
Reisemedizinische Beratung vor dem Auslandspraktikum
Reisemedizinische Beratung vor dem Auslandspraktikum: wann du buchst, was sie in der Schweiz kostet, was die Kasse zahlt und was du mitbringst. Jetzt planen.

Nils-Andre Stritt
15. Oktober 2026

Der Zivildienst ist der zivile Ersatzdienst für militärdiensttaugliche Personen, die den Militärdienst nicht mit dem Gewissen vereinbaren können. Das Bundesamt ZIVI formuliert die Zulassung in einem Satz: Man muss «militärdiensttauglich sein, den Militärdienst nicht mit dem Gewissen vereinbaren können und bereit sein 1.5x so viele Diensttage wie in der Armee zu leisten». Für dich als Medizin- oder Pflegestudentin bedeutet das vor allem eines: Deine Diensttage und deine Monate im Gastspital greifen nach demselben Kalender. Beides geht trotzdem, wenn du früh genug rechnest.
Redaktionell geprüft von Nils-Andre Stritt, travel4med, der Studierende bei Terminplanung, Dienstpflicht und Standortwahl ihrer Auslandsmonate begleitet.
Kurz gesagt: viel mehr Leute als früher. Das Bundesamt ZIVI meldete am 24. Februar 2026, dass «im Jahr 2025 7211 Personen zum Zivildienst zugelassen» wurden, «ein Anstieg von 6,1 Prozent gegenüber 2024». Im selben Jahr wurden knapp 1,9 Millionen Diensttage geleistet, ein weiterer Höchststand. Die Zahl der anerkannten Einsatzbetriebe ging dagegen zurück und liegt bei 4'264, also 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die längere Linie ist noch deutlicher. Laut Bundesamt stiegen die Zulassungen von «rund 1 600 (2008) auf über 7 200 (2025)», und heute unterstehen «rund 60'000 militärdiensttaugliche Personen der Zivildienstpflicht». Genau dieser Anstieg ist der politische Auslöser für die Gesetzesänderung, um die es weiter unten geht.
Für deine eigene Rechnung zählt der Faktor 1,5. Wer keine Rekrutenschule absolviert hat, leistet nach Angaben des Bundesamts 368 Diensttage. Das ist kein Block am Stück, sondern eine Summe, die sich über Jahre verteilt. Genau deshalb ist der Dienst planbar, wenn du ihn nicht ignorierst.

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Am 14. Juni 2026 stimmte die Schweiz über die Änderung des Zivildienstgesetzes ab. Das Bundesamt hält das Ergebnis nüchtern fest: «Die von Parlament und Bundesrat empfohlene Vorlage zur Änderung des Zivildienstgesetzes (ZDG) wurde mit 52.46% angenommen.» In Kraft treten soll das neue Recht voraussichtlich Mitte 2027, das genaue Datum legt der Bundesrat fest.
Sechs Massnahmen stecken drin. Eine davon betrifft dich direkt.
| Massnahme | Was sie besagt | Relevanz für dich |
|---|---|---|
| Mindestanzahl Diensttage | Wer in den Zivildienst wechselt, leistet mindestens 150 Zivildiensttage | Trifft vor allem Spätwechslerinnen und Spätwechsler |
| Faktor 1,5 für Kader | Höhere Unteroffiziere und Offiziere leisten neu ebenfalls 1,5-mal so viele Tage | Nur bei militärischem Grad relevant |
| Keine Einsätze mit Medizinstudium | Einsätze, die ein Studium der Human-, Zahn- oder Veterinärmedizin erfordern, sind nicht mehr erlaubt | Hoch: dein bisheriger Wunsch-Einsatzplatz kann wegfallen |
| Keine Zulassung mit 0 Restdiensttagen | Wer alle Militärdiensttage geleistet hat, darf nicht mehr wechseln | Selten im Studium |
| Jährlich Dienst leisten | Ab dem Jahr nach dem ersten Einsatz jährlich Dienst | Hoch: weniger Spielraum für lange Auslandsblöcke |
| Rascher langer Einsatz | Gesuch während der Rekrutenschule heisst langer Einsatz im Jahr nach der Zulassung | Hoch, wenn du während der RS wechselst |
Das Bundesamt schreibt zur dritten Massnahme wörtlich, dass «Zivildiensteinsätze, die ein Studium der Human-, Zahn- oder Veterinärmedizin erfordern, nicht mehr erlaubt sein» werden. In seinen häufigen Fragen wird es noch deutlicher: «Es ist für Mediziner weiterhin möglich, Zivildienst zu leisten. Nach dem Inkrafttreten werden jedoch die Einsatzplätze verschwinden, die ein Medizinstudium voraussetzen.»
Lies das genau. Dein Dienst fällt nicht weg. Weg fällt die Möglichkeit, ihn dort zu leisten, wo dein Studium Voraussetzung ist. Wer darauf gebaut hat, die Diensttage in einem klinischen Setting abzuarbeiten, braucht ab Inkrafttreten einen Plan B. Für deine Auslandsmonate ist das keine schlechte Nachricht: Ein klinisches Praktikum über uns war ohnehin nie ein Diensteinsatz, sondern eine Studienleistung, die deine Fakultät anerkennt. Wie diese Anerkennung abläuft, steht im Beitrag zum klinischen Wahlstudienjahr im Ausland.

