
Physician Associate Schweiz: Die Ausbildung erklärt
Physician Associate Schweiz: Warum es keine Bachelor-Praxisphase im Ausland wie in Deutschland gibt, und wie die MAS-Ausbildung an der ZHAW wirklich abläuft.

Nils-Andre Stritt
10. August 2026

Was ist PA Medizin in der Schweiz genau? Anders als in Deutschland heisst der Beruf hier nicht „Physician Assistant“, sondern Physician Associate (PA) – eine wichtige begriffliche Weiche, die viele Studieninteressierte übersehen. Der Beruf wurde 2014 als Pilotprojekt am Kantonsspital Winterthur initiiert; 2017 startete der erste Studiengang als CAS in Kooperation mit der ZHAW (ZHAW – MAS in Physician Associate Skills, 2026). Der Berufsverband Physician Associates Switzerland (PAS) wurde am 2. April 2022 gegründet, aktuell sind rund 100 PAs in der Schweiz tätig (Physician Associates Switzerland, 2023). Dieser Guide zeigt dir die beiden Ausbildungswege, die aktuell in der Schweiz existieren, was ein PA verdient und wie du eine Praxisphase im Ausland einbauen kannst.
PA Medizin bezeichnet in der Schweiz einen akademisierten Gesundheitsberuf: Ein Physician Associate übernimmt ärztlich delegierte Aufgaben in Diagnostik, Therapie und Patientenversorgung. Die Schweiz verwendet dabei bewusst den Begriff „Associate“ statt „Assistant“: Der Beruf wurde 2014 als Pilotprojekt am Kantonsspital Winterthur initiiert, 2017 folgte der erste berufsbegleitende Studiengang in Kooperation mit der ZHAW (ZHAW – MAS in Physician Associate Skills, 2026). Das ist rund vier Jahrzehnte nach der Entstehung des vergleichbaren Berufsbilds in den USA in den 1960er-Jahren, wo ein akuter Ärztemangel den Anstoss gab.
Zitierfähige Kurzfassung: In der Schweiz heisst der Beruf Physician Associate, nicht Physician Assistant wie in Deutschland; er wurde 2014 am Kantonsspital Winterthur initiiert und 2017 als CAS-Studiengang mit der ZHAW etabliert.

Sichere dir jetzt deinen Platz für dein Praktikum im Ausland.
Anders als in Deutschland, wo der PA-Bachelor seit Jahren an mehreren Hochschulen als grundständiges Studium angeboten wird, führen aktuell zwei unterschiedliche, beide noch junge Wege in die PA Medizin der Schweiz:
Der etablierte Weg ist postgradual: Die ZHAW bietet in Kooperation mit dem Kantonsspital Winterthur die MAS in Physician Associate Skills an, bestehend aus drei aufeinander aufbauenden CAS-Modulen à 15 ECTS, berufsbegleitend (ZHAW – MAS in Physician Associate Skills, 2026). Zugang haben nur Personen, die bereits einen Hochschulabschluss in einem Gesundheitsberuf und rund zwei Jahre Berufserfahrung mitbringen – kein direktes Einstiegsstudium wie in Deutschland.
Seit Herbst 2026 gibt es zusätzlich einen direkten Bachelor-Weg: creaSKILL bietet in Kooperation mit der deutschen Fachhochschule des Mittelstands (FHM) einen berufsbegleitenden B.Sc. „Physician Assistant“ an, über neun Trimester und drei CAS-Blöcke à 15 ECTS, mit Praxisteilen in Schweizer Spitälern. Zulassungsvoraussetzung ist eine abgeschlossene dreijährige Gesundheitsfachausbildung und/oder Hochschulzugang. Dieser Weg ist brandneu und hat in der Schweiz noch keinen Leistungsausweis – prüfe Akkreditierung und Anerkennung vor der Einschreibung sorgfältig direkt bei den Anbietern.
Beide Wege haben eines gemeinsam: Der Beruf ist in der Schweiz noch nicht bundesweit gesetzlich geregelt. Anders als bei der ärztlichen Approbation, die das Medizinalberufegesetz (MedBG) regelt, läuft die Qualitätssicherung für Physician Associates über den Berufsverband, nicht über ein Bundesgesetz.
Nein. Wer PA Medizin studiert, wird kein Arzt, sondern übt einen eigenständigen, akademisierten Gesundheitsfachberuf aus. PAs arbeiten direkt am Patienten, aber immer unter ärztlicher Aufsicht und Verantwortung – ähnlich wie in Deutschland, nur unter anderem Namen und mit anderem Ausbildungszugang. Die abschliessende medizinische Verantwortung trägt die überwachende Ärztin oder der überwachende Arzt.
Zu den typischen Aufgaben in der PA Medizin gehören im Berufsalltag:
Wie viel eigenständige Verantwortung du im Alltag übernimmst, hängt stark von Spital, Fachabteilung und dem jeweils zuständigen Ärzteteam ab. Wie akzeptiert das Delegationsmodell in der Ärzteschaft grundsätzlich ist, zeigt eine bundesweite Befragung von 470 Ärztinnen und Ärzten in Deutschland: 95,2 % gaben an, dass die Aufgabenverlagerung an nichtärztliches Personal wie Physician Associates Zeit spart und zusätzliche Versorgungsmöglichkeiten schafft (Goetz, Kornitzky, Mahnkopf und Steinhäuser, BMC Family Practice, 2017). Die Umfrage stammt zwar aus Deutschland, zeigt aber eine Grundtendenz, die auch für die Schweizer Diskussion relevant ist.
Einen offiziellen Entgeltatlas wie in Deutschland gibt es für die PA Medizin in der Schweiz noch nicht. Eine erste, grobe Orientierung liefert der Lohnrechner Salarium des Bundesamts für Statistik (BFS), der Löhne nach Branche, Qualifikation und Region ausweist – allerdings ohne eigene Berufskategorie für Physician Associates, da der Beruf dafür noch zu klein und zu jung ist. Verlasse dich deshalb im Zweifel eher auf direkte Gespräche mit deinem künftigen Spital oder dem Berufsverband PAS als auf pauschale Zahlen aus Foren.
International beobachtet Professor Ruth Ballweg von der University of Washington seit Jahrzehnten die Entwicklung des PA-Berufsbilds; ihre Forschung zeigt eine deutliche globale Zunahme auf mittlerweile über 100.000 PA-Fachkräfte in mehr als 50 Ländern (Rick und Ballweg, The American Journal of Tropical Medicine and Hygiene, 2017) – ein Kontext, in den sich die rund 100 aktiven Schweizer PAs (Stand 2023) einordnen lassen (Physician Associates Switzerland, 2023).

