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Auslandspraktikum Schweiz: SEMP statt Erasmus+ 2026

MUDr. Amandeep Grewal

MUDr. Amandeep Grewal

Arzt, Co-Founder von travel4med

  • 10. August 2026
  • 9 Minuten
Auslandspraktikum Schweiz: SEMP statt Erasmus+ 2026

Auslandspraktikum Schweiz: SEMP-Förderung statt Erasmus+ 2026

Was ist ein Auslandspraktikum über SEMP? Es ist die Schweizer Antwort auf Erasmus+: Das Swiss-European Mobility Programme (SEMP) ist die vom Bund finanzierte Lösung anstelle der vollen Erasmus+-Mitgliedschaft. Seit die Schweiz am 9. Februar 2014 mit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative von einem Erasmus+-Programmland zu einem blossen Partnerland herabgestuft wurde, fördert der Bund dein Auslandspraktikum über die nationale Agentur Movetia statt über die EU direkt (Movetia, Schweizer Lösung zu Erasmus, 2026). Anders als beim deutschen Erasmus+, das strikt auf EU- und einige Partnerländer begrenzt ist, kennt SEMP auch eine Förderschiene ausserhalb Europas, wovon potenziell auch Praktika an unseren Standorten in Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar profitieren können. Dieser Guide zeigt dir, wie viel SEMP in Franken zahlt, wie die Bewerbung abläuft und was sich 2027 ändern könnte.

Key Takeaways

Key Takeaways

  • Die Schweiz ist seit 2014 Partnerland, nicht Vollmitglied von Erasmus+; die Übergangslösung heisst SEMP und wird von Movetia verwaltet (Movetia, 2026).
  • Ein SEMP-Auslandspraktikum wird mit CHF 440 pro Monat innerhalb Europas oder CHF 500 pro Monat weltweit gefördert, dazu ein einmaliger Nachhaltigkeitsbonus von CHF 100 für die klimafreundliche Anreise (Movetia, 2026).
  • Die Praktikumsdauer liegt zwischen 60 Tagen und 12 Monaten, bei mindestens 80 % Beschäftigungsgrad (Universität Freiburg, 2026).
  • Die Förderschiene „SEMP weltweit" gilt ausdrücklich für Praktika ausserhalb der SEMP-Programmländer und damit potenziell auch für unsere Standorte Sri Lanka, Nepal, Bali und Sansibar, sofern deine Hochschule das Praktikum anerkennt.
  • Der Bundesrat strebt eine volle Assoziierung an Erasmus+ ab 2027 an; bis dahin bleibt SEMP die geltende Förderform (Movetia Magazin, 2026).

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Warum hat die Schweiz kein volles Erasmus+, und was ist SEMP?

Ein Auslandspraktikum über SEMP unterscheidet sich rechtlich von einem deutschen Erasmus+-Praktikum, weil die Schweiz seit dem Volksentscheid zur Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014 nicht mehr als vollwertiges Erasmus+-Programmland gilt, sondern als Partnerland (Movetia, Schweizer Lösung zu Erasmus, 2026). Die EU setzte damals die Verhandlungen über eine Vollmitgliedschaft aus, weil die Schweiz in der Folge wieder Kontingente für Einwandernde aus der EU einführen musste.

Um Schweizer Hochschulen trotzdem den Austausch zu ermöglichen, schuf der Bund eine eigene, nationale Übergangslösung: das Swiss-European Mobility Programme (SEMP), finanziert aus Bundesmitteln und organisatorisch bei der nationalen Agentur Movetia angesiedelt. SEMP übernimmt strukturell viele Elemente von Erasmus+, etwa das Learning Agreement und feste Fördersätze, wird aber unabhängig von der EU verwaltet und ausbezahlt.

Reisedokumente, Pass und eine aufgeschlagene Landkarte auf einem Tisch als Symbol für die Planung eines SEMP-Auslandspraktikums
SEMP übernimmt das Learning-Agreement-Prinzip von Erasmus+, läuft aber als eigenständige Schweizer Förderlösung.

Wie viel Geld bekommst du 2026 für ein SEMP-Auslandspraktikum?