Der Dienst besteht aus mehreren Bausteinen, und jeder frisst eine andere Menge Kalender.
| Baustein | Umfang | Was das für deine Auslandsmonate heisst |
|---|---|---|
| Ersteinsatz | 26 oder 54 Tage | Der Einstieg. Leg ihn bewusst in ein Semester ohne Auslandsblock |
| Jährliche Einsatzpflicht | 26 Tage pro Jahr | Kann vor- oder nachgeholt werden, aber nicht einfach ausgelassen |
| Langer Einsatz | 180 Tage ohne Rekrutenschule | Der grosse Brocken. Teilbar auf zwei Kalenderjahre im selben Einsatzbetrieb |
| Einsatzvereinbarung | mindestens 3,5 Monate Vorlauf | Deine eigentliche Planungsfrist |
Das Bundesamt schreibt dazu klar: «Die jährliche Einsatzpflicht von 26 Tagen kann vor- oder nachgeholt werden.» Wer in einem Jahr 52 Tage oder mehr leistet, hat die Pflicht des Folgejahres bereits erfüllt. Genau das ist der Hebel für ein Auslandsjahr. Du schiebst die Tage nicht weg, du ziehst sie vor.
Der lange Einsatz ist der eigentliche Klotz. «Wer keine RS absolviert hat, leistet einen langen Einsatz von 180 Tagen», und dieser Einsatz gehört in ein Schwerpunktprogramm, also in Natur und Umwelt oder in Pflege und Betreuung. Er «kann auch in zwei Teilen geleistet werden», verteilt auf zwei Kalenderjahre beim selben Einsatzbetrieb. Sechs Monate am Stück lassen sich mit einem Wahlstudienjahr im Ausland kaum kombinieren, zwei Blöcke von je drei Monaten dagegen schon.
Und dann ist da die Frist, die am häufigsten übersehen wird: «Eine Einsatzvereinbarung muss mindestens 3,5 Monate vor dem Einsatz im Regionalzentrum eintreffen.» Wenn dein Praktikum im Januar startet, ist der September der Monat, in dem du beides gleichzeitig auf den Tisch legst.
Ein Detail für lange Abwesenheiten: Zivis haben eine Meldepflicht. Wer länger als sechs Monate nicht an seinem Wohnsitz ist, muss dem Regionalzentrum eine Schweizer Zustelladresse melden. Bei einem dreimonatigen Spitalpraktikum spielt das keine Rolle, bei einem ganzen Auslandsjahr schon. Was sonst noch an deinem Wohnsitz hängt, haben wir im Beitrag Praktikum im Ausland für Studenten zusammengefasst.
Wenn sich ein Aufgebot und dein Praktikum trotzdem in die Quere kommen, gibt es die Dienstverschiebung. Sie ist kein Gefallen, sondern ein geregeltes Gesuch. Das Bundesamt nennt die Grenze: «Eine Dienstverschiebung wird für einen Zeitraum von maximal 12 Monaten gewährt.» Und es nennt die Gründe, darunter eine schulische oder berufliche Ausbildung, die für den Einsatz unterbrochen werden müsste, wenn «die Unterbrechung mit unzumutbaren Nachteilen verbunden wäre», dazu wichtige Prüfungen, der drohende Verlust des Arbeitsplatzes, gesundheitliche Beeinträchtigungen und eine ausserordentliche Härte für nahe Angehörige oder den Arbeitgeber.
Für dich heisst das: Ein Wahlstudienjahr, das deine Fakultät verlangt und das nur in einem bestimmten Zeitfenster stattfindet, ist ein starkes Argument. Ein Praktikum, das du «gerne im Frühling» machen würdest, ist es nicht. Reiche darum Belege ein, keine Absichtserklärungen.
Beim Militärdienst läuft dasselbe Spiel nach anderen Regeln und über eine andere Stelle. Wenn du nicht im Zivildienst, sondern in der Armee bist, findest du die Fristen und das Vorgehen im Beitrag zur Dienstverschiebung fürs Auslandspraktikum. Verwechsle die beiden Wege nicht, sie haben weder dieselben Fristen noch dieselbe Adresse.
Du weisst noch nicht, in welches Fenster dein Praktikum passt? Sag uns deine Diensttage und deinen Studienplan, und wir suchen das Zeitfenster, das beides trägt. Schau dir die Standorte an oder buch dir direkt eine kostenlose Beratung.