Fordere kostenlos und unverbindlich alle wichtigen Infos an.
Ja, die Praxisphase in der PA Medizin lässt sich in Abstimmung mit deiner Hochschule auch im Ausland organisieren. travel4med bietet die Praxisphase PA im Ausland an vier Standorten an: Bali, Sansibar, Sri Lanka und Nepal.
Wichtig: Eine pauschale Zusage zur Anerkennung gibt es nicht. Ob deine Auslandspraxisphase auf dein Studium angerechnet wird, entscheidet ausschliesslich deine Hochschule anhand ihrer eigenen Studien- und Prüfungsordnung – das gilt für die etablierte ZHAW-Weiterbildung ebenso wie für den neuen creaSKILL/FHM-Bachelor, bei dem diese Frage mangels Praxiserfahrung noch gar nicht beantwortet ist.
So gehst du dabei am sinnvollsten vor:
Praxisphase PA im Ausland planen? travel4med organisiert deine Praxisphase in Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar, inklusive Unterkunft und Vorbereitung vor Ort. Jetzt kostenlose Beratung sichern.
Einen Überblick über alle vier Standorte findest du auf der Standorte-Seite von travel4med, echte Erfahrungsberichte liest du auf der Erfahrungsberichte-Seite.
PA Medizin in der Schweiz heisst offiziell Physician Associate – ein Detail, das über Ausbildungsweg, Anerkennung und Erwartungen entscheidet. Aktuell existieren zwei Wege nebeneinander: die etablierte, postgraduale MAS an der ZHAW und der brandneue Bachelor von creaSKILL/FHM. Beide sind Teil eines Berufs, der in der Schweiz noch nicht bundesweit gesetzlich geregelt ist und sich über den Verband PAS selbst organisiert.
Wer die Praxisphase mit internationaler Erfahrung verbinden möchte, findet mit travel4med geprüfte Standorte in Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar. Mehr zu weiteren Auslandsformaten liest du in unseren Guides zur Famulatur Schweiz und zum Wahlstudienjahr im Ausland. Vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung und kläre deinen individuellen Weg ins PA Medizin Studium.
Diesen Guide zu PA Medizin in der Schweiz hat MUDr. Andreas Zehetner verfasst, Arzt (medizinischer Doktortitel MUDr.) und Redaktionsmitglied im travel4med-Netzwerk mit Schwerpunkt auf Gesundheitsberufen und klinischen Auslandspraktika.