes Curriculum mit strukturierten Workplace-Based Assessments steigerte sowohl die Zufriedenheit als auch die eingeschätzte klinische Kompetenz der Studierenden im praktischen Jahr deutlich (Weissenbacher et al., Der Anaesthesist, via PMC, 2020). Das erklärt auch, warum Universitäten wie Basel für die Unterassistenz verpflichtende Workplace-Based Assessments vorschreiben, statt die Ausbildungsqualität allein der einzelnen Klinik zu überlassen.
An allen drei Universitäten sind Innere Medizin und Chirurgie verpflichtender Bestandteil der Unterassistenz, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung. An der UZH und in Basel sind es je mindestens zwei Monate pro Fach, an der Universität Bern je ein Monat. Die zusätzlichen Vorgaben unterscheiden sich je Fakultät und müssen in der aktuellen Regelung der eigenen Universität geprüft werden.
Das SIWF (Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung) führt ein Register anerkannter Weiterbildungsstätten in der Schweiz. Für Auslandstellen ist der Registereintrag nicht massgeblich: Die Anrechnung richtet sich nach den Regeln deiner Fakultät und der konkreten Gaststelle. An der UZH sind ausländische Universitäts- und Lehrspitäler grundsätzlich vorgesehen; für andere ausländische Stellen ist eine vorgängige Bewilligung nötig. Wie die Regeln an deiner Fakultät anzuwenden sind, erklärt unser ausführlicher Guide zum Wahlstudienjahr im Ausland im Detail.
Als Unterassistent:in übernimmst du schrittweise reale Verantwortung im klinischen Team, immer unter ärztlicher Aufsicht. Zu den typischen Aufgaben zählen:
Der genaue Zuschnitt variiert je nach Fachbereich, Klinik und Universität. Wer bereits während der Famulatur ähnliche Aufgaben geübt hat, startet in der Unterassistenz erfahrungsgemäss sicherer.

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Unterassistenz ist der Schweizer Fachbegriff für den letzten klinischen Studienabschnitt vor der Ärztlichen Prüfung – inhaltlich vergleichbar mit dem deutschen PJ, organisatorisch aber Sache jeder einzelnen Universität. Wer weiss, dass UZH, Basel und Bern bei Dauer, ECTS und Pflichtfächern eigene Regeln haben, kann seine Planung realistisch aufsetzen und früh genug mit dem Dekanat klären, was für die eigene Fakultät gilt. Willst du einen Teil deiner Unterassistenz im Ausland verbringen, findest du die Details zur fakultätsspezifischen Anrechnung in unserem Guide zum Wahlstudienjahr im Ausland – unsere Beratung unterstützt dich dabei gerne persönlich.
Dieser Beitrag wurde von MUDr. Andreas Zehetner verfasst, Arzt und Redaktionsmitglied bei travel4med mit Erfahrung in der Beratung von Medizinstudierenden zu Auslandspraktika und Anerkennungsfragen.
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