Movetia fördert ein Auslandspraktikum mit CHF 440 pro Monat innerhalb Europas und CHF 500 pro Monat weltweit, jeweils berechnet nach effektiver Aufenthaltsdauer (Movetia, Auslandspraktikum für Studierende, 2026). Wer klimafreundlich anreist, per Zug, Bus oder Car-Sharing statt Flugzeug, erhält zusätzlich einen einmaligen Nachhaltigkeitsbeitrag von CHF 100.

SEMP Europa vs. SEMP weltweit im Überblick

FörderschieneZielgebietMonatliche Förderung
SEMP EuropaSEMP-Programmländer (EU/EWR + Partnerländer wie Norwegen, Island)ca. CHF 440
SEMP weltweitAlle Länder ausserhalb der SEMP-Programmländer, inkl. Asien und Afrikaca. CHF 500

Citation Capsule: Ein SEMP-Auslandspraktikum wird 2026 mit CHF 440 pro Monat innerhalb Europas oder CHF 500 pro Monat weltweit gefördert, dazu ein einmaliger Nachhaltigkeitsbonus von CHF 100 für die klimafreundliche Anreise (Movetia, 2026).

Für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung sieht Movetia eine deutlich höhere Zusatzförderung von bis zu CHF 12'000 vor, basierend auf den effektiven, bedarfsgerecht nachgewiesenen Mehrkosten (Movetia, 2026).

Mindest- und Höchstdauer

Ein SEMP-Praktikum dauert mindestens 60 Tage und höchstens 12 Monate, bei einem Beschäftigungsgrad von mindestens 80 % (Universität Freiburg, SEMP Praktikum weltweit, 2026). Die Auszahlung erfolgt in zwei Schritten: 80 % zu Beginn des Praktikums, die restlichen 20 % nach Abschluss und Einreichung von Leistungsnachweis und Abschlussbericht.

Deckt SEMP auch dein Praktikum in Sri Lanka, Nepal, Bali oder Sansibar ab?

Anders als beim deutschen Erasmus+, das strikt auf die EU-Mitgliedstaaten sowie wenige weitere Programmländer in Europa begrenzt ist, kennt die Schweizer Lösung ausdrücklich eine Förderschiene ausserhalb dieses Gebiets: „SEMP weltweit" gilt laut offizieller Definition für Praktika ausserhalb Europas, das heisst nicht in einem der SEMP-Programmländer, und ist an einer Partnerhochschule, in einem Unternehmen, bei einer NGO/NPO oder einer privaten Institution möglich, ohne dass dafür zwingend ein Hochschulpartnerschaftsabkommen bestehen muss (Universität Freiburg, SEMP Praktikum weltweit, 2026).

Das bedeutet konkret: Unsere eigenen Standorte in Sri Lanka, Nepal, Bali (Indonesien) und Sansibar liegen alle ausserhalb der SEMP-Programmländer und fallen damit grundsätzlich in die Kategorie „SEMP weltweit". Ob dein Praktikum bei uns tatsächlich gefördert wird, entscheidet aber immer deine Hochschule, nicht travel4med: Sie muss das Praktikum als fachlich relevant anerkennen und ein Learning Agreement genehmigen, und nicht jede Schweizer Hochschule bietet die weltweite Förderschiene für jeden Studiengang in gleichem Umfang an.

Tropische Landschaft an einem travel4med-Standort, wie sie Studierende bei einem SEMP-weltweit-Praktikum in Sri Lanka oder Nepal erleben
Standorte ausserhalb Europas wie Sri Lanka fallen unter die SEMP-Förderschiene „weltweit", sofern die Heimhochschule zustimmt.

Kläre die Förderfähigkeit deshalb immer frühzeitig und schriftlich mit dem International Relations Office deiner Hochschule ab, am besten schon bei der ersten Planung deines Praktikums, nicht erst kurz vor Abreise. So vermeidest du, dass Learning Agreement und Fördergesuch am Ende zeitlich nicht mehr aufgehen.

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Wie läuft die Bewerbung für ein SEMP-Praktikum ab?

Ein einheitliches, gesamtschweizerisches Bewerbungsverfahren gibt es nicht: Jede Hochschule wickelt SEMP über ihr eigenes International Relations Office ab, das auch über Fristen, Formulare und die Anerkennung des Praktikums entscheidet (Movetia, 2026). Plane die Vorbereitung dennoch mit ausreichend Vorlauf, da Bewerbungen an manchen Hochschulen bereits rund einen Monat vor Praktikumsbeginn eingereicht werden müssen (Universität Freiburg, 2026).