Hier entsteht regelmässig ein Missverständnis. Es gibt tatsächlich Auslandeinsätze im Dienst, aber sie sind ein eigenes Format mit eigenen Hürden.
Laut Merkblatt des Bundesamts müssen Zivis «für die vorgesehene Tätigkeit im Ausland über eine abgeschlossene Berufsausbildung, über mindestens zwei Jahre Studium oder über mehrjährige qualifizierte Berufserfahrung» verfügen. Der Einsatzbetrieb muss anerkannt sein und ein Mandat in der Entwicklungszusammenarbeit, der humanitären Hilfe oder der zivilen Friedensförderung haben. Dazu kommen eine Eignungsabklärung, eine medizinische Vorsorgeuntersuchung samt nötigen Impfungen und ein Zeitplan, der es in sich hat: Die Unterlagen müssen «min. 4 - 6 Monate vor dem geplanten Einsatzbeginn» eingereicht werden.
Ein klinisches Praktikum in Sri Lanka, Nepal, auf Bali oder auf Sansibar ist etwas anderes. Es ist kein Diensteinsatz, es zählt keine Diensttage ab, und es ersetzt weder die jährliche Einsatzpflicht noch den langen Einsatz. Es zählt dort, wo es zählen soll: in deinem Studium, wenn deine Fakultät es anerkennt. Immerhin: An den Auslandeinsätzen selbst ändert die Revision nichts. Das Bundesamt schreibt dazu, im Massnahmenpaket seien «keine Änderungen im Bereich der Auslandeinsätze vorgesehen».
Wenn Dienst, Studium und Praktikum in einem Jahr nicht alle Platz finden, ist ein bewusst eingelegtes Semester manchmal die sauberste Lösung. Was dabei zu bedenken ist, erklärt der Ratgeber Semester pausieren im Medizinstudium. Und wenn du erst abschätzen willst, wie viel Puffer dein Studium überhaupt hergibt, hilft die Übersicht Wie lange dauert ein Medizinstudium.

Fordere kostenlos und unverbindlich alle wichtigen Infos an.
Während des Einsatzes läuft die Erwerbsersatzordnung, nicht dein Nebenjob. Wichtiger für deine Praktikumskasse ist aber die zweite Seite: Diensttage sind Wochen, in denen du nicht arbeitest und nicht sparst. Wer im selben Jahr 26 Diensttage und drei Monate Auslandspraktikum unterbringt, stellt das Budget besser früh auf. Stipendien, Darlehen und Mobilitätsbeiträge findest du im Beitrag zur Finanzierung deines Auslandspraktikums.
Ein Zeitpunkt bleibt der Fixpunkt, um den sich alles andere legt: die Eidgenössische Prüfung. Wie du sie mit einem Auslandsjahr zusammenbringst, steht im Beitrag zur Eidgenössischen Prüfung und dem Wahljahr im Ausland. Welche Marken sonst zur futuredoctor Gruppe gehören, zeigt die Übersicht der futuredoctor Group.
Der Zivildienst ist kein Grund, auf deine Monate im Gastspital zu verzichten. Er ist ein Terminproblem mit bekannten Zahlen: 26 Tage pro Jahr, 180 Tage langer Einsatz ohne Rekrutenschule, 3,5 Monate Vorlauf für die Einsatzvereinbarung, maximal 12 Monate Verschiebung. Wer diese vier Zahlen nebeneinanderlegt, bevor er einen Flug bucht, bekommt beides unter. Und die Gesetzesänderung ändert daran weniger, als der Titel vermuten lässt: Sie nimmt dir den klinischen Einsatzplatz, nicht dein Praktikum.
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