So läuft die Bewerbung typischerweise ab:

  1. International Relations Office kontaktieren: Informiere dich frühzeitig über Fristen, Formulare und ob deine Hochschule die Förderschiene „SEMP weltweit" für deinen Studiengang anbietet.
  2. Praktikumsplatz suchen: Bei „SEMP weltweit" reicht ein Praktikum an einer Partnerhochschule, in einem Unternehmen, bei einer NGO/NPO oder einer privaten Institution, eine formelle Hochschulpartnerschaft ist nicht zwingend nötig.
  3. Learning Agreement erstellen: Lernziele und fachlicher Bezug werden darin festgehalten und von deiner Heimhochschule genehmigt, bevor du abreist.
  4. Grant Agreement unterschreiben: Die Fördervereinbarung regelt Förderhöhe, Auszahlung (80 % zu Beginn, 20 % nach Abschluss) und deine Pflichten.
  5. Nach Abschluss: Leistungsnachweis und Abschlussbericht bei deiner Hochschule einreichen, damit die restliche Förderung ausbezahlt wird.

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Wie geht es nach 2026 weiter, und wird die Schweiz wieder Erasmus+-Programmland?

Der Bundesrat strebt eine volle Assoziierung der Schweiz an Erasmus+ ab 2027 an, nachdem die Verhandlungen zum umfassenden Schweiz-EU-Paket Ende 2024 materiell abgeschlossen wurden und das EU-Programmabkommen (EUPA) am 10. November 2025 unterzeichnet worden ist (Movetia Magazin, 2026). Die Teilnahme würde die Schweiz laut Schätzungen rund dreimal mehr kosten als die heutige nationale SEMP-Lösung, weshalb der definitive Entscheid beim Parlament liegt.

Bis zu einer möglichen Assoziierung bleibt SEMP die massgebliche Förderform für dein Auslandspraktikum. Unabhängig vom politischen Prozess bleibt der grundsätzliche Wert eines Auslandsaufenthalts für deine berufliche Entwicklung unbestritten: Seit dem Start des Vorgängerprogramms 1987 hat Erasmus die Mobilität von nahezu 16 Millionen Studierenden in Europa ermöglicht, allein zwischen 2014 und 2022 waren es über 2 Millionen dokumentierte Austauschbewegungen (Väisänen et al., PMC, 2024). Zur Wirkung solcher Auslandsaufenthalte auf die spätere Beschäftigungsfähigkeit forscht unter anderem Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Teichler vom International Centre for Higher Education Research (INCHER) der Universität Kassel (Universität Kassel, INCHER, 2026).

Unsere Praktikumsarten im Überblick

An unseren Standorten organisieren wir verschiedene Praktikumsformen für Medizin- und Pflegestudierende: Pflegepraktikum, Famulatur, Praktisches Jahr / Unterassistenz, Praxisphase für medizinische Berufe und Hospitation. Einen Überblick über alle Standorte findest du auf unserer Standorte-Seite, echte Eindrücke liefern die Erfahrungsberichte früherer Teilnehmender.

Häufig gestellte Fragen

Fazit: SEMP als realistischer Weg zum geförderten Auslandspraktikum

Auch ohne volle Erasmus+-Mitgliedschaft musst du dein Auslandspraktikum nicht komplett selbst finanzieren: Mit SEMP steht Schweizer Studierenden eine eigene, in CHF ausbezahlte Förderlösung zur Verfügung, die anders als das deutsche Erasmus+ sogar Praktika ausserhalb Europas einschliesst. Kläre Förderfähigkeit und Anerkennung immer frühzeitig mit deinem International Relations Office, und lass dich bei der Organisation deines Praktikums vor Ort von travel4med unterstützen.

Wenn du dein Praktikum bei uns organisieren möchtest oder Fragen zur SEMP-Förderung hast, vereinbare gern ein unverbindliches Beratungsgespräch.

Dieser Beitrag wurde von MUDr. Andreas Zehetner, Arzt im travel4med-Redaktionsteam, recherchiert und laufend an die aktuellen Movetia-Fördersätze angepasst.

Quellen